Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebicte.
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Nr. 189
Gießen, Dicilstlig den 18. August 1914
9. Jahrgang
Wird Deutschland siegen?
Darüber schreibt ein ehemaliger Offizier als mililärischer Mit- iarbeiter her Parteipressc folgendes:
Wir beginnen mit der Ausstellung und Beantwortung der Frage, ob das deutsch« Reich jetzt gegen Frankreich zu Lande unter mißlicheren Verhältnissen kämpft als 1870. Davon kann — um cs vorweg zu sagen — keine Rede sein. Frankreich halte 1870 38 Millionen Einwohner und Teutschlaud 3814 Millionen Einwohner. Die Bcvölkerungszahl war also hüben und drüben ziemlich gleich. Fetz: l»csitzt Frankreich 30 Millionen Einwohner, das deutsche Reich 07 Millionen. Wenn letzteres gegen Frankreich die Wehrkraft von 38 Millionen Einwohnern schickt, so bleibt für den Kampf gegen andere Länder noch die Wehrkraft von 28 Millionen. Wird hiervon die Wehrkraft von 5 Millionen Einwohnern gegen Belgien und etwaige «englische Landungsvcrsnche verwendet, so bleibt gegen Rußland noch die Wehrkraft von 23 Millionen. Ta Oesterreich-Ungarn 51 Millionen Einwohner hat, stünde gegen Rußland zusammen die Wehrkraft von ‘74 Millionen. Sie dürfte genügen.
Das deutsche Reich brmrcht also gegen Frankreich trotz deS Krieges nach zwei Fronte» mit Truppen keineswegs zu knausern.
Nehnien wir nun an, daß im jetzigen deutsch-sranzösischcn Krieg ganz ähnlich wie 1870 eine Wehrkraft von 30 Millionen Ein- iivohnrrn gegen eine Wehrkraft von 39 Millionen kämpft. Dann hat das deutsche Reich gegen 1870 vor allem deil großen Vorteil für sich, daß es den nördlichen Teil von Elsaß-Lothringen, den es damals mit furchtbaren Opfern an Blut erst erringen mußte, nicht mehr erkämpfen muß. Die Schlachte» von Weißenburg. Worth, Saarbrücken, Mars la Toirr, St. Privat-Gravclotte braucht es nicht mehr ßu schlagen. Es braucht Straßburg und Metz nicht mehr zu nehmen. Das näniliche Elsaß-Lothringen, das der deutschen Armee 1870 so viel« Leute kostete, ist ihr jetzt sogar eine Hilfsquelle ersten Ranges. Während 1870 Paris von der deutschen Grenze in der Luftlinie 100 Kilometer entfernt war. beträgt die Distanz jetzt nur mehr 260 Kilo- »neter. 110 Kilometer fallen somit gegen 1870 weg. Im kevten Kriege hat Deutschland Frankreich überhaupt nickst von Belgien aus bedroht. Ta jetzt ein deutscher Vorstoß von Belgien her sicher ist, sei erwähnt, daß zwischen der belgischen Grenze und Paris nur 170 Kilometer Lustlinie liegen.
9hm hat Frankreich allerdings seine 1871 gegen da? deutsche Reich geschaffene Grenze, sowie seine Grenze gegen Belgien mit Festungen und SperrsortS gespickt. Aber dir Sperrsorts sind meistens veraltet. Ob sic einer auf der Höhr der Gegenwart stehenden schweren Artillerie länger widerstehen können, ist sehr fraglich, lind was die vielen Festungen onbelangt. so sind sie — man gestatte den Ausdruck — cm zweischneidiges Schwert. Zu ihrer Bcsetzuiig In muht man .Himderttaufende, die dem eigentlichen Feldkriegc, der stumer den Aiisschlag gibt, entzogen werden. Und fällt eine Festung, so bedeutet cs für den Gegner noch mehr als eine gewonnene Ringschsgcht. denn er bekommt dabei nicht nur die Besabtlng samt ihrer Ausrüstung in die Gcivalt. sondern erhält auch nock, einen Stützpunkt. der ihm bei seinen weiteren Operationen viele Vorteile bieten wird.
