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und Gemeinheit unserer Feinde darum mit dem psalmisten auch unmittelbar weiter sprechen: „Gelobt sei der Herr, daß er uns nicht gibt zum klaub in ihre Zähne! Unsere 5eele ist entronnen wie ein Vogel dem Strick der Vogelstellers; der 5trick ist zerrissen, und wir sind los. Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat!" — So ist es bisher gewesen in deutschen Landen, so soll es weiter bleiben: aus dieser Gewißheit innigster Verbunden­heit unseres ganzen Volks mit dem lebendigen Gott schöp­fen wir die Rraft innerster Zuversicht, daß unser auch end­gültig der Sieg sein wird.

Auf den Spuren altgriechischer Kultur.

Ueiseerinnerungen von Geh. Gberkonsistorialrat v. lv. petersen in Varmstadt.

(Fortsetzung.)

Der Himmel war dustigblau und angenehmer Duft er­füllte die Luft, hier und da eine alte noch heile oder verfallene Rirche, ein einsames Haus, mit flachem Dach, Ueiter auf Esels- rücken, spärliche Herden, die an den Bergen hinaufkletterten. Das Schönste waren immer die vereinzelten uralten Del- bäume, die ihre lvurzelkrallen in den Loden eingegraben hatten und wer weiß, wie viele hundert Jahre alt waren. Rn einem alten Brunnen tranken unsere Pferde, dann ging es steil bergan nach dem Tempel, den wir nach 2Vrstündigem Ritt erreichten. (Ein herrlicher Rundblick belohnte uns für alle Mühe, ein Blick hinein in die Welt der Rpkladen: Milo, Rimolo, Siphano, Serpho, Thermia, 3ea, hagios Georgios, Gaidaronisi, die Gcha auf Tuböa mit ihrem Natterkopf und das attische Land lagen vor uns in weitem Umkreis. Daran reihten sich die Isthmusberge, Salamis, im Rücken Reginas höchster Berg, früher der ponhellenios, jetzt der hagios Ilias, eine stolze höhe von 500 Metern. Zu unseren Füßen eine reizende lauschige Inselbucht. Mit den bloßen Rügen, besser noch mit dem Fernglas sehen wir jenseits des saronischen Busens Piräus und Rthen und zwar in allen Einzelheiten bis auf das Froschmaul, an dessen Fuß unser Wohnhaus liegt. Ts lag alles wie ein reizendes Puppenspielzeug weißleuchlend in der Sonne. Das Schönste des Schönen war wiederum die Rkropolis, ein Blick, den, vielleicht sich zum Rerger, die alten Regineten vor Jahrtausenden auch hatten. Man konnte sich an dieser herrlichen Landschaft nicht satt sehen, deren Schön­heit man gesehen haben muß, um sie zu begreifen. Der Rthene- tempel selbst, oder vielmehr seine Ruinen, bestehend aus dem Unterbau und 20 monolithen Tuffsäulen, deren Stuckverklei­dung natürlich längst bis auf wenige Spuren vergangen ist, im dorischen Stil macht einen etwas gedrückten Eindruck. Die Giebelskulpturen, die berühmten Regineten im Rampfe mit den Troern, sind jedem Deutschen in der Glyptothek in München zugänglich, auch ich hatte sie auf meiner Reise nach Rthen gesehen und freute mich nun, ihren ursprünglichen Standort kennen gelernt zu haben. Ich nahm ein Stück vom Tempelboden mit, als etwa 2300 Jahre! Wir konnten uns nur schwer trennen, doch mußte es sein.

