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denn vor dem Laden auf sie, und wir gingen, wie so oft im letzten herbste und Winter, miteinander den Berg hinauf.
Als wir die letzten Häuser des Städtchens hinter uns hatten und an einem Zimmerplatze vorbeigekommen waren, hing sich Marie in meinen Arm und fing an wie eine (Elfter - in der Pfalz sagt man: wie eine Atzet — zu schwätzen. Ich möge ihr doch nicht böse sein, weil sie sich bei unserem letzten Zusammensein so aufgeregt gezeigt habe. Sie habe sich gerade an diesem Tage über ihre Mutter, die ihr alle schwere Arbeit zumute, ärgern müssen. Ich hätte ganz recht gehabt mit meiner Weigerung, den Mainzer Fastnachtsunfug mitzumachen, und meine Mutter sei wirklich eine brave alte Frau.
Dann erzählte sie, sie sei beinahe vierzehn Tage in Alsenz bei ihrer Goth gewesen und habe erst gestern abend von Nachbarskindern erfahren, datz ich am übernächsten Tage mit meiner Kapelle nach Holland aufbrechen wolle. Da sei sie heute nach Nockenhausen gegangen und habe auf der Straße gewartet, bis ich gekommen sei,' denn sie wolle doch nicht, daß ich fort- gehe und mit ihr böse sei. Sie habe mich wirklich sehr gern und wolle einmal keinen anderen haben als mich. Im herbste, ehe ich zum Militär einrücke, wolle sie sich mit mir verloben. Die lange Nede schloß mit den Worten: ,,Das ist dir doch recht, Peter?"
Wohl dachte ich in diesem Augenblicke, daß Marie doch sehr sonderbar sei vor zwei Wochen hatte sie mich aus dem Hause gejagt und erklärt, sie wolle mit mir nichts mehr zu schaffen haben, und nun versicherte sie mich einmal um das andercmal, ich sei ihr der liebste auf der ganzen Welt. Aber ich dachte noch mehr an die baperischen Tisenbahnaktien und an die ungarische Goldrente ihres Vaters und sah mich im Geiste schon, wenn der Alte einmal in seiner schönen Villa wohnte, wie ich, angetan mit dem Lederschurze, hinter dem Ladentische stand und das Geld durch die Nitze des Tisches in die Nasse einstrich. Indem ich mir diese angenehme Beschäf- tigung ausmalte, sagte ich, meine Begleiterin sanft an mich ziehend: ,,was könnte mir lieber sein? Gelt, Marie, wir bleiben einander treu?"
Sie nickte mit dem Nopfe, und weiter bergaufwärts im Abendwind ging unser weg.
(Fortsetzung folgt.)
Kleine Mitteilungen.
In der vorigen Nummer hatten wir in dem Artikel über den Nlein-Lindener Posaunenchor angegeben, daß Anton Weigel Führer der dortigen Gemeinschaft gewesen sei. Diese Mitteilung beruht auf einer Verwechslung. Anton Weigel war wohl ein treues Glied der Versammlung, aber nie deren Leiter. Der erste Leiter war der Rechner Weigel.
Worte zum Nachdenken.
Tin Pilgrim gedenket nicht zu bleiben im Lande, da er wallet, und in der Herberge, da er über Nacht lieget, sondern fein Herz und seine Gedanken stehen anderswohin. Also seid, ihr Thristen, spricht Gott, nur Fremdlinge und Gäste in dieser Welt und gehöret in ein ander Land und Reich, da ihr eine stete Herberge und bleibende Stadt habt ewiglich.
Dr. M. Luther.
Die zukünftige Herrlichkeit ist nicht etwa eine von außen uns zufallende Nrone, sondern eine innerlich unter heißen Anfechtungen der Twigkeit entgegenreifende Frucht.
In Thristo kann man alles haben. Du seiest, wer du bist, komm nur getrost zu ihm. willst du deine Wunden geheilt haben: er ist dein Arzt. Bist du von Sünden beschwert: er ist deine Gerechtigkeit. Brauchst du Hilfe: er ist deine Kraft. Fürchtest du den Tod: er ist dein Leben. Ambrosius.
Einem Thristen soll und darf nichts unentbehrlich sein als Gottes Wort und dessen Kern und Stern: Jesus Thristus.
Unser Kreuz tragen heißt: die unabänderlichen schweren Dinge unseres Lebens, unter denen Mut und Kraft zu zerbrechen drohen, doch im Glauben an die Liebe des himmlischen Paters nehmen, heißt auf Posten, die verloren scheinen, doch treu aushalten, heißt, auch wenn der Kelch bis auf die Neige getrunken werden muß, doch an Gott nicht irre werden.
Gb wogen auch brausen, ob Stürme auch wehn,
Fest steht die Verheißung: Der Herr wird's verstehn.
kirchliche Anzeigen.
Sonntag, den 26. Juli, 7. nach Trinitatis.
Kollekte für die innere Mission.
Gottesdienst.
In der Stadtlirche.
vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schwabe.
Zugleich Lhristenlehre für die Neukonfirmierten aus der Markusgemeinde, vormittags M/s Uhr: Pfarrer D. Schlosser, vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer D. Schlosser.
Nächstkünftigen Sonntag, den 2. August, wird Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde gemeinsam gehalten werden. Anmeldung dazu wird bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
In der Johanneskirche,
vormittags 8 Uhr: Pfarrer A u s f e l d.
Zugleich Ehristenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannesgemeinde, vormittags M/z Uhr: Pfarrer Bechtolsheimsr.
Beichte und heil. Abendmahl für Lukas- und Jo- hannesgemeinde gemeinsam. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten, vormittags ll'A Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimsr.
„Wartburg", evangelischer Jünglings- und Männer Verein.
jviezstraße 15, Kirchstratze 9.)
Dienstag, abends 8 1 /* Uhr, Bibelstunde,
Mittwoch, abends 8 Uhr, Turnstunde,
Donnerstag, abends 8 V 2 Uhr, Lese- und Lpielabend, Samstag, abends 8V2 Uhr, Versammlung der älteren Abteilung,
Sonntag, abends 8 Uhr, Vortragsabend, Diezstr. 15.
Gäste stets willkommen!
Bibelkränzchen für Schüler höherer Lehranstalten.
Jüngere Abteilung jeden Mittwoch von 6 — 7 Uhr. Aeltere Abteilung jeden Samstag von 6 —7 Uhr im Johannessaal Bibelkränzchen für Mädchen aus der Iohannesgeincinde.
Jeden Dienstag von 6—7 Uhr im Johannessaal.
V. Bergmann £Co., Radebeul ist die beste Z.> { .lienmllchselfe f. xarte, weiße Haut u.blendendschön.Teint St.50Pf Überall z. hab.


