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Mädchen, das ein sauberes Hauskleid und eine weiße Schürze trug, vor mir stehen. Sic trug die haare schlicht gescheitelt, Freundlichkeit und Güte leuchteten ihr aus den klugen. (Fortsetzung folgt.)

Kleine Mitteilungen.

Bei dem starken Kirchenbesuche, der erfreulicherweise in dieser Zeit in der Johanneskirche herrscht, ist oft zu be­obachten, daß Kirchenbesucher, die kurz vor Beginn des Gottes­dienstes kommen, keinen guten Platz mehr bekommen und entweder in der Vorhalle stehen müssen oder daß ältere Damen und Herren auf den für sie unbequemen Klappstühlen sitzen müssen, während in den vorderen Bankreihen und nahe am klltare, auf den dort aufgestellten Stühlen noch gute Sitzplätze zu haben sind. Es sei deshalb an unsere Kirchen­besucher die freundliche Bitte gerichtet, später Kommende auf diese Plätze hinzuweisen, und die jüngeren Gemeindeglieder seien gebeten, auf den Klappstühlen Platz zu nehmen, damit die bequemeren Plätze für die älteren Gemeindeglieder frei werden.

Jetzt in der Kriegrzeit machen sich wieder der Unfug und die Dummheit, sogenannte Kettengebete zu versenden, be­merkbar. vor uns liegt eine Postkarte, die von einem ano­nymen klbsender herrührt und auf der einen Leite folgenden Inhalt hat:vorstehenden Spruch erhielt ich zur klbschrift. Jeder, der ihn bekommt, soll ihn neun Tage lang immer einem Bekannten senden ohne Unterschrift. Die Kette darf nicht unterbrochen werden. Ts ist ein altes Gebet, von dem gesagt wird, daß der, der es nicht abschickt, auch kein Glück mehr habe, der es aber tut, am neunten Tage eine große Freude erleben und von allem befreit sein wird." Huf der anderen Leite steht:Tin altes Gebet. G Herr Jesu, ich bitte dich um die Wunden, die du für alle erlitten hast, hilf uns vom Bösen und wohne in allen bis in Ewigkeit. Umen." Ferner wurde einem hiesigen Pfarrer gleichfalls von einem anonymen klbsender in nachlässiger und unleserlicher Hand­schrift ein englisches Gebet gesandt mit einem ähnlichen Zu­satze. vermutlich weiß der klbsender dieses englischen Gebetes noch nicht, daß wir jetzt mit England im Kampfe stehen und daß die ktnwendung der englischen Lprache, wo da; nicht un­bedingt nötig ist, einem Deutschen jetzt keine Ehre einbringt. Möge jeder, der dergleichen Zuschriften erhält, sie ohne lange Ueberlegung in den Dfen oder in den Papierkorb werfen,- denn diese Kettengebete geben nur davon Kunde, daß der Aberglaube in unserer aufgeklärten Zeit noch blüht und daß die Dummen nicht alle werden. Zugleich zeigt uns die Ver­sendung dieser Karten, daß es auch in ernster Zeit noch Leute gibt, die Zeit zu unnützer Betätigung haben. Lehr wenig christlich ist die in der zuerst erwähnten Zuschrift enthaltene Drohung, daß der, der das Gebet nicht abschickt, kein Glück mehr habe.

Zu einem hiesigen Pfarrer kam vor einiger Zeit eine Frau und bat ihn wegen klrbeitslosigkeit um eine Unter­stützung. Lie erhielt, da sie in bedrängter Lage zu sein schien, eine namhafte Gabe, klls sie das Geld in Händen hatte, fing sie an, sich selbst zu rühmen und sagte schließlich:Ja, der Herr Pfarrer X. hat früher einmal zu mir gesagt: wenn Sie Sonntags auch nicht in die Kirche gehen und statt dessen zu Hause bei Ihrem Gesangbuche und Ihrem Ltrickstrumpfe sitzen, dann sind Sie besser als die, die in die Kirche gehen." Uatür-

lich hat der betreffende Geistliche diese kieußerung nicht getan. Ts ist aber ein Zeichen von großer Unverfrorenheit, wenn jemand, der von der Kirchengemeinde unterstützt wird, die Kirchenbesucher in dieser weise schmäht,- denn die Kirchen­besucher sind es, die durch ihre Opfer beim klusgang aus der Kirche Mittel für die Armenunterstützung aufbringen. Im Psalter steht geschrieben: Der mein Brot isset, tritt mich mit Füßen.

Worte zum Nachdenken in der Nriegszeit.

wo dir Gottes Sonne zuerst schien, wo dir die Sterne des Himmels zuerst leuchteten, wo seine Blitze dir zuerst seine klllmacht offenbarten und seine Sturmwinde dir mit heiligen Schrecken durch die Seele brauseten, da ist deine Liebe, da ist dein Vaterland.

wo das erste Menschenaug' sich liebend über deine wiege neigte, wo deine Mutter dich zuerst mit Freuden auf dem Schoße trug, und dein Vater dir die Lehren der Weis­heit und des Thristentums ins herze grub, da ist deine Liebe, da ist dein Vaterland.

kluch die Freiheit ist kein leerer Traum und kein wüster Wahn, sondern in dir lebt dein Mut und dein Stolz und die Gewißheit, daß du vom Himmel stammst.

Da ist Freiheit, wo du leben darfst, wie es dem tapfern Herzen gefällt,- wo du in den Sitten und weisen und Ge­setzen der Väter leben darfst,- wo dich beglücket, was schon deinen Ureltervater beglückte,- wo keine fremden Henker über dich gebieten und keine fremden Treiber dich treiben, wie man das Vieh mit dem Stecken treibt.

Dieses Vaterland und diese Freiheit sind das killer­heiligste auf Erden, ein Schatz, der eine unendliche Liebe und Treue in sich verschließt, das edelste Gut, was ein guter Mensch auf Erden besitzt und zu besitzen begehrt.

Darum auch sind die gemeinen Seelen ein Wahn und eine Torheit allen, die für den klugenblick "leben. Hbcr die Tapfern heben sie zum Himmel empor und wirken Wunder in den Herzen der Einfältigen.

Huf denn, redlicher Deutscher! Bete täglich zu Gott, daß er dir das Herz mit Stärke fülle und deine Seele ent­flamme mit Zuversicht und Mut, daß keine Liebe dir heiliger sei als die Liebe des Vaterlandes und keine Freude dir süßer sei als die Freude der Freiheit.

Bus kirndts Katechismus für den deutschen wehrmann.

kirchliche Anzeigen.

Sonntag, den 27. September, 16. nach Trinitatis. Gottesdienst.

In der Stadtkirche. vormittags 8 Uhr: Professor V. Schian. vormittags 9V* Uhr: Pfarrer Schwabe.

Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Mar­kusgemeinde gemeinsam, klnmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten, vormittags 11 Vr Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe.

In der Johanneslirche.

vormittags 8 Uhr: Pfarrer.Bechtolsheimer.

Zugleich Thristenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lukasgemeinde, vormittags y'/s Uhr: Pfarrer klusfeld.