Soldaten, außerdem mich etwa 700 gefangene französische Soldaten, darunter einige 'chwer Verwundete. Tie Franzosen machten einen recht erbarmungswürdigen Eindruck. Ihre Kleidung war mangelhaft. Einzelne trugen zerrissene Scacltuchschnhe, andere hatten zerrissene Hosen an, — Western abend ist noch ein Zug mit 300 nn- rcrwnndeten Kriegsgefangenen in Stuttgart eingetrossen.
Französische Gefangene.
Von Saargeinünd konimend trasen aus der Weiterreise nahezu 1000 französische Gefangene in Blieskastel ein, die in mangelhafter Kleidung und augensck>cinlich schlechtem Ernährungszustand einen bemitleidenswerten Eindruck machten. Wie es heißt, sollen die meisten der Franzosen bei dem Gefecht bei Lagarbc gefangen genommen worden sein.
Arbeitslosigkeit der Frauen.
Aus Berlin berichtet die Frankfurter Zeitting vom 1k, August: Ter Staatssekretär des Rcichsantts des Innern Tr, Tclbriick hatte zu gestern obend die Vertreter der kommunalen Behörden und der Vereinigungen Grosz-Berlins, die den Bestrebungen zum Schutze der weiblichen Angestellten nahestchcu, zu einer Besprechung cinge- laden, die sich mit der Frage beschäftigt«, wie der außerordentlich großen Arbeitslosigkeit der weiblichen Angestcll- ten und Arbeiterinnen begegnet werden könne. Es wurde zunächst von allen Vertretern der Vereine übereinstimmend verlangt, daß die Konkurrenz der wohlhabenden Frauen und Mädchen eingestellt werden müßte. Tiefer Wettbewerbs, sowohl der ehrenamtliche als der bezahlte, bedeute eine große Gefahr für die arbeitenden Klassen. Auch die gewerbsmäßigen Zimmcrvcrmieterinncn. die sich jetzt in sehr großer Notlag« befänden, würden durch die Konkurrenz solcher Frauen, die das Zimmervermietcn nicht gerade nötig haben, stark geschädigt. Ferner wurde u. a. ausgesührt, daß sich zahlreiche Lehrerinnen für die städtischen Schulen melden, um dort Vertretungen zu übernehmen. Tiefe Damen glauben gewiß ein g u t e s W e r k zu tun. Es sei aber grundfalsch, daß hier mit Ueberstunden gearbeitet würde. Die städtische Schulverwaltung müßte hierfür besondere Kräfte einstellen, die ausreichend vorhanden seien.
In allen Geschäftszweigen fehle cs an Arbeit. Besondrs groß sei die Stellungslosigkeit der Dienstmädchen. Zahlreiche Dienstmädchen bieten sich, wie bei den Arbeitsnachweisen festgcstellt worden ist, teils zum halben Lohn, teils auch ohne Lohn nur gegen Kost und Logis an. Vielen Mädchen sei, obgleich sie jahrelang bei derselben Herrschaft, zum Teil sogar 25 Jahre gedient Hütten, sofort gekündigt worden! Bon verschiedenen Stellen wurde auch die Einstellung der w e i b l i che n S cha f f n e r bei den Straßenbahnen angegriffen. Allgemein kam in der Besprechung zum Ausdruck, daß für die Frauen der Feldzugsteilnehmcr sehr viel getan werde. Es liege aber hier die große Gefahr nahe, daß für die Hundcrttansende von Frauen und Mädchen, di« arbeitslos und wirklich bedürftig seien, nichts getan werde. Besonders schlimm stehe es mit den Heimarbeiterinnen. Von den etwa 50 000 Konfektionsarbeiterinnen in Groß-Berlin sei der größt« Teil ar- bettslos.
Das Ergebnis der Besprechungen war, daß an die maßgebenden Behörden das Ersuchen gerichtet werden soll, Bestimmungen zu triffen, wonach in allen Betrieben die Arbeitszeit auf 8 Stunden beschränkt wird. Gegenwärtig wird in manchen Betrieben bis zu 13 Stunden gearbeitet, während andere still liegen. Zur weiteren Versolguna der Frage wurde eine Kommission aus Vertretern der städtischen Behörden und der Organisationen gewählt.
