Ufii'ffcllflfltc narf; einer negen feilte Ehefrau wegen Beleidigung durch- Sicfüljrte» SchöiiengerichtsvcrhandI»ng uns der Landgrascnstraßc Helcidigendc Acußcrungen gegen das Gericht und gegen Zengen getan und war deshalb mit >i Mark Strafe belegt worden. Gr erhob dagegen Widerspruch, so das; die Sache zur Hauptvcrhandlung kam, Drei Personen, die z» dieser Hauptvcrhandlinig als Zeugen geladen traren, suchte Noll nun zu verleiten, unter Gib onszusagen, daß sie von den beleidigenden Acußerungcn nichts gehört hätten, Tie Bc- iveisausnahme siel siir den Angeklagten ungünstig ans. Das Gericht erkannte ans ein Zahr zwei Monate Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust. Diese surchtbare Strafe zog sich der Mann wegen der sechs Mark zu. Wegen der gleichen Sache haben sich auch noch andere Personen vor Gericht zu verantworten,
Ter Grosiherzog zieht ins ,feU>. Wie die Tarmstadter Zeitung rnitteilt, hat der Grobherzog von Hesse» dein Kaiser telegraphisch den Wunsch zu erkennen gegeben, iiis Sjfeli) zu rucken, um seinen Truppen nahe zu sein, Ter Kaiser hat dieser Absicht zngestimmt und wird demnächst durch besonderes Handschreiben weitere Bestimmungen siir die Zeit unmittelbar nach Beendigung der Trnppen- itranspvrtc in Aussicht stellen,
— Grobe Unvorsichtigkeit. Am Eisen bahn dämm in der Westanlage kann man täglich beobachten, daß Kinder, angelockt durch Gesang und Geschrei der Soldaten aus den Militärzügen, ans den Tamm hinansklettern und sich dicht neben die Geleise stellen. Wie leicht kann da ein Unglück passieren und ein Kind überfahren werden. Alle Ellern sollten die Kinder eindringlich vor solchem Unfug warnen; wird ein Kind verletzt, so haben die Eltern die Last und Kosten. — Bei dieser Gelegenheit machen wir übrigens nochmals Darauf aufmerksam, dasi der Ansschub für Kinderfürsorge gerne Kinder bis 1k Zähren in Obhut nimmt »nd ihnen Beschästi- gnng und Unterhaltung gewährt. Wir hören, dasi von dieser Einrichtung verhältnismäßig wenig Gebrauch gemacht wird,
— Der Holzarbeiterverband zahlt an die Familien, deren Ernährer zur Zahne eingerllckt ist, eine wöchentliche Familienunter- ftützung. Erstmalig wird dieselbe nächsten Sonntag in der Zeit von vormittags 10—12 Uhr im GewerkschaftShans ansgezahlt, Tie Unterstützung wird nur an Erwachsene abgegeben,
— Schonet die Pferde! Zn dieser harten Zeit haben die für den Erwerb übrig gebliebenen Pferde besonders viel Arbeit zu leisten! Dazu kommt die große Hitze, Man kann den armen Tieren die Arbeit erleichtern, wenn man bergauf jm Schritt sährt: bergab das Fuhrwerk gut bremst: beim Ansenthalt die Tiere möglichst in den Schatten stellt: ein Gefäß zum Tränken mitnimmt, damit die durstenden Tiere während der Arbeit mal erfrischt werden können, Jedermann achte daraus, daß die Tiere nicht unnötig gequält werden I Wie oft wird vergessen, die Bremse zu lösen! Schonet die Pferde, damit sie leistungsfähig bleiben,
— Kriegssürsorge der Znvaliden- und Hinterbliebenenversiche- rung, Für Maßnahmen zur Krankenpslege, zur Verhütung von Seuchen usw, hat der Vorstand der Landes-Verficherungsanstalt lGroßh, Hessen zu Tarmstadl dem Hessischen Landesverein vom Roten Kreuz erstmalig 10 0C0 Mark zur Verfügung gestellt,
— Altenbuseck, Am Sonntag Nachmittag Punkt %3 Uhr findet lim Vereinslokal eine Mitgliederversammlung des Volksver- « ins statt, zu der alle Mitglieder erscheinen müssen. Es sind verschiedene wichtige Angelegenheiten z» regeln, weshalb die Anwesenheit aller erforderlich ist, Tie Versammlung beginnt pünktlich!