Ruf einem anderen Wege ritten wir talwärts, vor uns den heiligen Ilias und den Hauptbergzug, das Rückgrat der Insel, dessen Rbhänge terrassiert mit Rckerland, wogenden Gerstenfeldern und goldigen Weingärten den schönsten Ein­druck machten. Im Tal ging es durch Gerstenfelder mit hoch­roten Mohnblumen und sonstiger reicher Flora. Die Früh­lingsabendkühle erinnerte an die Heimat. Rechts hoch auf einem Berge lag eine verlassene, mittelalterliche Stadt mit ver­

ödeten Rirchen und Häusern, die zu hoch lag, als daß wir sie noch hätten besuchen können. Dreiviertel Stunden vor der Stadt tat sich vor uns der Golf auf und die Wasserstraße zwi­schen Regina und dem Peloponnes lag vor uns im Rbendrot. Reine Welle trübte den glatten Spiegel. Stolz ragten Me- thanas schroffe Felsen wie eine Burg ins Meer hinaus, rings­umher lagen die Felseninseln im rötlich leuchtenden Wasser verstreut. Beim Dunkelwerden zogen wir in die Stadt. Un­serer wartete ein großes Mahl mit endlosen Gängen. Den Gastfreund nicht zu erzürnen, mußte man seinen Magen ver­gewaltigen. Die Trinksprüche nahmen kein Ende, dazwischen Rufnötigen saftiger Bissen durch den Sohn des Hauses, Rn- bieten der gefürchteten grauen Delbrühe auf den Fisch usw. Papa Rlipheri wurde nicht müde, es auszusprechen, wie er sich durch den Besuch geehrt fühlte. Rlle Gäste, das ganze Haus, die Rönigliche Familie, mein Weib und Rind, die Rn- wesenden und Rbwesenden wurden betoastet und die Ehrlich­keit jedes Toastes mit einem ganzen Glas des schrecklichen bitteren Weins dokumentiert. Die Unterhaltung mußte von dem Rrchäologen und mir geführt werden, die anderen stachelten uns schadenfroh immer wieder zum Gespräche an, dazwischen auf Deutsch ihre ungenierten, weil nicht ver­standenen Rlagen über das Uebermaß der Speisen, Einspruch gegen zugemutete Portionen, Lobreden auf die Gastfreund­schaft, Standreden des Wirtes an mich, so daß ich aus der haut hätte fahren mögen, wenn ich es nur nach solchem Mahl hätte tun können. Endlich war das Ende erreicht. Zur wei­teren Unterhaltung fühlten wir uns bald außerstande. Da fingen wir denn an, deutsche Lieder zu singen. Da verstand der Gastfreund unser verlangen nach Ruhe: es wurde gute Rächt gesagt, meine drei Reisegefährten bekamen zusammen eine Stube, ich eine andere für mich allein mit einem etwa vierschläfrigen Bett. Das Haus war reinlich, keine Wanze störte die nächtliche Ruhe. Beschwerten Leibes wachten wir am nächsten Morgen auf. _ (Fortsetzung folgt.)

Lin pfälzischer Musikant.

Erzählung von Heinrich Bechtolrheimer.

(Fortsetzung.)

13.

Leicht und froh flössen mir die nächsten Wochen dahin. Ich hatte neuen Mut zur Rrbeit und nahm alle meine Rräfte zusammen, um mich in der Musik auszubilden. Sie war nun einmal mein Lebensberuf, und auf meine musikalische Tätig­keit gedachte ich mein Haus zu bauen.

Ich sah Lina sehr oft. Die Herrschaft meiner Braut er­laubte, daß ich jeden Tag in das Haus kommen durfte. Meist saßen wir in den Rbendstunden zusammen auf einer Bank in dem großen Garten, der hinter dem Hause lag, und schmiede­ten Pläne für die Zukunft. Da die Rurfremden im Rugust mehr und mehr abreisten und im September der Badewörth — so heißt die von den Rrmen der Rahe gebildete Insel, auf der Rurhaus, Rurgarten und die meisten Hotels liegen — mehr und mehr verödete, so fielen die Rbendkonzerte häufig aus, was mir und meiner Braut nicht unlieb war. In dem Garten, in dem wir saßen, war alles Reife und Fruchtbar­keit. Gbst glänzte von den Spalieren entgegen und hing in dichter Menge aus den Bäumen, die Gemüsebeete waren über und über besetzt, und Blumen mancherlei Rrt, wie sie der Spätsommer bringt, grüßten uns in bunter Farbenfülle. Rn den Sonntagen gingen wir vormittags zusammen in die Rirche und waren abends entweder bei der Familie Heinz oder der Familie Machmer.