Kartoffelwucher.
Gegen wucherische Heraufschraubung der Kartoffelpreife wendet sich auch Dr. Georg Heim, der bekannte bayerische Bauerngenossenschaftsführer, in einem Artikel im Bayerischen Kurier, indem er das kaufende Publikum zum Boykott als wirkungsvollster Selbsthilfe auffordert. Er schreibt: Angesichts der wucherischenPrcise, die teilweise für Frühkartoffeln verlangt werden — aus der Pfalz wird berichtet von 7—8 Mk., während höchstens 3,50 Mk. gerechtfertigt sind — wäre besonders an die wohlhabende Bevölkerung dahin zu appellieren, sich von dem Genuß von Frühkartoffeln überall da auf einige Tage, wenn's auch nur acht Tage sind, zu enthalten und Frühkartoffeln nur zu kaufen zu einem Preis von höchstens vier Mark pro Zentner, wo der Preis aber höher ist, einfach die Kartoffeln zu boykottieren. Ein achttägiger Boykott wird die Preise zurückwerfen und den Lebensmittelwucherern — ganz gleich, ob Erzeuger oder Händler — das Handwerk legen. Noch 14 Tage und in manchen Gegenden können bereits Herbstfrühsorten aus den Markt gebracht werden, besonders aus Sandböden in warmer Lage. Sommerfrühkartoffeln, die keine große Haltbarkeit haben, müssen verkauft werden und so kann das Publikum durch Selbsthilfe die Wucherpreise für Kartoffeln wirksam korrigieren.
Die Oesterrcicher rücken in Serbien ein.
lWicner Korr.-Burean.s Unsere Truppen sind an mehreren Punkten in Serbien eingerückt und haben die dortigen Strcitkrästc des Feindes zurllckgeworfen. Alle von unseren Truppen unternommenen Aktionen waren erfolgreich. Schabatz ist in unserem Besitz.
Aus Lüttich.
Tie Meldungen, denen zufolge viele Häuser in Lüttich zerstört seien, sind übertrieben. Vom Rathause in Lüttich weht mit Zu- stimmnng des deutschen Konimandantcn die belgische Flagge und die Biirgerwachc besorgt im Einverständnis mit den deutschen militärischen Behörden den Polizcidicnst. In den Kaffeehäusern wird Musik gemacht. Nachmittags konzertiert eine deutsche Militärkapelle für die große, sich ruhig verhaltende Menge.
Russische Zustände.
lieber die Korruption und Mangelhaftigkeit der russischen Militärverwaltung werden jetzt manche Einzelheiten bekannt. Die Kreuzzeitnng faßt sie zusammen, indem sie schreibt:
„Dir hören jetzt, daß das, ivas wir gemeinhin unter russischen Zuständen verstehen, auch bei der jetzigen Mobilmachung zur Geltung gekommen ist. Scharenweise sind russisch« Deserteure in deutsche Grenzorte gekommen, beseelt nur von dem einen Trange, ihren Hunger zu stillen. Andere verkaufen die Unisorm- stücke, die Stiesel, mit denen sie eben eingcklcidct sind, sei cs ebenfalls, um Mittel gegen den Hunger in die Hand zu bekommen, sei es um des geliebten Branntweins willen. Tie ganze Unzulänglichkeit und Unzuverlässigkeit der russischen Militärverwaltung, wie sie schon im türkischen und dann wieder im russisch-japanische» Kriege hervorgetreten ist, zeigt sich auch jetzt und die Gerüchte, daß so manches Munitions- oder Proviantlagcr in Flammen aufgeht, damit die Unterjchleise der Beamten verdeckt werden, haben alle Glaubwürdigkeit sür sich.
