Deutsche von unserem Blut und Ideen, die in Handel und Industrie und friedlichen Handlungen beschäftigt sind, aber 170 Millionen Ru sie», Slawen oo» einer verkoinincucn Lclbjtßcrrschajt und geübt nur in dem Gebrauch der roden Kraft allein?
bin Krieg sür Rußland ist ein Krieg gegen die Zivilisation.
Gib acht, England!"
Die Lrnteilnahme der Norweger.
Die norwegisch: Kolonie richtet« an den Kaiser solgendes Telegramm:
In der schicksalsschweren Zeit, in der das deutsche Volk, von Feinden umringt, unter Führung Ew. Majestät den Kamps für seine Existenz. sür die Kultur und das Wohlergehen des gesamten Germanentums aufnimmt, bittet di« hiesig« norwegisch« Kolonie Ew. Majestät, den Ausdruck ihrer warmen Sympathie und ihres aufrichtigen Herzensantciles darbringen zu dürfen. Mit staunender Bewunderung stehen wir vor diesem beispiellosen Opfermut und begeisterter Kampfesfreude, mit der das edle deutsche Volk, jung und alt, ohne Unterschied des Standes wie ein Mann sein erprobtes Schwert ergreift, um seinen Herd und seine Ideale gegen ein« Welt dcr Mitzgunst und des Neides zu verteidigen. Mit ehrlicher Begeisterung erfüllt, begleiten wir stammverwandte Norweger diesen Helden- kampf unseres edlen Brudervolkes.
Wir hegen di« felsenfeste Ueberzeugung, Last die heilige Begeisterung und die deutsche Zähigkeit Ew. Majestät ruhmvollen Fahnen die machtvolle Erhaltung Deutschlands, worin wir die Vorbedingung fiir das Wohlergehen der gesamten zivilisierten Menschheit und ein zuverlässiges Unterpfand des dauernden Weltfriedens erblicken, sichern werden. Mögen Ew. Majestät geruhen, den Tank der norwegischen Kolonie fiir die ihr in Deutschland zuteil gewordene großzügige Gastfreundschaft und die empfangenen Kulturgüter entgcgenzunehmen. Tie Kolonie leitete unter ihren Mitgliedern eine Sammlung ein, deren Ertrag die Kolonie glücklich sein wird, dem Roten Kreuz überweisen zu dürfen.
Auf dieses Telegramm ist folgendes Autworttclcgramm «ingegangen :
Der Kaiser und König haben mich beauftragt, dem norwegischen Klub in Berlin für die im Namen der hiesigen norwegischen Kolonie in so warmen herzlichen Worten ausgedrilckte Anteilnahme an Deutschlands Geschick in dieser ernsten Stunde sowie sür das hochherzige Anerbieten zur Linderung der Wunden des Krieges allerhöchsten Dank zu übermitteln.
. Reichskanzler v. Bethmann-Hollweg.
. Dhr Äu fr ufdernorwegi scheu Kolonie inBerlin hat folgenden Wortlaut: Jeder auch nur kurze Zeit in Deutschland lebend« Norweger wird die ihm von seiten der deutschen Nation gebotenen Förderungen und Annehmlichkeiten hoch einschützen und wird daher das Herzensbedürfnis empsinbcn, sich in dieser für die deutsche Nation schweren Zeit erkenntlich zu zeigen. Es hot sich in Berlin ein norwegisches Komitee gebildet, um eine Sammlung ftir das Rote Kreuz zu veranstalten. Di« in Berlin und auch in den anderen Staaten Deutschlands (in denen keine besonderen Sammlungen stattfinden) wohnenden Norweger werden hiermit aufgefordert, Beiträge, jeder nach seinen Kräften, an den von seiten des Komitees mit der Verwaltung der Sammelstelle betrauten Direktor Grude, Berlin SW. 11, Dcffauerstrahe 28/29, baldigst einzusenden.
Holländische Sympathien.