^ Selbstverständlich wird das Durchbrechen des sranzöstschen Fort- und Festungsgürtels viele Opfer kosten. Aber wenn es nichi ^kdeutend mehr sind als icnc der Augustschlachten des Jahres 1870, mit denen damals der nördliche Teil der heutigen Reichstande rsst erkämpft werden mußte, so macht cs rein militärisch genommen ttidjt viel aus, da die Deutschen ja dicsesmal Elsaß-Lothringen nicht zu erobern brauchen.
Nun einen kurzen Vergleich der deutschen Armee von 1870 w>t der-jetzigen. Tic Bewaffnung der dculschcn Fn saute ri c 1870 weit unter jcncr der französischen. Auch das preußische Zünbnadelgewchr mies viel geringer« Leistungen auf als das französische Ehassevotacwchr. Die ganze bayerische Fnsanterie war mit einer säst jämmerlichen Flinte bewaffnet. Ursprünglich war sic ein Vorderlader, den man zu einem Hinterlader umgeändcr« hatte. Ter Verschlust siel oft heraus. Geschoß, Pulver und Zündhütchen waren nicht vereinigt, vielmehr mußte das Zündhütchen ertra aufgesetzt werden. Mit starren Fingern war dies nicht leicht.
Bewaffnung der deutschen Artillerie war allerdings besser als jene der französischen.
Ferner fehlte 1870 der deutschen Armee die strassc einheitliche Organisation, die sie jetzt besitzt. Zwischen den süddeutschen und nrrddeutschcn Kontingenten bestand mancher Unterschied, der sich störend bemerkbar machte. Ferner waren in de» süddeutschen Armeen Offiziere vorhanden, die militärisch nicht so dnrchgebildc! waren, wie sic es hätten fein sollen. Als im Fahre 1800 die Rot in Siiddeutschtand groß war. sind nicht Wenige Osstzicrc geworden, die sich eigentlich nach ihrem militärischen Können nicht dazu eigneten.
Was dte Organisation und inneren Verhältnisse der jetzigen französischen Armee anbelangt, io werden sie kaum mehr so viel« Mängel aufweisen wie 1870. 916er allem Anscheine nach ist oas tranzösischc Osfizierkorvs nicht so einig und scstgcsügt wie das mmtichc, denn cs ist in Republikaner und Monarchisten gespalten, -x» ist nicht ausgeschlossen, daß dieser Zustand sich im Kriege für Frankreich ungünstig benierkbar machen wird. Stoch nicht lange ist SrmJrf ein französischer General, der an der Spitze eines vo 7 v,a.rpö stand und »ach den großen Manövern mit noch ei» in ^jk^^Ensgcsährten verabschiedet wurde, Zeitungsartikel toslicß, l X brhauptcle, er sei liur aus politischen Gründen in L,,i "ardcn Auch die Vorbereitungen für den Krieg s-bcinc'i nicht mit der Gründlichkeit zu geschehen, die im Dcut- ist Nach verschiedenen Vorkommnissen zu , llt Frankreich für das leibliche Wohl der Soldaten ncniger geiorgt, als bei uns. Zweifellos sind Symptome vorhan- oen, oie zu oem Schluß berechtigen, daß die inneren Zustände und der iranzöfischcn Armee nicht ans der Höhe jener i^sbeutichcn Heeres stehen. Doch hüte man sich nor einer Unterschätzung, weil sic sich aeradc im Kriege furchtbar rächen kann.