Taß es um die Verpflegung der russischen Truppen ßhlecht bestellt ist, daß sie zum Teil Hunger leiden und deshalb desertieren, ist vielfach berichtet worden. Eine Bestätigung findet sich in dem Brief eines jetzt an der Ostgrenze stehenden Redakteurs der Vossifchen Zeitung an feine Eltern, m dem es heißt:
Kriegerisch« Taten haben wir bislang noch nicht verrichtet, doch zoll es, wie uns gesagt ivird, bald an de» Feind gehen, Wir brennen ichon alle sürchterlich daraus, denn dieses augenblickliche Verharren im Nichtstun ist uns schon längst lästig. Daß unsere Truppen sehr schöne Erfolge hier an der Ostgrenze zu verzeichnen
hatten, werdet Ihr wohl schon missen. Tie russischen Soldaten laufen uns nahezu alle freiwillig zu, — „vor Hunger". Einem Erschossenen haben unser« Acrzte den Magen »achgcsehen: der arme Kerl hatte nur rohe Weizen- und Gerstenkörner rm Magen! So ist cs um di« Ernährungsweise der rirfsischen Truppen bestellt: im Gegensatz hierzu ist unsere Kost ansgezeichnet, so daß wir des Lobes voll sind.
Wegen riesiger Unterschleife verübte der Intendant der russischen Festung Wyborg (Finnland) S e l b st m o r d. In den staatlichen Magazinen fehlen 700000 Kilogramm Getreide.
Zahlreiche Lübecker, die in Finnland ansässig waren, sind in den letzten Tagen von dort zurllckgekchrt. Uebercinstim- mung herrscht darüber, daß in Finnland große Not an Lcvwns Mitteln besteht und für die r u s s i s ch c n S o l - datcnsogutwiegarnichtgesorgtist. Den Deutschen wurde bei ihrer Abreise aus Finnland versichert, daß ein finnischer Lotse einen großen russischen Panzer in den finnischen Schären ans Grund gesetzt hat, um ihn gefechtsunklar zu tnachcn.
Die Rcichspost gibt eine Veröffentlichung des russischen Kricgsministers in bfr Duma von Anfang Juli wieder, wonach sich nach amtlichen Ermittelungen in den russischen Militärspitä lern 700000 Kranke befanden, darunter 30000 Offiziere.
In Odessa versuchten Behörden und Offiziere Kundgebungen für den Krieg zu veranstalten, die aber einen kläglichen Verlauf nahmen, da sich die Bürger überhaupt nicht daran beteiligten.
Heimkehr der Amerikaner.
Vom Bahnhof Cl>arlottenhurg wurde gestern ein Ertrazug abgelassen, der etwa 800 der in Berlin weilenden Amerikaner nach Holland befördert, von wo sie die Heimreise antreten werden. Die Amerikaner werden nun die Wahrheit über die KriegSursachcn und den Stand des Krieges in di« Heimat bringen, die bisher mit britischen oder französischen Meldungen vorlicb nehmen mußte. Den Abreiscnden war schon in ihren Hotels zur Verteilung tti der Heimat Hunderte von Exemplaren des deutschen Weißbuches und der stenographischen Berichte über die denkwürdige RcichötagSsttzung übergeben worden.
Der deutschfreundliche neue Balkaubuud.
Nach einer Meldung der südslawischen Korrespondenz ist ein neuer B a l ka n b u n d , bestehend anS Rn m ä n i e n . Bulgarien und der T ü r k e i im Entstehen begriffen. Er stellt eine Wehrmacht von 1 y» Millionen Mann auf.
Wie der Berliner Lokalanzeiger von gut unterrichteter Seite hört, ist die Mo b i l m a ch u n g der Türkei mit einem Resultat, das alle Erwartungen weit übertraf, dnrch- gcführt worden. Dem Rufe zu den Fahnen sind in den einzelnen Distrikten zwei bis dreimal soviel Gestellungspflichtige gefolgt, als vorgesehen war, so daß die Ergänzung der Kadres ohne Schwierigkeit vor sich gehen konnte. Besonders trat das unter anderem auch bei der Kavallerie zutage. Die Kriegs- bereiischaft der Türkei, sowohl der europäischen wie dar asiatischen Türkei, kann als eine gute, stellenweise als eine vorzügliche bezeichnet werden.