In der Grenzstadt Crcfeld wohnen zahlreiche Holländer, 'die zum Teile dem guten Mittelstand angehören. Diese Holländer haben eine sehr stark besuchte Versammlung abge- halten, um Deutschlands Sache „ihre großen Sympathien" auszusprcchen und einen Ausschuß gewählt, der Untcr- stützungshandlungen ausführcn soll. Der Ausschuß soll ferner die Angebote Erefelder Holländer annehmen und ver-. Mitteln, die sich sür Bewachungen, Verwundetenpflege usw. zur Verfügung stellen.
Die Deutschen in Belgien.
Der Vorwärts schreibt:
Die ganze Presse durchwogt Entrüstung über die Greuel, die angeblich von den Belgiern an den Deutschen, die sich bei Ausbruch des Krieges noch !m Lande befanden, verübt wurden. Zweifellos sind, besonders in Brüssel, auch tatsächlich Ausschreitungen vorgekommen, die überaus häßlich, ja, gemein genannt werden müssen. Doch ist es gut. von gewissen Uebertreibungcn, die sich hier und da bemerkbar gemacht haben, abzusehcn.
Einer unserer Mitarbeiter, der erst in der Nacht vom 6. zum 7. August, mit dem letzten Zuge, der überhaupt Deutsche über die Grenze schaffte, aus Brüssel fortkam, hat uns eine lebendige Schilderung der Vorkommnisse gegeben, die folgendes Bild zeigt:
Es ist richtig, baß es in der Stadt, besonders in den Nordvierteln, zu schweren Ausschreitungen des Pöbels kam. Deutsche Lokale, die „Esplanade" und „Krokodil" wurden buchstäblich demoliert: das „Hotel de Berlin" wurde von einer aufgeregten Menge mit Steinen beworfen, weil es auch «ln Schild mit der Aufschrift „Berliner Hof" tniq. Bürgcrgardistcn standen hier und sahen zu. ohne einzngrcifcn. Deutsche GcschästSinhaber wurden gezwungen, binnen weniger Stunden ihr Gut und Geschäft zu ver-
Afraja.
Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 34
„Steh still!" rief Olaf. „Was war's? Wo ist Marstrand?"
„Der Bär!" schrie der Schreiber — „er hat ihn zerrissen."
„Und du, feiger Mann, du läufst davon!" antwortete Olaf, ihn zurückstobend. „Schande über dich!" Mit diesen Worten sprang er den Talrand hinunter, um den verlassenen freund zu helfen oder ihn zu rächen. Mehrmals rief er mit aller Kraft Marstrands Namen, und hörte endlich zu seiner Freude eine Stimme antworten. — Wo der Strom einen weiten Bogen machte, lag ein fast ebener Grund, der von drei Seiten durch einen zerklüfteten überhangencn Fels wie von Mauern umschlossen war. Dichtes Birkcngestrüpp, wilde Ranken und junge Tannen umwuchertcn die Höhlungen, der freiere Raum davor war mit jung aufschießendcm Gras bewachsen, und in der Mitte desselben fand Olaf Marstrand auf sein Gewehr gestützt stehen. Mit einem Blick sah er, was hier vorgefallen war. — Zu Marstrands Füßen lag ein gewaltiger Bär in seinen letzten Zuckungen. Blut floß über seine schwarze Zunge und strömte aus der Todeswunde. Ter wackere Olaf schrie laut auf und schüttelte Marstrands Schulter mit rücksichtsloser Heftigkeit. „Meiner Treu!" schrie er, „der feige Schreiber mochte immerhin davonlaufcn, du hattest ihn nicht nötig; hast genau die rechte Stelle gefunden, wo das Luftloch für das zähe Leben eines Bären gemacht werden muß. Der aber, weiß es Gott! gehört zu den größten und stärksten, die ich je gesehen habe." — Er maß die Körperlängc des Tieres mit neuer Bewunderung, unter Lob- sprllchen und Geschrei nach Helgcstad, der auch endlich herbeikam und Paul Peterscn führte, welcher eine entschuldigende Beschreibung des Vorganges jetzt mit vieler Fassung gab. Er war mit Marstrand bis auf diesen Plan gekommen und näherte sich ohne Ahnung dem Felsen, als er plötzlich dicht
