Völkerrechts stehend behandelt werden, wen» er sich am Kampfe beteiligt, die deutschen rückwärtigen Verbindungen stört, Tclcgraphendrähtc durchschneidet, Sprengungen vor- nimmt: kurz: in irgend einer Weise unberechtigt an der Kriegshandlung tcilnimmt; er wird als Franctircnr behau- dclt und sofort st a n d r e ch t l i ch erschossen werden.
Ter Berliner Lokalem,zcigcr schreibt zu den amtlichen Mtt- tcilunacn über deutsche Warnungen an Frankreich und SKlgien: Als Beweis, wie berechtigt diese Warnungen sind, solgcndc uns von unserem Korrespondenten zngcstclltcn Tatsachen: Ein im
Dienst des Noten Kreuzes tätiger Aactnmer Herr hatte bei der Rückfahrt von Lüttich zwei durch die Fahne des Roten Kreuzes kenntlich gemachte Autos, in denen außer den Herren des Roten Kreuzes noch eine deutsche Familie mit ihren Kindern Platz genommen hatte. Ter Chauffeur glaubt, daß der Weg von Brrvicrs nach Aachen jetzt endlich passierbar ist: er fährt also über Ehen». Aber ohne die geringste Achtung für das Rote Kreuz, dcsicu Binden die In fassen am Arm trugen, wurde doch von regulären Truppen auf die Autos gefeuert und zwar von verschiedenen Seiten. Indessen gewahren deutsche Schutzmannschaslcu den Ucberfall und knallen die belgischen Soldaten herunter. Aber in demselben Augenblick beginnen auch Zivilisten sich an dom Kampfe zu beteiligen, freilich ohne Erfolg: auch sic fallen den deutschen Kugeln zum Opfer. Man saust zurück zu dem nahen Lüttich und kommt von da auf einem anderen Wege schließlich nach Aachen.
Brnch des Völkerrechts.
Durch die amerikanische Botschaft ist im Wiener Ministerium des Acnßcrn folgende Tatsache zur Kenntnis gebracht worden: Am 13. August ist der österreichisch-ungarische Mzc- konsul H o f f i n g e r, der von dem österreichisch-ungarischen' Botschafter zum Schutze des divlomatischen Archivs in Petersburg zurückgclastrn worden war und für dessen Sicherheit das russische Auswärtige Amt ausdrücklich garantiert hatte, als Kriegsgefangener verhaftet worden. Ter P r o - tcst, den die amerikanische Botschaft, die bekanntlich in Rustland den Schutz der österreichisch-ungarischen Interessen für die Dauer des Krieges übernommen hat, gegen diesen eklatanten Bruch des Völkerrechts ciulegte, blieb ohne Erfolg. Tie österreichisch-ungarische Regierung hat sich daher veranlasst gesehen, diesen russischen Gewaltakt, dem übrigens bereits die willkürlich Verhaftung des Botschaftskanzleibeamten L o st c r vorangcgangrn war, mit der völkerrechtlichen Waffe der Repressalie zu bekämpfen und hat daher noch heute die Gefangennahme des russischen Kanzleibcamten Stoltowsky, dem die diplomatischen Archive der hiesigen russischen Botschaft anvcrtrant waren, des russischen Bot- schaftsgeistlichcn Jaknbowskh und des gegenwärtig sich in Budapest anfhaltcndcn früheren russischen Konsuls in Scrajewo von I g e l st r ö m verfügt.
Polen.
Tas Oberkommando der k. und k. österreichisch-irngarsschen Armeen hat, wie uns die amtliche Berichterstattung meldet, an die Bevölkerung Russisch-Polens einen Ausruf gerichtet, in dem es ihr die Befreiung vom moSkoivitischcn Joch verheißt und sie ausfordcrt, die deutschen mrb österreichischen Ztcstrebungen aus voller Seele zu unterstützen. Nach andern amtlich durchgelassenen Nachrichten soll Warschau und mit ihni fast ganz Polen von den Russen schon verlassen sein zur großen Freude des Bolkes, das die deutschen und österreichischen Truppen bei ihren, Vorrücken jubelnd begrüßt.