Kreit Wetzlar.
l>. Von der letzten Stadtverordnetensitznng ist noch folgendes tnachzutragen. Als einziger Punkt stand die Einleitung einer Hilfsaktion während des Krieges zur Tagesordnung, Hierzu hatte unser Genosse Beck einen Antrag gestellt, SO 000 Mark vorlänsig zu de» Milligen, während der vaterländische Frauenverein 50 000 Mark forderte. Nach reichlicher Aussprache werden beide Anträge verschmolzen und insgesamt 50 000 Mark einstimmig bewilligt, zu Deren Verwendung ein gemischter Ausschuß aus Stadtverordneten und Bürgern bestimmt wird, Znteressant war die Bekanntgabe des Bürgermeisters, daß er zu einer Vorbesprechung über die zu erwartende Notlage die hiesigen Kauslente und Nahrungsmittel- Händler geladen habe, die Bäcker-Innung aber nicht erschienen fei. Daraus erläßt genannte Innung eine Erklärung, wonach sie keine Einladung erhalten und wir können hinzufügen, daß der größte Faktor am hiesigen Platze, der Konsumverein, auch nicht geladen war. Sonderbar Herr Bürgermeister!
h. Aufgehobenes Verbot, Der kommandierende General von Schenk gibt laut Amtsblatt in Wetzlar vom 13, August 1011 amtlich bekannt, daß Militärverbote siir Wirtschaften im .Korpsbezirk (also auch Kreis Wetzlarl ansgehobeu sind, Na also!
— Oberbiel bei Wetzlar. Sehr eilig. Das hiesige Lahn- Merk hat unmittelbar nach der Mobilmachung seine Pforten geschlossen, War dies wirklich notwendig Herr Patriot Herwig?
h. Steigende Wirtschaflskrlsis. Seit gestern hat auch das Walzwerk „Karolinenhiitte" hier den Betrieb eingestellt. Daraus wird
die Wehlarer Handelskammer ersehen, daß ihr Aufruf, betreffend Bereitung von Arbeiter-Entlassungen, wenig fruchtet.
Telegramme.
Keine Gefährdung des Nordseeverkehrs durch deutsche Minen.
Amtlich wird entgegen einer Meldung des englischen Forcing Office vvn Berlin bersichert, das, keineswegs i» der Nordsee deutsche Kontaktmincn gelegt worden seien, sondern nur in unmittelbarer Nähe der englischen Küste.
Ein bischöflicher Aufruf an die Polen.
Ter Bistnuisverweser der Tiözöscn Posen und Gnescn erließ soeben einen Aufruf an die Geistlichkeit und an die katholischen Gläubigen dieser meist aus Polen bestehcudcn Tiözöscn, in der cs dem Sinne nach n. a. heißt: In ganz Mitteleuropa lodere die Kricgssackcl, angesacht durch die russische Regierung, unter deren Grausamkeiten das polnische Volk in rcligöscr und nationaler Beziehung über 100 Jahre lang Schreckliches gelitten habe. Diese der katholischen Kirche und der polnischen Nation feindliche Negierung habe in hinterlistiger Weise Europa in einen feurigen Kricgshcrd verwandelt und den deutschen Kaiser gezwungen, zu den Waffen zu greisen. Er, der Bischof, wisse wohl, daß wegen der bisherigen Ausnahmegesetze Preußens das Vertrauen der Bevölkerung von Posen zu der dortigen Regierung vermindert sei. Er wisse aber auch, daß der polnischen Bevölkerung der beiden Diözesen das Gefühl der unbedingten Pflichterfüllung gegen die von Gott gesetzte Obrigkeit nicht geschwunden sei.
Die Polen mögen sich als würdige Söhne einer ritterlichen Nation zeigen. Tie im Felde stehen, mögen ihre Pflicht erfülle», nnd die Zurückbleibcndcn mögen sich ruhig verhalten nnd daraus vertrauen, daß später der Frieden ihnen die Erfüllung ihrer gerechten Forderungen bringen werde, wofür alle Anzeichen vorhanden seien. Man möge herum- ziehenden Agenten kein Ohr leihen und daran denken, daß das deutsche Heer auch den leidenden polnischen Brüder» jenseits der Grenze Befreiung bringen werde.
Vereinskalender.
SamStag, 15, August.
Lauterbach, Sozialdemokratischer W a h l v e r c i n. Abends 9 Uhr Mitgliederversammlung bei Gastwirt Schramm. Sonntag, 10, August,
Arbeiter-Turnerbund, Ten Vereinen diene zur Kenntnis, daß die auf Sonntag, 16, Angnst, nach Frankfurt einberufene Konferenz hessischer Vereine nicht stattsindet, _
Verantwortlicher Redakteur: F, Vetters, Gießen.
Verlag von Krumm & Cie,, Gießen,
Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G, m, b. H„ Osfenbach a, M,
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Abgabe eines kräftigen Mittagessens nn bedürftige Fanulicn-Aiigchörige der Kriegsteilnehmer geschieht kostenlos, tätlich mittags non 12 bis 2 Uhr. Anmeldungen müssen im gleichen Lokal nm Abend vorher zwischen 6 und 8 Uhr erfolgen, nnd werden Marken abgegeben, die zum Empfang je einer Portion berechtigen. Teller nnd Löffel sind nntzubringen.
Gleichzeitig richten wir an die Bürgerschaft die herzliche Bitte, diese WohMigkcits- Anstatt durch Ucbcrscndnng non Nahrnngsmittetn zu unterstützen.
Hilfe ist dringend nötig!
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