Gegen die russische Armee hat die deutsche Armee vor ollem
den Vorteil voraus, das, die deutsche Volksbildung der russischen bedeutend überlegen ist. Tic Zeiten, in denen der Soldat nur dreinzuschlagen brauchte, sind vorbei. Auch er muß denken und erwägen, kurz, er muß selbständig sei». Das wird er aber nur dann sein, wenn eine gute Volksschnlbiidung dafür gesorgt hat. daß er das, was ihm in der Kaserne gelehrt wurde, auch geistig erfaßt hat. Ein solcher Mann wird im Kriege auch in den Fällen, wo ihm der Rat der VorgKsctzten fehlt, wissen, was er ungefähr zu tun hat. Analphabeten aber kann man meistens nur miliiärisch dressieren. Sind sie im Krieac auf sich selbst angewiesen, erhalten sie keine Anordnungen und Verhaltungsmaßregeln mehr, so werden sie gewöhnlich entweder gar nichts tu» oder vcrzwcisclt werden und daher nur zu leicht Unsinn machen.
Summa Summarum kann man nach ruhiger Uebcrlegnng der Situation getrost sagen, daß die Zukuiist des Reiches durchaus nicht düster vor uns liegt.
Der Kaiser ar»f dem Kriegsschauplätze.
Der Rcichsanzeiger wie der preußische Staatsanzeiger bringen kaiserliche Erlasse zur Kenntnis, nach welcheni im Reiche dem Reichskanzler, in Preußen das S t a a t s m i n i st e r i n m die Stellvertretung des Kaisers bczw. Königs übertragen wird für eine Reihe einzeln aufgcsührter Regieriingsakte. Staatsministcr Delbrück ist zum Vizepräsidenten des preußischen Ministeriums ernannt worden.
Wie steht es?
Der Gcneralfeldmarschall Freiherr von der Goltz veröffentlicht im Tag einen Artikel mit der Uebcrschrist: „W i c st eh t e s?" und gibt auf diese Frage die Antwort: „Wir haben alle Ursache, der Zukunft mit volleni Ver- trauen entgegenzusehen." Wir entnehmen seinen Darlegungen folgende Ausführungen: .
„Zunächst geht ans den ersten Zusammenstößen auf beiden Kriegstheatern dt« ta kti sch c Ue b e r l eg« n he i t unserer Truppen über alle drei Gegner hervor, mit denen ivir die Klinge gekreuzt haben, dies ist das Ergebnis der gründlichen systematischen FriedensauSbisdung unserer Mannschaften, dl« in ihrem Werte so oft verkannt worden ist. Im Osten steht es aus, als ob die russische Kavallerie durch die erste» übten Erfahrungen, die sic gemacht hat, von den befürchtete» Einbrüchen in oft- und westprcnßi- schcs Gebiet voriäufig abgeschreckt ist. Man sprach früher viel davon. daß die sechs russischen Kaoallerte-DiVisionen, die jederzeit abmarschfähsg an der Grenze standen, mit Kriegsausbruch sofort ausbrcchen, die Provinz bis zum Frischen Hass durchreiten, die Eisenbahnen zerstören und unseren Aufmarsch in Verwirrung bringen würden. Tie Grengbrigaden könnten st« dabei wirksam unterstützen. Davon ist irichls ringe treten und di« erste gefährliche Periode vorüber. Fn ein so sicheres Jener, wie cs unsere Infanterie mit ihrer Waffe abzugeben vermag, hineinzureiten, ist der russischen Kavallerie augenscheinlich die Lust vergangen. Biel- sach sollte ich erklären, wie cs gekommen sein könne, daß Fnsan- ieri« ihr sogar Geschütze abnehmen konnte, was bei Bialla geschehen ist. Der Hergang ist einfach: sie sind unter dem Fernfeuer liegen geblieben, wie die englischen Batterien am Tugela, die ans 1000 bis 1800 Meter Entfernung Msammengeschossen wurden. Tie Kavallerie ließ sie dann, der eigenen Rettung denkend, tm Stich. Bisher hat man von solchen Feuerwirkungen keine rechte Vorstellung gehabt. Auch die Japaner haben nicht so gut geschossen wie unser Fußvolk. Sehr ersreulich ist, daß auch unsere Landwihrtruppcn sich vortrcsslich geschlagen und der rnsstschc» Linie überlegen gezeigt haben. Die gute soldatische Erziehung wirkt in ihnen nach. Ehe nicht eine Wendung im großen cintritt, sind Oft- lind Westpreußen jenseits der Weichsel geborgen.