So erweist sich der revolutionäre Gei st. der von Rußland durch seine brutale Untcrdrückungspolitik gezüchtet wurde, in Polen für die militärischen Gegner des Zarenreiches als starker und willkommener Bundesgenosse. Die lange verborgene Hoffnung auf die Schaffung eines selbständigen polnischen Staats- wescns, das obendrein als Pusfcrstaat zwischen Deutschland und Rußland sehr wertvoll werden könnte, ist mit einemmal wieder ans Tageslicht getreten. Der zarischcn Machtpolitik droht damit ein vollkommener und wohlverdienter Bankerott.
Bas sich jetzt in Russisch-Polen ereignet, ist für alle Staaten lehrreich. In einer Zeit staatlicher Ohnmacht ward Polen die leichte Beut« mächtiger Nachbarn, die da vermeinten, jeder Gewinn an Land und Bolkszahi bedeute unbedingt eine Vermehrung ihrer wirtschaftlichen und militärischen Kraft. Tie russische Brutalität glaubte an die Allmacht der rohen Gewalt, sie begnügte sich mit der phnsischen Besitzergreifung, sie verstand sich nicht ans moralische Eroberung.
Tie wiederholt von Frankreich unternommenen Versuche, eine Versöhnung zwischen Polen und Russen zu erzielen, waren von kluger Voraussicht dessen diktiert, was jetzt cin- getvcten ist. Sic scheiterten an der Russtfiziernngswut der Petersburger nationalistischen Kreise, die Polen jede Spur von Sclbstver- ivaltnna verweigerte und jede Erhebung mit blutiger Unterdrückung beantwortet«. Ten unglücklichen Polen blieb nur noch die Hossnung auf die Befreiung, die von außen kommt. Sie sind die natür- lichcn Freunde der geschworenen Feinde Rußlands.
Afraja.
Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 35
„Gegen einfachen Schuldschein, will nichts weiter", ant- kvortcte Helgcstad. „Vertraue ans Euren Kopf. Sollt Kredit haben gegen acht vom Hundert, jahraus, jahrein, bis der Strom zurück in Eure Tasche fließt."
„So lockend dies ist," cntgcgncte Marstrand zögernd, „ist es doch nicht das Geld allein, was mich drückt. Hat die R?> gicrnng nicht versprochen, den Lappen ihre Weiden zu erhalten, und sehen diese nicht gerade diese Fjorde und Halbinseln als ihr uraltes Eigentum an? Der Generalgonver- neur Münte hat sich feierlich verbürgt, daß dem verfolgten Volke kein Leid mehr zngcfügt werden soll: der Vogt von Tromsö ist mit genauer Not schon früher einmal der Rechenschaft entgangen, und Klaus Hornemann —■"
Helgestad ließ ihn nicht weiter reden. „Will Euch ein Wort sagen", sprach er, sein hartes Gesicht aufhebend, indem er zwischen den Fclscntrümmcrn still stand. „Dränge Euch nicht mit der Antwort, kann warten bis morgen, dann aber, ehe wir gehen, müßt Ihr Euch entscheiden. Wollt Ihr Euer Haus nicht am Balsfjord bauen, wißt Ihr Besseres, so tut nach Eurem Willen. Nehmen die Arbeiter dann mit, und was geschehen ist, niag geschehen bleiben; überrede Euch zu nichts. Wollt Ihr aber ein Mann sein, der hierher paßt und begreift, was er tun muß, so legt Eure Hand fest auf das, was Ihr haben wollt. Weichlich denken und schivächlich überlegen dürft Ihr nicht. Was schiert Euch das unnütze Gesinde! auf den Alpen, das hin und her wandert, und dem kein Fleck der Erde gehören kann? Was kümmert Euch der alte General, der in Trondhjcm sitzt und Briefe schreibt, die Stücke Papier sistd? Was endlich habt Ihr mit 'dem Priester zu tun, der alte Weiber zu Tränen bringen mag, aber ,feinen Mann von dem, was er will? — Seht hin, Herr Marstrand,
Man kann angesichts dieser Tatsache die Frag« auswerfen, wo im Grunde die besseren russische» Patrioten gewesen sind, aus seiten der reaktionären Recht«, die den Polen noch weniger Freiheit gönnen wollte als selbst die zarische Regierung, oder auf der Seite der russischen Sozialdcmokralie, die für di« Freiheit und Selbständigkeit Polens cintritt. lind was für Pole» gilt, das gilt in hohem Grad« auch für ganz Rußland selbst. Denn hinter der polnischen Revolution steht die russische Revolution nicht als bas Werk sogenannter „einzelner Hetzer", sondern als das Produkt der gegeben«« unerträglichen Verhältnisse. Rußland ist das einzige Land Europas, das im Weltkrieg nicht nur mit dcni äußeren, sondern auch init dem inneren Feinde zu rechnen hat.
