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Rlpheios, links auf die nackte Bergwildnis des westlichen Rrkadiens und auf die lieblich grünende Ebene von Megalo- polis, durch die der Rlpheios sich wälzt. Darüber im Hinter­grund der Tapgetus, alles herrlich sonnbeglänzt. Line Viper, die aufgestört wurde, versetzte unsere redseligen Griechen­jungen in blassen Schrecken. Nach der andern Seite blickte man aus den Drt Karrstäna, der sich anmutig um den Burg­berg gruppiert. Nachdem wir uns satt gesehen, stiegen wir wieder herab und wurden in ein Honoratiorenhaus mit alten ramponierten Möbeln und mit Photographien an den lvänden geführt, wo wir mit großem Appetit unser frugales Mahl hielten.

Neugckräftigt stiegen wir zu Fuß hinunter nach der Brücke über den Rlpheios und ritten dann wieder jenseits bergan, bis wir die nur streckenweise fertige Straße am Lpkaion erreichten, auf der wir den ganzen Nachmittag zu­bringen sollten. Mir sahen nun uns gegenüber die Berge, die wir am Morgen herabgestiegen waren, zwischen ihnen und uns setzte der Rlpheios in tiefer Furche seinen Meg nach Glpmpia fort. Dörfer gab es stundenlang nicht, oder nur hoch im Gebirge. Nur ein Hof lag am Mege, wo wir Masticha tranken, ein auf Mastixharz angesetzter Likör, von dem ich vermute, daß er mit Scheffels Baktrerschnaps Familien­beziehungen hat. Rn einem Duell, es war ein unvergeßlicher Moment, standen unsere Pferde in Front an einem hohlen mit Wasser gefüllten Baumstamm. Lin Mädchen, da; wie Rebekka an der (Quelle stand, ohne ihre dienstfertig-gast­freundliche Gesinnung zu teilen, zögerte, uns für unsern Mundbedarf Wasser zu schöpfen. Rls aber der Rgogiat sie fragte: Esi christiani isä? „bist du eine Christin?" schöpfte sie uns Wasser in einem riesigen Gefäß, das nun von Mund zu Mund ging, bis kein Tropfen mehr darin war. 3m übrigen ging es immer nur weiter. Die Rusdauer der Pferde war be­wunderungswürdig auf dem zum Teil elenden Wege. Rber auch der Reisende darf ja abseits der Eisenbahnen in Griechen­land kein Zärtling sein. Nächte ohne rechten Schlaf und lange Tage, und diese fast immer auf dem Rücken des Pferdes, N, 12, 13 Stunden lang mit kurzen Unterbrechungen! Die Rrt der Pferde und des Sattels erklärt ja manches. Die Tiere sind durchaus nicht stumpfsinnig, im Gegenteil, sehr intelligent und von bewunderungswürdiger Sicherheit des Trittes auch auf dem schwierigsten Felsenboden. Der Sattel ist ein mit Leder gepolstertes Holzgestell, aus dem man jede Stellung einnehmen kann. Rn diesem Holzgestell hängen die Säcke mit den notwendigen Reisebedürfnissen. Bald sitzt man rittlings, bald seitwärts wie eine Dame, dann zieht man seine Beine an sich und kreuzt sie übereinander wie ein Türke. Bald sieht man über den hals des Pferdes, dann, wenn man eine rück­wärts liegende Landschaft noch einmal genießen will, setzt man sich so, daß man über den Schwanz des Tieres hinweg­sieht, das indessen, unbekümmert um seinen Reiter, ruhig seinen Paßgang weiter macht. Ruf diese weise gibt es mancher­lei Rbwechslung und hält man das beständige Zupferdesitzen ganz wohl aus.

(Fortsetzung folgt.)

Erinnerungen eines alten Mannes.

von Generalarzt a. D. Dr. GttoKappesserin Darmstadt. 17. Line S ch m ug g ler geschichte.