Das Blatt Cambana sagt in einem Artikel, daß Bulgarien nicht mit Rußland geben dürfe, weil selbst in dem unwahrscheinlichsten Falle eines russischen Sieges Serbien auf Kosten Bulgariens eine Vergrößerung erfahre. Bulgarien müsse alles aufbietcn, um zur Vernichtung Serbiens beizutragen, und mit der Türkei und dem Dreibund innigen Anschluß suchen. Jede andere Politik könne sür Bulgarien böse Folgen haben.
Ilcber die Haltung Rumäniens wird der Franks. Ztg. aus Berlin geschrieben: In verschiedenen Blättern wird in Korrespondenzen und in Artikeln und unter Berufung auf rumänische Blätter mit mehr oder weniger Bestimmtheit behauptet, daß Rumänien entschlossen sei, seinen Platz ander Seite des Dreibundes zu nehmen und womöglich aktiv in den Kampf einzugreifen. Wir wissen nicht, ob diese Ansichten über die Stellung Rumäniens wirklich fest begründet sind. Es wird aber vorläufig genügen, wenn Rumänien sich neutral verhält, und das darf man erwarten. Das weitere Verhalten aller neutralen Staaten hängt, wie wir mehrfach bemerkt haben, in der Hauptsache von einem einzigen Faktor ab, nämlich davon, daß wir in den bevor st eh enden ersten großen Kämpfen mit den Franzosen Sieger bleiben. Dann ergibt sich alles weitere, was jetzt schwierig scheint, viel leichter.
Die Berliner Stadtoäicr.
Die zweite KrieMitzung der Berliner Stadtverordneten, die gestern stattfand, beschäftigte ssch im wesentlichen mit der Vorlage über die Unterstützung der bei uns lebenden Angehörigen österreichischer Krieger und mit der Vorlage, die mit der Lebensmittelversorgung sür Berlin rusanimenhängt. Ti« österreichischen Faniilien, deren Ernährer i» den Kampf gezogen sind, werden nach Maßgabe der bei uns üblichen Beträge unterstützt, wie auch die Deutschen in Oesterreich nach den dort üblichen Beträgen unterstützt werden. Tie Vorlage wurde ohne Debatte angenommen, das gleiche geschah mit der LcbenSmtttelvorlagc.
Der verwundete Oberbürgermeister.
Beim Schöncdcrgcr Magistrat ist gestern nachmittag folgendes Telegramm cingelaufen: Der Schöneberger Oberbürgermeister,
.Hauptmann Dominicus, ist an der Spitze seiner Kompagnie leicht verwundet ivorden. Er verbleibt beim Regiment.
Extrnstcucr aus Extrablätter.
Die amtliche Wiener Zig. veröffentlicht eine kaiserliche Verordnung, durch die die Regierung ermächtigt wird, den Straßenverkauf von Sonderausgaben der Zeitungen an besondere Bedingungen zu knüpfen; um für Zwecke der Kriegsfürsorge neue Mittel zu beschaffen, wird von jedem Exemplar einer solchen Sonderausgabe eine Abgabe von zwei Hellern erhoben werden.
Englands Kaperkricg.
Nach einer Meldung der Hamburger Handelskammer werden in den Londoner Times vom 6. August als bis z»m 5. August abends gekapert oder festgenommen 21 deutsche Handelsschiffe gemeldet, deren Heimathäfen Hamburg, Rostock, Flensburg, Emden und Königsberg sind. Unter den Schiffen, zumeist kleineren Dampfern und einigen Seglern, befindet sich auch der Hapagdampfcr „Belgia", der nach Newport gebracht wurde. Er hat ein Deplacement von 8000 Tonnen.
Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung teilt mit:
Die deutsche Regierung hat der britischen, der französischen, der russischen und der belgischen Regierung den Vorschlag gemacht,
daß die bei Ansbruch der Feindlichkeiten in den beiderseitige» Häsen befindlichen feindlichen Kauffahrteischiffe smntlich fveige-j lassen werden. Di« britisch« Regierung hat diesen Vorschlag nur für Schiff« bis zu 5000 Tonnen angenommen, während sie die übrigen Schisse scsthaltcn oder requirieren will. Außerdem Hatz sie Antwort bis zum 7. August verlangt, während ihr Gegenvorschlag erst qm 8. August beim Auswärtigen Amt in Berlin! cingegangcn ist. Tic deutsche Regierung hat den Gegenvorschlag» gleichwohl angenommen, unter der Voraussetzung, daß britischer-^ feits in eine entsprechende Verlängerung der Frist gewilligt wird; in diesem Falle würde die Freigabe der britischen Schisse bis zu 5000 Tonnen erfolgen. Von der französischen, der russischen unh der belgischen Regierung ist bisher keine Antwort erfolgt.