Kein Volk Europas ist mit den Zuständen, wie sie vor dem Kriege geherrscht haben, zu sricden gewesen, jedes erhofft Besserung nach dem Kriege. Aber jedes will seine Befreiung s c l b st vollbringen, keines erwartet Hilfe von den auswärtigen Feinden des eigenen TtaatSivcieuS. Eine Ausnahme machen nur die Völker Rußlands, für sie ist der Staat nichts als ein ungeheures Gefängnis. Hoffnungsvoll horchen sie den Schlägen, die von außen an ihrer Kerkertiir hämmern.
Freiheit macht die Völker stark. Durch gcwallsanie Unterwerfung schafft sich dagegen der Staat gefährliche Feinde im eigenen Land, er wird damit nicht stärker, sondern schwächer. Darum wollen wir keine Fremdherrschaft ertragen, aber auch keine neu aufrichtcn!
Jeder will helfe«!
Amtlich wird mitgeteilt:
In erhebender Einmütigkeit sind alle Volkskrcise bestrebt, sich in irgend einer Weise für das bedrohte Vaterland nützlich zu machen. Dem Kriegsministerium gehen in dieser Hinsicht so zahlreiche Anerbietungen und Vorschläge zu, daß es unmöglich ist, in jedem Falle sogleich eine besondere Danksagung ergehen zu lassen. Alle Beteiligten werden daher gebeten, sich vorerst mit dem befriedigenden Bewußtsein zu begnügen, daß jede Anregung geprüft und ihr, sofern sie brauchbar erscheint, auch Folge gegeben wird, daß auch die bloße Be- tätigung de guten Willens schon die Sache des Vaterlandes fördert, indem sic dessen unerschütterliche innere Einheit beim Ringen um den Erfolg bekräftigt.
Kriegsfreiwillige für die Fliegertruppe.
Das Kriegsministerium erläßt folgenden Aufruf:
Tic glänzende Entwicklung unseres nationalen Flugwesens darf durch den Krieg nicht zum Stillstand kommen: sie muß lm Gegenteil weiter gefördert werdcn, damit die jüngste Waffe mit vollem Erfolg für die Verteidigung des Vaterlandes miteingesetzt werden kann. Der Nachschub von Flugzeugen an die Armee und Marine ist durch besondere Maßnahme», durch Verwendung von Zivilpiloten im Heeres- und Marincdienst, cingeleitct. Die Fliegerschulen fetzen ihren AuSbildungsbctrieb fort. Ader die Möglichkeit großer Abgänge, mit der im Kriege naturgemäß noch mehr als im Frieden zu rechnen ist, zwingt zu rechtzeitiger Vorsorge für bi« Ausbildung weiterer Flugzeugführer für den Krieg. Tie Meldungen Kriegsfreiwilliger überschreiten zwar, wie bei allen Wessen, so auch bei der Fliegertruppe, den augenblicklichen Bedarf weitaus. Indessen muß hier eine besonders sorgfältige Auswahl getroffen werden. Auch von den Ausgewählten werben im Laufe der Ausbildung nach viele zurücktreten müssen. Es kommt deshalb darauf an, von vornherein die geeignetsten Kriegsfreiwilligen einzustellen, b. h. solche, die neben der erforderlichen Intelligenz und tüchtigen Eharakler- «igenschaften auch schon Vorkenntmsse in der Bedienung und Pflege von Flugmotorcn besitzen. Solche Persönlichkeiten werdcu sich namentlich unter dcnjeingen Studierenden der Technischen Hochschulen und anderer technischer Lehranstalten finden, die sich diesem Sondersach zugcwandt haben. Außerdem werden geübte Mechaniker und Monteure gebraucht.