lassen, ohne das cs ihnen möglich war, etwas von ihren Habseligkeiten zu reiten. Ja, cs kam vor, daß Frauen auf die Straße gejagt wurden, ohne daß sie sich nur fertig anklciden konnten. An 400 Personen, die sich in der Hoffnung, einen Zug zu erreichen, in der Nacht zum Dienstag auf dem Bahnhof eingesunden, wurden für 4 Stunde» in Haft genommen. Ein Kellner mußte l'A Tage iii Hast bleiben, weil man in seinem Koffer «i„ Tolchmcsscr gefunden hatte. Ein Deutscher wurde von einem Posten erschossen, weil er auf dreimaligen Anruf: „Hände hoch!" nicht gehört hatte. Der arme Mensch verstand kein Wort Französisch und wußte deshalb gar nicht, was von ihm verlangt worden war. Allgemein erzählte man sich auch, daß Deutsche fälschlich als Spione verhaftet und erschossen worden wären. Vielfach vergriff sich auch der Straßcnpöbel an Deutschen; sie wurden angchalten, beschimpft und teilweise schwer mißhandelt. Das Gerücht, daß «in deutscher Mctzgcrmeister regelrecht massakriert worden sei, wurde von Leuten erzählt, die wenigstens erklärten, selber Augenzeugen gewesen zu sein. Eine weitere Gewähr für seine Wahrheit konnte unser Gewährsmann nicht geben. Was inzwischen manche deutsche Blätter über andere Greuel erzählt haben, ist wohl nicht voll aufrecht zu erhalten. Ein von einigen Organen als Opfer eines feigen Mordes hingestellter Deutscher fuhr sogar mit unserem Gewährsmann im gleichen Zuge über die Grenze. Tie Aufregungen riefen bei mehreren Frauen Wahnsinnsanfälle hervor.
Es darf übrigens nicht verschwiegen werden, daß man auf her deutschen Seite auch nicht ganz schuldlos war. In Ostende, von wo unser Mitarbeiter nach Brüssel kam, hatte der deutsche Klonsularbicnst einigermaßen versagt, so daß die Abreise zu spät erfolgte. Als der Ausbruch der Feindseligkeiten vor der Tür stand, hielt cs ein Trupp deutscher Reservisten, der vom Brüsseler Bahnhof aus nach der Heimat befördert werden sollte, für angebracht, laut und herausfordernd die „Wacht am Rhein" und „Deutschland, Deutschland über alles" zu singen, auch Rufe auszustoßcn wie: „In drei Tagen sind wir wieder hier", usw. Ein deutsches Geschäft steckt in der erregten Zeit wie zum Hohn die deutsch« Fahne heraus. Wenn Klagen laut wurden, daß Geschäftsinhaber ihre deutschen Angestellten so rigoros aus die Straße gesetzt hätten, so ist zu bemerken, daß auch die deutsche Firm» Leonhard Tietz in Antwerpen ihre Auge st c l l- t e n ohne Entschädigung Hals über Kopf vor die Tür fetzte, dann jhrc Waren der belgischen Regierung zur Verfügung stellt« und sich so ihre Wcitercxistcnz erkaufte.
Endlich muß hervorgehoben werden, daß es doch nur Ausnahmefälle waren, in denen deutsche Staatsangehörige wirklich mißhandelt wurden. Und dem steht gegenüber, baß die Bedrohten doch auch vielfach bei den Belgiern Schutz und Entgegenkommen fanden.