Erweiterung des Postverkehrs in de» Grenzbczirkcn.
Für die Bezirke der Oberpostdircklioucu Trier. Königsberg i. Pr.; Danzig, Broinbcrg, Posen, Breslau und Oppeln wird der Poft-s anweisuug-, Zählkarten- und Zahliingsanweisungsverkehr wieder zugelasscn. In den Lberpostdirektionsbezirkcn Straßburg (Elf.)) Metz und Gumbinnen bleiben die infolge des Krieges «»geordnete» VcrkchrSdtschrünkungcn iveiter voll in Kraft.
Verlängerung des- österreichischen Moratoriums Die amtliche Wiener Zeitung gibt bekannt, daß das arw heutigen 14. August ablaufende Moratorium bis zum/ 30. September verlängert worden ist.
Ausfuhrverbote in Bulgarien.
Ein Negierungöukäs verbietet di« Ausfuhr von Nahrnngis-! Mitteln, Vieh, Pferden, Mehl, Kleie, Kartosscln, Gemüse, Vieh-, futter, Brennölen, Brennholz usw. aus Bulgarien.
Russische Arbeit am Balkan.
Der Kölnischen Zeitung wird aus Sofia gemeldet: Ant! Mittwoch hat Rußland in dringender Form das Verlangen! erneuert, daß Bulgarien gemeinsammit Serbierv v o r g e h c. Bulgarien hat es jedoch neuerdings abgelehntg seine Neutralität anfzugeben.
Der ungarischen Zeitung Az Est wird aus Bukarest ge» meldet, daß die Russen an der Grenze von Bessarabier^ große Trnppenmassen konzentrieren. Ter russische' Gesandte in Bukarest erklärte auf eine Anfrage, daß diese! Truppenbewegungen „bedeutungslos" seien. Diele serbische' Deserteure treffen in Rumänien ein und klagen über HnngeH und schlechte Behandlung seitens der Offiziere.
Ausruf der Finnländer.
Die in Lübeck lebenden Finnländer und Skandinavier! erlassen einen Aufruf gegen Rußland, in dem n. a. heißt:! Unsere Kultur, unsere Religion, unsere Existenz sindchedroht) Das deutsche Volk hat sich schon wie ein Mann zum giganti-j scheu Kampf aufgerichtet. Es ist unsere Pflicht, daß jeder! Germane Seele, Herz und Leben für unsere heiligsten Güter! einsetzt.
Aus dem Elsaß,
Ter KreiSdivektor von GebweAer bei Mülhausen gibt bekannt: Da es vorgekommen ist, daß Hausbewohner auf unser« Truppen! geschossen haben, mache hiermit bekannt, daß jeher Besitzer eine« Hauses, aus dem auf deutsch«» Militär geschossen ivird, unweigerlich standrechtlich erschossen und das Hans angeziindvtj wird.
Verbot der Lichtreklame.
Der Berliner Polizeipräsident hat angeorbnet, daß allk elektrischen Lichtreklamen auf den Dächern unterbleiben müssen undl zwar znm Schutze gegen feindliche Flieger, die ssch an den Licht», vcklamen über die Lag« der Bahnhöfe usw, informieren könnten.
Eßt Schwarzbrot!
Das bayerisch« Ministerium des Innern erläßt einen Aufruf) wegen Wegfalles der ausländischen Wrizenzufuhr und der ErzielunH einer richtigen MchlanSbcnte im Jnlanbc sich jetzt schon an Schwarz^ brot anstatt des Weißbrotes zu gewöhnen.
Ter Landsturm wird überall ausgernfen.