Dasselbe Bild wie an der Ostgrenze, nur in erhöhtem Maße, zeigen auch die Vorgänge an der französischen Grenze. Die Gefechte von Mülhausen und L a g a r d e, die nicht unbedeutenden Verluste an Geschützen, Maschinengewehren und Gefangenen sprechen für die geringere Qualität des Gegners in Eigenschaften militärischer Durchbildung und Erziehung. Dies ist ein dauernd wirkender Umstand, den wir auch weiterhin aus unserer Seite haben werden, und das ist sehr viel,
Ocsterrcichischc Erfolge.
(Amtliche Wiener Meldung.) Unsere Truppen haben am 11. August nach heftigen Kämpfen den Feind ans einer seit langer Zeit befestigten, stark besetzten Aufstellung auf den östlichen Userhöhcn der Trina nächst Ljesnica geworfen. Hier sowohl wie bei Schabatz wurden am 14. August nachmittags und in der Nacht zum 15. August zahlreiche mit großer Tapferkeit geführte Gegenangriffe der Serben abgewiesen. Heute haben unsere Truppen das Vorrücken fortgesetzt; eine Fahne, zwei Geschütze und zwei Maschinengewehre wurden erbeutet. Die Verluste des Feindes sind schwer, doch auch unsere Verluste sind nicht unbeträchtlich. Montenegrinische Streitkräste, die auf unser Gebiet einzudringen versuchten, wurden allenthalben zurückgeworfcn.
Im Norden gingen unsere Truppen westlich der Weichsel Vor. Auch östlich der Weichsel sind wir bereits im Vordringen begriffen.
S ch a b a tz, die Hauptstadt des serbischen Kreises Podrrnjc. liegt 05 Kilometer wcstlick, von Belgrad an der Save, die hier die Grenzi zwischen Ungarn und Serbien bezeichnet. Die Stadt deckt de» wichtigste» Ucherganigspunkt über diesen Fluß, über den hier eine Eisenbahn führt. Sic hakte 1001: 12 071 Einwohner.
Kerir Misstrauen gegen die Sozialdemokratie.
In der Post, dem Organ der unheilbaren Hetzer und Scharfmacher, wurde am 12. August ein Artikel veröffentlicht, üverschrieben: „Unsichere Kantonisten", der wahrscheinlich den Rcichsvcrbandsgeneral Liebert zum Verfasser hat. Der Artikel verfolgt den Zweck, gegen die Sozialdemokratie auch in der gegenwärtigen ernsten Zeit Mißtrauen zu erwecken. Es ist nicht notwendig, ans das jainmervolle Machwerk näher cinzugehen. Selbst die bürgerliche Presse überging ihn mit schivcigen, und das Berliner ^akwblatt registriert ihn mit der Bemerkung, daß es sich begnüge, diesen Versuch, im deutschen Volke Zwietracht zu säen und dabei seine Stoßkraft zu schwächen, niedriger zu hängen.
In der Deutschen Tageszeitung vom 14. August nimmt nun deren Ehesrcdaktenr Lertcl zn dem Post-Artikel Stellung. ES lohnt sich, insbesondere auch für spätere Zeiten, diesen Artikel der extrem-agrarischen Deutschen Tageszeitung, der dimftlebcrschrift trügt: „Keine Aufrechnung!", in seinem wesentlichen Teile wiederzugeben. Er lautet:
„Unter den erhebenden Erfahrungen, die wir in diese» Tagen machen dursten, steht wohl an erster Stelle, daß alle Kreise und Stände, alle Parteien und Gruppen des Volkes miteinander wetteifern <m begeisterter Opscrwilligkcit. Keiner will hinket dem anderen zuriickbleibcn: hoch nnö niedrig, Stadt und Land 'sind entschlossen, ihr Bestes und ihr Letztes da hinzu- geben für des Vaterlandes Sieg, Ehre und Zukunft. Wir haben das von unserem Volke trotz mancher Zweifel, die uns hin und ivieder beschleichen wollten, nickst anders erwartet. Tic Einmütig- kcit aber, in der das Volk sich heute zusammcngcfnnden hat, über- trifft schier unsere künsten Erwartungen. Diese Einmütigkeit hat cs auch erfreulicherweise mit sich gebracht, daß bisher die gegenseitigen Auftcchmingen dessen, was man getan und geopfert hat, unterblieben sind. Das soll immer so sein: und was an uns ist, wird geschehen, um zn vermeiden, daß ein Mißton in diese schöne Harmonie hineinklingk.