Kriegsfreiwillige melden sich zur Ausbildung als Flugzeugführer oder zur Einstellung als Hilfsmontenre bei der Königlichen Inspektion der Fliegertruppen. Bcrlin-Schöncderg, Alte Kaserne, Fiskalische Straße, auswärtige schriftlich.
Das Reichsmarineamt erläßt folgenden Aufruf: Weitere Anmeldungen Kriegsfreiwilliger für den Marine- fliegerdicnst werden entgegengenommcn. Bevorzugt iverden junge Leute mit technischer Vorbildung und von solider Lebensführung, in erster Linie solche, die bereits das Pilotcncramcn bestanden oder die Fliegerausbildung begonnen haben. Anmeldungen sind schriftlich oder persönlich von 1 bis 3 Uhr nachmittags zu richten an die Gcschästsstclle des freiwilligen Marineflicgcrkorps, Berlin W. 10, Matthacikirchstraße 9.
Die «»»selige Jagd auf Kraftwagen.
Die unselige Jagd auf Kraftwagen hat schon wieder ein Opfer gefordert. Nachdem vor kurzem eine österreichische Gräfin im Dienste des Roten Kreuzes von einem Wachtposten getötet wurde, sind ein Rittmeister der Reserve und sein Wagenführer in der Gegend von Neudamm in der Neu mark, also mitten im Lande, von einem auf Posten stehenden Förster erschossen worden, der aus russische Automobile
das alles könnt Ihr haben, und keine Macht kann es Euch nehmen. Im Notfälle schreibt nach Kopenhagen oder geht selbst, mit Geld ist dort alles zu machen. Lacht zu dem Geschrei über Gewalt und Unrecht, wenn cs erhoben wird, denn Ihr könnt es. Ist der Bcsitzbricf in Eurer Hand, so laßt sie Arme und Stimme erheben, und wenn cs Engelsstimmen wären, es soll nichts helfen. Bedenkt das alles, dann sagt mir ja oder nein; weiter ist nichts nötig."
Marstrand. blieb zwischen den Steinen zurück, die moosig und mit Gestrüpp bedeckt chaotisch wild das Ufer des Fjord bedeckten. Der Abend kam und brachte Nebel mit, die, schwer geballt, langsam über den Mccresarm sich forrwa,zren, das letzte Tageslicht auslöschten und an den Blöcken ans- kletiertcn. Das Wasser schlug dumpf grollend über die flippigen Wände hin, und seinem Nachdenken überlassen sah der Junker lange still daraus nieder. Mit der einen Hand bot Helgcstad ihm alle Mittel, um Reichtum zu gewinnen, mit der anderen wies er ihn von seiner Tür, wenn er sein Geld nicht wollte. Die Vorteile, welche er ihm gezeigt, waren keine Täuschung; er begriff vollkommen, was dieser Besitz wert war, und dennoch sagte eine Stimme in ihm, daß alle rechtlichen Menschen ihn darum verdammen würden, eine andere Stimme jagte sein Mißtrauen auf und trieb ihn endlich zu den halblaut ausgestoßcnen Worten: „Er betrügt mich! Es kann nicht anders sein — das ist seine Absicht."