WB. Wie das Wölfische Bureau in Berlin erfährt, wird! das bisher schon in sämtlichen Grenzbezirken (auch in unserem. Red. O. A.) erfolgte Aufgebot des Landsturms nun-! mehr auch in den inneren Provinzen Preußens erfolgen.! In diesem Bezirk war bisher auf den Aufruf des Landsturmes verzichtet worden, weil man die Landstnrmlcute so lange wis möglich den bürgerlichen Berufen erhalten wollte. Ta aber! das Aufgebot des Landsturms eine planmäßige, mit der allgemeinen Mobilisation in untrennbarem Zusammenhänge: stehende Maßnahme ist, so läßt sich eine derartige Beschränk kung der Mobilisation nicht dauernd aufrecht erhalten.
4000 kriegesgefangene Belgier.
Auf dem Truppenübungsplatz Scnnclagcr bei Paderborn fink» 4000 belgische Kriegsgefangene eingetrossen. Sic werden mir Straßcnbautkn beschäftigt. 50 belgische Osfizicrc habe» gegen Ehren-' wort Bcwcgungssrciheit, während ein bei Taarburg auf einem Paironillcnritt gefangen genommener französischer Offizier tzasj Ehrenwort nicht geben wollte und deshalb scharf bewacht wird.
Ausweisungen aus Monaco.
Entsprechend dem zwischen Frankreich und Monaco bestehenden Staatsvcrtragc sind ans dom Fürstentum« Monaco alle resths-' deutschen und österreichisch-ungarischen Staatsangehörigen emsge-i wiesen worden.
Keine größeren Känipfc, aber siegreiche Gefechte.
Wie das amtliche WB. aus Berlin berichtet, werden im Aus» la„d Nachrichten verbreitet, daß bereits größere Kämpfe stattgcfun- dcn hätten. Diese Nachrichten sind alle fatsch. Es haben einige Gefechte stattgcfundcn. die alle für die deutschen Waffe» siegreich waren. Zwei russische Kavallcricdivisioncn, gefolgt von Infanterie, die im Osten bei Marggrabowa die Grenze überschritten hatten, haben sich heute wieder über die Grenze zurückgezogen, nachdem sie das Torf i„ Brand gesteckt hatten. Bei Mlawa jR»!fifch-Polcn> sind russische Kavallerickorps nach Süden ausgewichen. Der deutsche Aufmarsch vollzieht sich planmäßig. Nicht eine einzige scindlichc Maßnahme konnte bis jetzt die deutschen Absichten ungünstig de» cinflnsscn.
Der Krieg und die deutschen Schutzgebiete.
In Dentschwcst-Afrika blieben die deutschen Schutzgebiete bisher! unbehelligt. Kriegerische Ereignisse sind von dort nicht zu verzeichnen. A»8 Dcutschost-Afrika schien alle Nachrichten. In Togo fanden Gefechte zwischen unseren und cingedrungenen französischen Truppen statt. Der Feind hatte 3 Tote, die 'deutschen Truppe,, keine Verluste. Auch englisäg: Truppen sind i» Togo cingedrungcn, ohne jedoch mit den Deutschen in Berührung zn kommen.
Russische Franktireurs.
VVT. Das in allen deutsche» Gauen einmütig verurteilte völkcr- rcchtwidrjgc Verhalte» der belgischen Bevölkerung de» deutschen Truppen gegenüber ist »cucrdiiigs auch von der russischen Bevölkerung gegen die in die eroberte» Gebietsteile ciiirückcndcn deutschen Truppe» angewandt worden. In der Nacht vom 44. auf 15. August ist auf die in Kalisch sNussisch-Polen) cinzjchendcn deutschen Truppen aus dem Hinterhalte geschossen worden. Das ist der dritte derartige Ueberfall, bei dem, wie bei dem voran- gcgaiigcncn, deutsche Toldatc» ihr Leben lassen mußten. Zwei deutsche Soldaten wurden getötet und 20 bis 30 verwundet. Es unterliegt keinem Zweifel, daß es sich um planmäßige lleberfälle der »ichtmilitärischcn Bevölkerung handelt, „ud daß diese Banden mit den feindlichen Regierungen in Verbindung slehrn. Wir in Belgien und in Frankreich, so werden unsere Truppen auch in Rußland gegen diese Ucbcrsällc rücksichtslos cinschrciten.