Unterkunft boten den Deutschen das „Katholische Vcrcinshans", die „Deutsche Bank" und vor allem ein Gebäude gegenüber dem bereits geschlossenen deutschen Konsulat, das einer Bank gehörte, in deren Direktorium auch ein Deutscher saß. Hier hatte der deutsche Botschaftssekretär Gläser im Verein mit einem Komitee zunächst eine leerstehende Etage zur Aufnahme der Deutschen belegt. Das Haus stand unter dem Schutze des amerikanischen Botschasters und wurde von den belgischen Behörden bewacht. Unter irgendwelchen Ausschreitungen des Pöbels hatte es nicht z» leiden. — Schon am Dienstag drängten sich nun in den 4 Zimmern jener Etage, auf den Treppen und im Hof an G00 Menschen; sie schliefen auf dem blanken, mit Zcftungspapicr belegten Boden: viele mußten stehen, da einfach kein Platz mehr zu Niedcrlegen war. Das wurde in den folgenden Nächten noch schlimmer, da immer neue Flücht- linse ankamen, so daß schließlich anderthalb tausend Menschen versammelt waren; es half auch nicht viel, baß nun noch eine zweite, gerade leerstehende Etage ohne lange zu fragen dazu genommen wurde. E? war eine entsetzliche Lage — alles dicht gedrängt, nebeneinander viele Stunden lang Männer, Frauen und schreiende Kinder. Die Luft war zum Ersticken. Erst am Donnerstag abend schlug die Stunde der Erlösung. Unter Geleit der Bürgergarde wurden die Versammelte» in einzelnen Zügen zum „Elrque Royal" gebracht, wo sich auch die Deutschen aus dem „Katholischen DcrclnshauS" und der „Deutschen Bank" cingefundcn hatten, und um 3 Uhr nachts fand der Transport zum Bahnhof statt, von wo 5 Uhr früh die Züge nach Holland abgingen.
Di« innere Organisation der geschilderten Flüchtlinaskolonie war das Werk von Deutschen, die dabei — besonders der schon genannte KonsulaftoSsekrctär Gläser und der Kunstmaler Gärtner — außerordentliche Aufopferungskraft bewiesen. Aber belgische Behörden wie Privatleute zeigten sich doch dabei vielfach hilfreich und zuvorkommend. Tic Kutscher der öffentlichen Fuhrwerke stellten sich den verfolgten Deutschen jederzeit zur Verfügung. Kaum einer tat soviel für die versammelten Flüchtlinge, wie ein Belgier namens Vanderweghc, der Portier in dem von dem Kousulatssekretär belegten Hause: er war unermüdlich, um Einkäufe zu machen und alle Wünsche der Flüchtlinge zu erfüllen. Tic das Haus bewachenden Bürgcrgar- distcn verhielten sich durchaus angemessen. Als zwei höhere Polizeibcamte kamen, um die Räume zu inspzieren, waren sic wirklich ergriffen und beeilten sich, die Ucbcrsicdelung nach dem geräumigen „Eirque Ropal" anzuorduen. Die umfassendsten Maßnehmen wurden getroffen, damit diese Ncberficdelung ungestört stattfinben konnte. Alle Straßen waren abgespcrrt, 199 Mann
hinter sich ein tiefes Brummen hörte und umblickend den Bären gewahrte, der seinen gewaltigen Kopf aus dem Gestrüpp steckte, gleich darauf aber auf den Hinterbeinen stand, lvie solch Tier jedesmal tut, wenn cs seinen Angriff beginnt.
„Ich schrie laut auf," sagte Paul, „griff nach meinem Gewehr und schoß. Daß ich nicht gefehlt habe, beweist die Wunde an Kopf und Hals. Aber er war nicht tot. Er stieß ein furchtbares Gebrüll aus, während ich lief, um Hilfe zu suchen, und es Marstrand überließ, ihn völlig zu töten."
„Das hat er wirklich getan," fiel Olaf spöttisch ein, „obwohl du ein Held ohnegleichen bist."