Rls nach dem Zusammenbruch der napoleonischen Herr­schaft Rltdeutschland als deutscher Bund wieder erstanden war, da entwickelten sich zunächst Zustände für Handel und Ver­

kehr, für deren Möglichkeit wir heutigen Tages gar kein Verständnis mehr hätten. Jedes Land und jedes Ländchen suchte sich unter des deutschen Bundes schützendem Privileg als Sondernatiönchen zu etablieren „mit allen Schikanen" und schloß seine Grenzen mittels Maut gegen das Nachbar- natiönchen ab. Davon nur ein Beispiel: Der Sohn des Lehrers S^^t^zu 3vyVr-reifte mit einem Halbdutzend Kameraden nach Friedberg zu dem neuen hessischen Lehrerseminar. 3hm oder einem der anderen hatte eine sorgende Mutter für etwa drohende schmale Tage einen solennen Schwartemagen von der letzten Metzelsuppe her mitgegeben. Da aber die Fahrt von Frankfurt bis Friedberg durch zahlreicher Herren Länder, durch Frankfurter, kur- und darmhessisches und nassauisches Gebiet ging, mußte an jeder neuen Grenze wieder Zoll für diesen Besitz bezahlt werden, und als das wieder zum sechsten Mal geschehen sollte, da hatten die jungen Reisenden wieder Hunger bekommen und da teilten sie die Schwartenwurst kurzerhand unter sich und atzen sie vor den Rügen der geprell­ten Zöllner auf.

Ruch in dem Teil des vormaligen Departements Mont- Tonnerre (Donnersberg), das an den Großherzog von Hessen als Entschädigung gegeben wurde für das Herzogtum Westfalen, das er an Preußen hatte abtreten müssen, konnte man sich, gewöhnt an das frühere Geschäftsgebaren der französischen Herrschaft, nur schwer in die neuen, beengenden Verhältnisse finden, zumal auch die Bevölkerung und die neuen, aus ganz andern Verhältnissen herübergekommenen Regierungsorgane nur langsam zu gegenseitigem Verständnis kamen. Uebrigens muß hier rühmend anerkannt werden, daß gerade das kleine Hessen allen voran durch seinen kühnen Vertragsabschluß mit Preußen den ersten Rnstoß zur Gründung des deutschen Zoll­vereins und damit zu allmählicher Beseitigung dieser unglück­lichen Zustände gegeben hat. Da man, wie gesagt, auch in den neudeutschen, linksrheinischen Landesteilen nur schwer in die neuen Verhältnisse sich finden konnte, so entwickelte sich nach und nach trotz aller Rufsichl ein regelmäßiger Schmuggel, besonders zwischen den beiden Ufern des schönen Rheingaues, ja es wurde ein förmlicher Sport, bei jedem Rusflug nach dem herrlichen, weinfrohen jenseitigen Ufer etwas Zollpflichtiges heimlich von dort heimzubringen, indem man bei der allge­meinen Unzufriedenheit mit den damaligen Verhältnissen gar nichts Unrechtes sah. warum es sich eigentlich damals lohnte, aus dem kleinen Herrscherbereich Dränier Spinnerei- und Webstoffe, auch Spezereien und anderes nach Hessen herllber- zuschaffen, weiß ich jetzt selber nicht mehr. Rber Tatsache ist, daß es damals in den, den Ueberfahrtsstellen Weinheim und heidefahrt gegenüberliegenden Grtschaften bei Krämern und Wirten regelrechte Rnkleideräume gab, in welchen die Kun­den die verkauften Stoffe, zum Teil provisorisch zugeschnitten, unter ihren Kleidern am eigenen Leibe verbargen, um sie so unbemerkt über die Zollgrenze zu bringen, während man zum Schein irgend einen geringwertigen Gegenstand zur Ver­zollung vorwies.

Run war damals ein junger Geistlicher, aus dem benach­barten L. stammend, anfangs der 20 er Jahre als Seelsorger bei der evang. unierten Gemeinde Gber-3ngelheim mit der Filiale Weinheim ordiniert worden und hatte durch sein kluges, gemessenes Benehmen rasch dort Fuß gefaßt, trotz der religiösen Freigeisterei, welche damals in den sog. Kan- tonrorten, größer als die Bauerndörfer und doch kleiner als Städte, noch von der Franzosenzeit her unter dem Einfluß dort oft recht bunt zusammengesetzter Beamtenschaft, zur Herrschaft gekommen war. Er war aber auch fröhlich mit den Fröh-