Plötzlich hörte er zusammenfahrend eine Antwort. „Sei sicher, Jüngling, daß du Wahrheit sprichst", sagte jemand fest und deutlich hinter ihm, und wenige Schritte entfernt auf einem Stein sitzend erblickte er eine menschliche Gestalt, von Nebel und Dunkelheit ungewiß eingehüllt.
Einige Minuten lang betrachteten sich die beiden schweigend. Marstrand zweifelte nicht, wem der greise Kör- per gehörte, der bewegungslos auf einen Stab gestützt selbst ein Steinbild zu sein schien. Der Nachtwind trieb sein langes Haar, und langsam wiederholte er mit voller ernster Stimme
fahndete. Der Gcncralstab forderte wiederholt und iniiner wieder nachdrücklichst, daß endlich die unselige Jagd auf Kraft- wagen beendigt würde, die schon mehreren braven Deutschen das Leben gekostet hat. Es ist Heller Wahnsinn, in unserem
Lande feindliche Automobile zu suchen. Weder Offiziere noch mit Gold beladene Wagen fahren in Deutschland umher. Möchte doch unser Volk endlich anfhörcn, seine eigenen Landes-
linder in der grausigsten Weise hinzuworden und endlich einmal der warnenden Stimme der Heeresleitung Gehör schenken. Tas Vaterland braucht jeden einzelnen Mann iw dieser ernsten Stunde.
Nene militärische Vorschriften für die Presse.
Der Oberbefehlshaber von Berlin und der Provinz Brandenburg hat, um dem Extrablatt-Unfug zu steuern, nachstehende Bekanntmachung für die Presse erlassen:
1. AIS „Extrablätter" Wirfeit lediglich solche Mitteilungen bcrausgegeben werden, die sich ans dl« wörtliche Wiedergabe der Depeschen des W. T. B. beschränken und die Ucberschrtft „Extrablatt" tragen.
Andere Mitteilungen dürfen weder die Uebcrschrist „Extrablatt" noch „Extraausgabe" oder ähnliche Bezeichnungen führen.
2. Den Zeitungen ist verboten, andere Ausgaben als di« in Friedenszeit erscheinenden hirauSzugeben, falls nicht allgemein oder im Einzelsalle von mir die Genehmigung dazu erteilt wird.
Die Herausgabe einer Morgen-Ausgabe am Montag ist all*, gemein gestattet.'
Milderung der Pretzzensnr?
Aus Zeitungen des Auslandes, die immer noch meifl über Holland ilnd Dänemark zu uns kommen, neuerdings! ganz besonders ans holländischen Zeitungen, werden manche Einzelheiten der kriegerischen Ereignisse in Belgien unk» längere Schilderungen über die Eroberung von Lüttich be-i könnt. Die deutsche Presse übt, obgleich ihr diese Schilde-" rungen nun vorlicgcn, in ihrer Wiedergabe eine große Zurückhaltung, weil durch die strenge Zensur, deren militärische Berechtigung im gegenwärtigen Augenblicke man begreift, eigentlich alle militärischen Nachrichten verboten sind. Allerdings werdcn diese Bestimmungen in den verschiedener! Armecbezirkcn verschieden gehandhabt. Es ist nach der Frankst Zeitung in den Besprechungen im Generalstab in den letzten! Tagen in Aussicht gestellt worden, daß dieses strenge Verbot aller militärischen Nachrichten aufgehoben oder doch gemildert werden wird, wenn erst die Zeit der Mobilmachung und de? Aufmarsches vorüber ist, und die großen Operationen bei gönnen haben.
Die Haltung Italiens.
Der Lokalanzciger schreibt: Die Haltung Italiens km gcgciU ivärtigei, Augenblick entspricht seiner gleich nach Kriegsausbruch abgegebenen Neutralitätserklärung, locldrc, wie man annchmcn darf, bei unseren Feinden Mißfallen crrcqt bat. Aus diesem Grunde versuche jetzt Frankreich mit allerlei Versprcckniuaen und England mit noch drastischeren Mitteln, die italienische Regscrun» aus dieser korrekten Stellungnahme hcrauszudrängcn. Man wird ruhig ab» warten können, ob dieses einer Großmacht gegenüber ungewöhnliche Beginnen in Rom ans Erfolg zu rechnen hat.