Helgestad hinderte Streit und Vorwürfe, indem er dem Schreiber recht gab, zugleich aber Marstrand allen Ruhm zusprach. „Leib und Leben an ein nichtsnutziges Geschöpf zu setzen," sagte er, „das in jetziger Jahreszeit nicht einmal einen guten Braten liefert, da es mager und zähe ist, wird kein vernünftiger Mann gutheißen. Nutz! hat der Herr alles zum Guten gewendet, wenn es einem aber zukam, sich an das Ungetüm zu machen, so mußte es Johann Marstrand sein, dessen Kühe dafür künftig hier uni so sicherer weiden können." — Mit dieser Wendung war die Sache beigelegt, und es blieb nur übrig, in die Hütte an den Fjord zurückzukehren und den erlegten Feind dorthin schleppen zu lassen, was wenigstens mit seiner Haut und seinen besten Stücken geschah, denn kaum hatten die Holzfäller die Mähr vernommen, als sic eifrig sich dabei machten, um die gute Beute vor Füchsen oder Wölfen in Sicherheit zu bringen. Nach wenigen Stunden schon kochte das Bärenslcisch im größten Kessel, und Marstrand war gezwungen, die Geschichte ein halbes Dutzendmal zu wiederholen und eben so oft seinen Sieg mit Händeschütteln und Gesundhcittrinkcn zu bekräftigen. Das Freudenmahl währte den ganzen Abend über, einen wirklichen Vorteil aber gewährte es Marstrand, daß Paul Petersen merklich stiller und bescheidener geworden war. Teils infolge der über- standcnen Angst, teils aus Furcht vor Olafs Spott fand er am geratensten, so viel als möglich zu schweigen und sich eben
Bürgergakbe geleiteten jeden Zug. In dem Zirknsgebäude, da» eine Abteilung Chcisscurgardisten zur Unterkunft dient«, wurde von diesen tu geradezu rührender Weis« für die erschöpften Frauen und Kinder gesorgt. Man holte ihnen Milch und teilte die Portionen mit ihnen. Auch auf dem Transport nach dem Bahnhof in der Nacht hatten die Flüchtigen über nichts zu klagen.
Es handelt sich eben doch nur um Ausschreitungen eines gewissen Teiles der Brüsseler Bevölkerung, der über die vom Reichskanzler selbst ja offen zugegebcncn Verletzung der Neutralität Belgiens durch Deutschland aufs höchste erregt war und dieser Erregung in häßlichster Weise Ausdruck gab.
Die Mehrzahl der Bevölkerung, gewiß auch aufs änßerste er. bittert, hielt sich überdies doch zurück. Und der P c u p l e, das sozialistische Organ der belgischen Arbeiter,
n a h m a u f s s ch ä r f st e S t c l l u n g g e g c n d i e erfolgten
Ausschreitungen. — wie natürlich alle denkenden Ar- beiter üb«r di« Vorgänge in Belgien entrüstet sein werden.
Ter Dank der Russe«.
Einc Anzahl Russen, die augenblicklich kriegsgefangen irr Lindau ant Bodensee weilt, gibt durch die dortige Presse fol- gende Erklärung ab: Ucbcrall auf deutschen: Boden und besonders auch in Lindau, wo wir uns seit dem Ausbruch des Krieges befinden, ist uns seitens der Behörden die humanste und vornehmste Behandlung zuteil geworden, wie uns auch die Bevölkerung in taktvollster Weise entgcgcnkommt. Wir sprechen dafür den Behörden wie auch der Bevölkerung unseren ticfempsundenen Dank aus.
Französischer Dank.
Das neue Wiener Tagblatt veröffentlicht eine Zuschrift zlöcier in Wien lebender Franzosen, in welcher diese im Nanicn ihrer in Wien lebenden Landsleute ihre Trauer über die Verfolgung der Oesterrcicher in Frankreich aussprechen, und dies umsomehr, als die Mitglieder der französischen Kolonie in Wien sich stets aller Sympathien zu erfreuen hätten. Schließlich wird den Ocsterreichern für ihre edelmütige Haltung Tank und Bewunderung und Verehrung ausgesprochen.
Zum Sinke» gebracht.
Das Allgemeine .Handelsblad meldet aus Rotterdam: Der
niederländische Dampfer „Aleon" ist nicht, wie anfänglich angei nommen wurde, infolge eines Unglücks, sondern wie sich jetzt hcraust stellt, von der russischen Flotte in der Ostsee zum Sinken gebracht worden. ES ist die Mutmaßung gerechtfertigt, daß die Russen doS Schiss zu irgend einem Zweck gebvauchten, es also einfach Wegnahmen, um es, nachdem die Mannschaft in Sicherheit gebracht war, sinkeni zu lassen.
Amnestie.
