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Soldaten diese milgehen heißen. Nach und nach wird die Kirche wieder hergeslellt. 1632 wird die Kirchhofsmauer wieder aufgebaut. 1639 werden Glaserarbeiten erwähnt für Fenster ,,in die Kirch zu machen", desgleichen Schreiner- arbeiten für neue Türen. Ebensolche Arbeiten werden 1647 erwähnt. 1648 werden die Glockenstühle neu gemacht von Hans Georg Euler und Hans Brück. 1650 wird neues Ge­stühl in der Kirche angebracht. Zn der Nechnung von 1650 steht: „Dem Schreiner Johs. Tremern zu Lich 6 fl. geben, daß er die Kirchstühl, so die Krieger verbrannt, von neuem gemacht." (Schluß folgt.)

Griechische Erinnerungen.

Dritte Folge.

von Geh. Gberkonsistorialrat v. W. petersen in varmstadt. (Schluß.)

ver Garten des Eharos.

Der Eharos plante jüngst und sann, einen Garten sich zu machen.

Als Bäume setzt er Mägdelein und Jünglinge als Zypressen, Und all die kleinen Kinderlein als Süßapfelbäumchen.

IDollt' Gott sie machten mich zum Handelsmann im Hades, va trüge ich auf meinem Kopf die Körbchen mit Spielsachen, Da trüge ich auf meiner Schulter der jungen Männer Büchsen, Da trüge ich in meinem Gürtel der alten Männer Hippen, Da trüge ich in meinen Taschen der kleinen Kinder Bretzel, Da kämen die Jünglinge wegen der Waffen, die Mädchen wegen der Kleinodien, va kämen auch die Alten, die Hippen sich zu holen,

Und all die kleinen Kinderlein, die Bretzel zu erhaschen. Allheilige ich fleh dich an, ich bitt' dich Gottesmutter,

Laß mir die Schlüssel sein gereicht, daß ich zum Garten walle. Am Freitag bat ich sie mir aus, am Samstag mein sie wurden. Am Sonntag dann unbänd'gen Muts schloß auf und drang ich ein.

Sch seh die Mädchen froh im Tanz, die Jünglinge beim Singen Sch seh die Burschen, den Diskus spielend werfen,

Sch seh wie sie die Lagerstatt fürsorglich sich bereiten Die seidncn Decken und die Linnenlaken.

Eharos und der Hirte.

Drei Tapfre rühmten einst, daß sie Eharos nicht fürchten. Eharos vernahm das irgendwo, ein vöglein täts verraten. Und sieh urplötzlich fuhr er drein, kam übers Feld geritten Wie Blitz des Himmels war sein Aug', seine Färb' wie eitel Feuer,

Zwei Bergen gleichen seine Schultern und einer Burg sein Haupt.

Er trat hinein und fand sie tafelnd.

„Li guten Tag, ihr Edlen, wohl schmecke euch die Mahlzeit!" „Grüß Gott, Herr Eharontes,

Sitz nieder, Eharos, iß mit uns, sitz nieder, mit zu tafeln,

Sß von der Hasen Schenkel und laß schmecken dir Uebhuhn- brüstchen.

Und trinke vom dreijähr'gen Wein, den tapfre Männer trinken!" —

„Sch kam fürwahr zum Kosten nicht, noch hier mit euch zu tafeln,

Um eure Schönheit kam ich her, die ihr Eharos nicht fürchtet!" Doch keiner redet nun ein Wort, kein Einz'ger gab ihm Antwort,

Uur einer Witwe einz'ger Sohn, den man den Janis nannte,

Sprach: „Eharos, laßt zusammen uns gleich in die Wette springen,

Auf unsrer Marmortenne! —"

Der Jüngling sprang, der Jüngling sprang wohl an die vier­zig Ellenz

Doch auch der Eharos sprang und sprang wohl an die fünf­undvierzig,

Und an den haaren faßt' er ihn, tat auf sein Uoß ihn werfen. „Laß ab von meinenhaaren doch und faß mich an denhänden Und laß mich auf die Berge doch und wirf mich in die Lüfte, Wenn ich nicht fliege vogelgleich, nicht flieg' wie ein Uot- kehlchen,

Dannschneide du denKopf mir ab in deinemZelte drunten."- „Du Tor, und siehst du erst mein Zelt, du wirst vergehn vor Schaudern."

Man sieht: Eharos ist der Todeskampf, der Tod und die schauerliche Totenwelt. Ein Volk, dem die Sonne so hell leuchtet, dem bei seiner Einfachheit und Bedürfnislosigkeit das Leben so leicht wird, w>ie dem griechischen, ist gewisser­maßen weniger vorbereitet auf den Tod und hängt am Leben. Doch für das Vaterland hat der Grieche stets verstanden, sein Leben zu lassen. Was für ihn der Güter höchstes ist, das Leben, vermag er dafür hinzugeben. Dann scheut er auch nicht mehr Eharos, wenn auch Wehmut ihm durch die Seele zieht, wie jenem heldenmütigen Athanasias viakos, der 1821 im Frühling von den Türken gefangen und allen Anerbietungen zum Abfall, wodurch er sein Leben hätte retten können, wider­stehend, bei lebendigem Leibe gepfählt wurde.

An der Brücke von Alamäna in der Nähe der Ther- mopylen wurde dieser Freiheitskämpfer von den Türken unter Brionis umgangen. Seine Mitkämpfer beschworen ihn, sein Boß zu besteigen und zu fliehen, doch weigerte er sich, seine Gefährten zu verlassen. An den Händen durch Flintenschüsse verwundet und nicht mehr fähig, sein Schwert zu führen, fiel er in die Hände der Türken. Der türkische Pascha trug ihm an, die Sache der Griechen, die doch verloren sei, zu verlassen und um hohen Lohn der Türkei zu dienen, die seinen Ehrgeiz befriedigen könne. Der Fjelö antwortete: Sch halte nie einen anderen Ehrgeiz, als für mein Vaterland zu sterben. Der Pascha: Aber du wirst sterben, ohne dein Vaterland zu be­freien! Diakos: Das Vaterland hat viele Diaki! Die reichen Türken, die in der Gegend ansässig waren, drangen in den zu weiteren Verhandlungen geneigten Pascha, ein Beispiel an diesem Mann zu statuieren, sonst seien sie und ihre Güter ver­loren. So wurde er denn bei lebendigem Leibe gepfählt.

Als er zumTode abgeführt wurde, sprach er dasvistichon: Sieh doch die Zeit, die sich erkor der Eharos mich zu binden: Jetzt wo die Zweige blühen all, die Kräuter sprießen in den Gründen.

Wie die Gestalt de; Eharon zeigt, erhält sich die alte Volksvorstellung unter der christlichen Schicht, und wenn sie auch au; der offiziellen Sprache ausscheidet, führt sie doch im stillen ihr Leben weiter in der Volksseele. Darf es uns nicht Wunder nehmen, daß aus der Septuaginta und dem Neuen Testament der Hades als Totenort in der Sprache geblieben ist, so spricht das Vorhandensein des Tartarus im Neugriechi­schen tar Tätara, von der Zähigkeit der Volksvorstellungen. Tr wird auch bezeichnet als die Unterwelt, die untere Erde, als der ungesuchte Drt und die Reife dahin als eine, von der man nicht zurllckkehrt, die zu den „vielen" führt. Zn diese Unterwelt führt eine Treppe hinab, ein großer Strom um­grenzt sie, und wenn es von denen, die über den Fluß fahren,