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lassen halten, läutete er in Marienthal zum erstenmal, viele festlich gekleidete Menschen gingen die Straße hinunter, vie Männer, namentlich die älteren unter ihnen, trugen den langen, blauen Kirchenrock, den man früher in dem ganzen Bezirke der alten Kurpfalz, rechts und links des Kheines, finden konnte, die Frauen trugen schwarze Jacke, schwarzen Kock und schwarzes Kopftuch, kjüte mit Federn und Blumen waren damals in meiner Heimat noch nicht in der Mode, vor ihren Angehörigen her schritten die Konfirmanden, vie Knaben trugen das Gesangbuch in der linken ksand, die Mädchen hatten über es ein mit weißen Spitzen umsäumtes Taschentuch gelegt und faßten es mit beiden fänden an. Ich wüßte nicht, was die Seele feierlicher stimmen könnte, als wenn man sieht, wie Konfirmanden beim Klang der Glocken, begleitet von ihren Angehörigen, durch dar im Glanz des Frühlings liegende Land zum Gotteshause gehen. Vas ist eine schöne Wanderung, die die Seele des empfänglichen Menschen später noch mit Feierstimmung und innerer Kühe erfüllt, wenn er Wege gehen muß, die wahrlich ganz anders sind.
Unsere Ungehörigen betraten vor uns die Kirche, wir Konfirmanden versammelten uns im pfarrhause. Dort hatte sich auch schon der Kirchenvorstand eingefunden. Nach alter, reformierter Sitte tragen in meiner Heimat die Kirchenvor- stcher die zum heiligen Ubendmahl benötigten Gefäße, sowie Brot und Wein in die Kirche. Vas sieht recht erhebend aus, wenn die alten, oft von schwerer Urbeit steif gewordenen und weißhaarigen Männer die mit weißen Tüchern überdeckten heiligen Gefäße in das Gotteshaus bringen und auf den Ultar niedersetzen. So schritten sie uns auch diesmal voran, dann kam der Pfarrer, hierauf kamen wir Kinder, zu zweien geordnet, vom Turm läuteten alle Glocken, die Sonne war mittlerweile durch die vunsthlllle hindurchgedrungen. Uuf dem kurzen Wege zur Kirche wurden wir von Kindern und Erwachsenen, die nicht zur Kirche gehen konnten, lautlos betrachtet, dann hörten wir die Grgel brausen und traten in die mit Menschen über und über gefüllte Kirche ein.
(Fortsetzung folgt.)
Uleine Mitteilungen.
Den Gliedern der evangelischen Gemeinden zu Gießen ist es gewiß erwünscht, jetzt schon zu erfahren, wann die Kbendmahlsfeiern stattfinden, die regelmäßig am Ende der Passionszeit gehalten werden. Es kommen folgende Termine für die beiden Kirchen in Betracht: Palmsonntag im Kbend- gottesdienst, Gründonnerstag, abends Uhr, und Karfreitag im Knschluß an den vormittagrgottesdienst. Da sich zu diesen Kbendmahlsfeiern viele Teilnehmer einfinden, so ist, damit der Gottesdienst nicht zu sehr in die Länge gezogen wird, erwünscht, daß immer eine größere Knzahl von Teilnehmern gleichzeitig an den Kltar herantritt.
vie Kirchenbesucher der Johanneskirche haben namentlich im Winter oft die Wahrnehmung gemacht, daß in dem Gotteshause eine empfindliche Zugluft herrschte. Man hat die Ursache nun entdeckt, die einzelnen kleinen Scheiben der Kirchenfenster sind mit Blei eingefaßt, und diese Einfassung ist an vielen Stellen undicht geworden, vie Kusbesserung findet gegenwärtig statt, so daß dem Uebelstande in ganz kurzer Zeit abgeholfen sein wird.
Zelbstanzeige.
Im Verlage von Kugust Fillmann in Birkenfeld an der Nah« lasse ich soeben ein Buch in die Welt hinausgehen, das
den Titel trägt „Geschichten aus der Pfalz und ihrer Nachbarschaft", ven Inhalt bilden die vier Erzählungen: l. vie Stimme der Gewissens, 2. Kus unruhiger Zeit, Z. Ein treues Herz, 4. Kls die blauen Bohnen pfiffen. Klle mit Kusnahme der dritten Erzählung, die bereits im hessischen Landkalender, Jahrgang 1910, zu lesen war, sind in den früheren Jahrgängen des „Sonntagsgrußes" erschienen. Vas Buch, das eine Mark kostet und 152 Seiten umfaßt, ist in allen Buchhandlungen zu haben. Jedweden Menschen, der „Seelenanalpsen" sucht, Eharaktere „mit unerbittlicher Konsequenz" geschildert haben will und von einer Erzählung verlangt, daß sie Weltanschauungsfragen und moderne Probleme behandelt, warne ich dringend vor Knkauf meines Buches. Wer jedoch Liebe zu deutschem Land und deutschen Leuten, wer Interesse dafür hat, wie die großen Weltbegebenheiten in das Leben schlichter Leute hineinragen, wer Bücher liebt, die nur erzählen und nicht reflektieren wollen, der kommt vielleicht bei meinen „Geschichten aus der Pfalz und ihrer Nachbarschaft" auf seine Nechnung.
Kls ich diese Geschichten schrieb, dachte ich an stille, besinnliche Leute in Stadt und Land, an Klte und Junge, die deutsche Geschichte und deutsches Volkstum schätzen und gern einmal mit mir von Mainz über den großen Sand nach Gonsenheim, von da durch die schöne Pfalz nach Kreuznach und von hier über die Wasserscheide der Nahe und der Saar nach den mit Blut gedüngten Schlachtfeldern bei Metz gehen, um sich dabei zu vergegenwärtigen, was unsere Väter in altvergangenen Tagen und auch noch in der Zeit, die vielen der heutigen Generation in lebendiger Erinnerung ist, erfahren und erlitten haben, damit wir frei und sicher wohnen können. _ Bechtolsheimer.
Kirchliche Anzeigen.
Sonntag, den 15. März, Dkuli.
Gottesdienst.
In der Stadttirche. vormittags 9Vr Uhr: Professor D. 5 chian. vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde.
Pfarrer v. Schlosser.
Kbends 6 Uhr: Pfarrer Schwabe.
Kbends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde.
vienstag, den 17. März, nachmittags 4 Uhr, im Matthäussaal : Frauenmissionsverein.
Mittwoch, den 18. März, abends 6 Uhr, 4. Passionsandacht. Pfarrer D. Schlosser.
Mittwoch, den 18. März, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Markusgemeinde.
In der Johanneslirche. vormittags 97s Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vormittags I I Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde.
Pfarrer Bechtolsheimer.
Kbends 6 Uhr: Pfarrer Kusfeld.
Kbends Vs8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Lukas- und Johannesgemeind«.
Freitag, den 20. März, nachmittags 4 Uhr: Frauenmissionsverein der Lukasgemeinde.
Jbin, J&efreife
von allen Hautunreinigkeilen und Hautausschlägen, wie Blütchen, Finnen, Pickel, Hautröte usw. durch tägl Gebrauch der echten
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v Bergmann L Co , Radebeul. 4 Stück 50 Plg Überall zu haben.