Das hessische Ministerium der Justiz hat eine Verfügung an die Gerichte und Staatsanwaltschaften erlassen, in der im Hinblick aus die wirtschastlichen Schwierigkeiten, die der Krieg mit sich bringt, weitere Gnadcncrwcisc in Aussicht gc- noinmen werden. Der weitere Gnadenakt soll sich nicht bloss aus rechtskräftig erkannte Strafen, sondern, wenn auch nur' aiistiahmslucisk, auch ans noch anhängige Strafsachen erstrecken. Auch Polizei-, Feld- und Forststrafsachcn sind nicht ausgeschlossen. Tic Vorschläge, welche rechtskräftig erkannte Strafen betreffen, haben von den Strafvollstreckungsbehörden nach Benehmen mit dem Erkenntnisgericht, die Vorschläge, welche noch anhängige Strafsachen betreffen, von den Gerichten nach Benehmen mit der Strafverfolgungsbehördc auszugehen. Die Entschließungen Über die Vorschläge sollen; möglichst beschleunigt werden.
Die Württcmbcrger b«! Mülhausen.
Das Württemberg! sehe Kriegsmimsterium teilt der Presse mitj daß an den König folgende Depesche eiugelausen ist:
Das 8. württembergische Infanterie-Regiment Nr. 126 Hai bei Mülhausen 2 Feldgeschütz« des 4. französischen Feldartillerie-Rogi-, nients erobert. Ferner hat bei den erfolgreichen Gefechten der letzten Tage das 2. Bataillon des 19. württembergischen Infanterie- Regiments Nr. 189 mt entscheidender Stelle mit hervorragender Entschlossenheit und Tapferkeit «tugogrissen und den Gegner ztrvück- geworfcn.
(cisetibayttattstttätsr vor den» Kriegsgericht.
Bor dem Kriegsgericht in Schweidnitz standen di« aus der. Untersuchungshaft vvrqeführten Russen, der 24jährige Josef Surmacz aus Meirane, der 18jährige Michael Mroz aus Korzuw und der 21jährige Johann Sielma unter der Anklage, den Versuch unternommen zu haben, eine Eisenbahn zu zerstören, um dadurch dew Aufmarsch der Truppen aufzuhaltcn. Tie Angeklagten waren früher
so wenig einzumischen, als Helgcstad mit Marstrand vor der Hütte ans- und abging und ihm nochmals alle Vorzüge dieser Niederlassung schilderte. „Wißt nun auch," sagte er zuletzt, nachdem ihm der junge Ansiedler in den meisten Behauptungen beigepflichtet hatte, „daß wir durch Paul Petersen das Ding in Ordnung bringen können, ehe ein Mensch davon wissen kann. Glauben die Narren nicht alle mehr, daß der Baisfjord keine Fische nährt, weil Jubinal ihn seinem Volke gegeben hat. Seht die grünen Streifen dort im Wasser, da steht Hering: Schwärme von jungen Seyfischen spielen an den Steinen, und Lachse springen ans allen Stellen. Gehört aber auch zum Fjord die flache Insel Strammen an der Meeres- straße dicht vor Tromsö, und diese wichtige Insel muß Euch verschrieben werden."
„Ist das nackte Eiland denn so wichtig?" fragte Marstrand.
„Ruh!" rief der Alte den Kopf schüttelnd, „das ist das beste Stiick vom Ganzen. Seid ein Mann, der klar zu sehen verlieht, müßt bemerken, daß kein Schiff nach Tromsö kann, das nicht dicht vorübcrfährt. Ist der beste Platz zu einer Niederlage. Habt damit auch den Fischfang in der Ström- nng und im ganzen Sunde. Ist eine Stelle, wo die Steine Silber werden, wenn man cs versteht; könnt von dort mäch- tigcn Holzhandel treiben nach allen Seiten hin bis nach Nordland hinauf und weiter."
„Im Ernst, Herr Helgestad," erwiderte Marstrand, „ich habe dennoch verschiedene schwere Bedenken, die Olaf mir verstärkt hat." -
„Weil sein dicker Kopf nicht denken kann", versetzte der Kaufmann. „Ihr meint das Geld — seid darum ruhig. Habe einc gute Anzahl Spezies für Euch liegen, wenn cs nicht reicht, wird mehr da sein. Fangt an, wenn Ihr wollt; könnt zehntausend haben, sobald wir von Bergen wieder kommen."
„Gegen welche Sicherheit?" fragte der junge Mann, lFortsetzung folgt.)