Deshalb haben wir darauf verzichtet, auf geivissc Entgleisungen, die übrigens sehr selten sind, ln einem Teile der Presse ein- zngehen. Derartige Auseinandersetzungen komnien, wenn sie überhaupt noch nötig sind, später immer noch zur rechten Zeit. Wir halten cs für nnangebracht, ja kür schädlich, jetzt irgendwelches Mißtrauen zu äußern, auch den Sozialdemokraten gegenüber. Sie haben bekundet »nd bewiesen, daß sic vaterländisch fühlen, daß sie sich cinordncn wollen und cingeordnet haben ln die gemeinsame Schlochtrcthe. Auch sie bringen Opfer, für Sic das gesamic Vaterland ihnen dankbar ist. Wenn hie »nd da ein nationales Blatt es fsir angczeigt erachte! hat, ein gewisses Mißtraue» den Sozialdemokraten gegenüber zu äußern, so bedauern wir das »nd machen aus solchem Bedauern kein Hehl."
Der zweite Teil des Artikels weist das Mißtrauen gegen die Landwirte zurück, denen z»m Vorwurf gemacht worden sei, daß sie versucht hätten, bei Aufhebung der Lebensmittelzölle wie bei den Erleichterungen der FIcischcinfuhr Vorteile für sich heranszuschlagen. Das sei vollkominen falsch. Von agrarischer Seite sei bei den Vorbesprechungen gegen die Notwendigkeit dieser Maßregel kein Wort des Widerspruchs, ja nicht einmal ein Wort des Bedenkens laut geworden. ES sei auch innerhalb der Reichstagspartcien, die für die agrarischen Kreise in Betracht kommen, nicht der geringste Laut eines Widerspruchs geäußert worden. Diese Parteien seien von vornherein überzeugt gewesen, daß die Landwirte ausnahmslos ihrer Haltung zustimmen würden. Der Artikel schließt: „Wir möchten allen Ständen, Gruppen, Kreisen und Parteien des Volkes den dringenden Rat geben, ähnliche Aufrechnungen, die völlig grundlos und vielleicht nicht unbedenklich sind, zu unterlassen,"
Die Operationen der Westmächte.
Die Engländer im Kanal.
Nach einer Meldung des Leipziger Tageblattes ist ein holländisches Schiff, das mit 35 wehrpflichtigen Deut- scheu, darunter Oberlehrer Tr. Paul Rühlmann (Leipzig), von Lissabon nach Rotrerdam unterwegs war, im Kanal von einem englischen Kriegsschiff angehalten worden. Die 35 Deutschen wurden als Kriegsgefangene nach Plymouth gebracht; seitdem fehlt jede Nachricht von ihnen.
General Freach bei den Franzose«».
General French, der englische Oberkommandicrendc, ist nach der Franks. Ztg. gestern im französischen Hauptquartier cingetrossen.
E»gla««d nnd der Geireidetranöport.
England hält sämtliche deutsche Schiffe an; auch zwei rumänische Dampfer wurden angchallen. Das darauf befindliche Getreide läßt England v e r st e i g c r n nnd konfisziert den Erlös, wenn cs sich um einen deutschen Eigentümer oder deutschen Adressaten handelt, wogegen den Angehörigen neutraler Staaten der Erlös ansgeliefert wird.