Die gefangenen Belgier.
Der Münsterische Anzeiger meldet mit Genehmigung best Zensurbehörde, daß die 4000 gefangenen genommenen Belgier; nach dem Sennclager gebracht worden sind und daß die Ge-, fangenen znm Bau von Straßen benutzt werden.
„Garben" ,md „Breslau" in den Dardanellen?
Aus Rom wird geschrieben: Falls die deutschen Kriegsschiffe „Gocbcn" und „Breslau", wie man hier erwartet, ist die Dardanellen cinlaufen, will der Dreiverband ihre Abrüstung von der Pforte fordern und die englische Marinekommission in der Türkei mit der Kontrolle dieser Maßregel beauftragen.
Vorzügliche Pflege der Verwundeten.
Ein Arzt teilt der Franks. Ztg. mit, daß er bei der Ankunft der ersten Verwundeten in Mülheim geradezu erstaunt! war über die hervorragende erste Pflege, die unsere Soldaten im Feld fanden; die Notverbände waren mit der größten? Sorgfalt und Fachkenntnis angelegt. Eine Leistung, die angesichts der tropischen Hitze am Tage des Gefechts umso höher' anzuschlagen ist.
Verwundete i» Stuttgart.
Ein Lazarettzug mit den ersten Verwundeten aus der Schlacht bei Mülhausen ist gestern eingetrosfen. ES waren mehrere hundert
diese Worte: „Sei sicher, daß du Wahrheit sprichst, denn, niemand kann sich rühmen, von Niels Helgestad nicht be, trogen zu sein."
„Afraja", erwiderte Marstrand, „ich danke dir heut mein Leben. Du warst cs, der den Bär tötete, deine Kugel durchbohrte ihn, als ich ihn verwundet hatte. Ich kam hierher mi^ der Absicht, dies Land für mich zu nehmen, niemals soll es! geschehen. Ich will nicht in deine Rechte greifen, ich will dich schätzen, so viel ich cs vermag." Der Greis nickte leise und' hob die Hand auf, als wollte er den Dank abwehren. „So> viel du vermagst", sagte er dann, „aber du vermagst nichts Dein Herz ist mild, ich habe es erfahren. Du verachtest nicht die Söhne Jubinals. Ich wußte, daß Helgestad dich an de« Balsfjord führen wollte, und erwartete dich. Ich war bei dir, als der Bär dich bedrohte, und schützte dein Leben, ich werde bei dir sein und dich schützen gegen deine Feinde. Wohne hier in Frieden, weil es gut ist. Wenn du gingest, ivürde bald genug ein Schlechterer kommen, denn die Gewinngier dieser harten Männer ist aufgeweckt. Der Vogt von Tromsö, sein schlechter Neffe und Niels Hclgestad ersänne schon- einen anderen Plan, wenn du ihnen entgehen wolltest."
Afraja sprach ruhig und drückte sich zur Verwunderung Marstrands in der dänisch-norwegischen Sprache vollkommen gut aus.
„Welchen Plan, wie du es nennst, haben sic mit mir ersonnen?" fragte er.
„Dein Königsbrief", versetzte der alte Mann, „ist ein zu kostbares Gnt, um Helgcstad und seine Genossen nicht lüstern danach zu machen. Seit vielen Jahren weiß er, daß der Balsfjord reich ist an Holz, an fruchtbaren kleinen Tälern und an Fischen. Er hat dich in sein Haus genommen, dir wohlgetan und wird dir ferner helfen, bis der Tag gekommen ist, wo er dich hinausjagen darf, nackt und bloß, und was du dein nennst, dir nehmen kann."
lFortschung folgt.j


