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einem der Uirchheimbolander Demokraten gehört haben, die 1849 den Einmarsch der Preußen in die Pfalz hindern woll­ten, dann aber zum größten Teile abgezogen waren, bevor es im Lchloßgarlen zu einem kurzen, blutigen Gefechte kam. Buch Uonfirmandenscheine lagen zum Linrahmen da, sowie Haussegen. Die Inschrift des einen dieser Haussegen ist mir noch in der Erinnerung, sie lautete: Bewahre dein Herz, wie ein Engel, rein, wirst hier und dort du glücklich sein. Festes, schweres Holz lag und stand umher, neben der Hobelbank lagen Spähne, ein Leimtopf stand auf dem kleinen Plattofen.

Ls dünkte mich, daß es in einer Glaserwerkstatt sehr schön sei, und blitzschnell erwachte in mir, obwohl ich mir seit­her über die Berufswahl noch nie Gedanken gemacht hatte, der Gedanke: Ich will ein Glaser werden. Der Meister schien mir ein gar freundlicher Mann zu sein; denn, als er sah, wie meine Bugen an dem Gesellen hafteten, her mit Einrahmen beschäftigt war, sagte er: „Warte, ich will dir etwas zum Spielen mitgeben." Und er packte eine Unzahl der dreieckigen Klötzchen, die von den Leisten abgeschnitten werden, damit man die Uahmen zusammenfügen kann, in ein Papier und gab sie mir.

Die beiden Männer kauften in der Stadt Brot und Wurst, und bald darauf saßen wir in einer kleinen Weinwirtschaft der hundrgasse bei unserem bescheidenen Mittagessen, das mir vortrefflich mundete. Da faßte ich mir ein Herz und sagte zu dem Vater: „Vater, ich möchte am liebsten Glaser werden."

Der Vater tat gar nicht erstaunt, ruhig sagte er, indem er sich mit seinem Taschenmesser ein Stück Brot abschnitt: „Ich habe nichts dagegen, wenn wir eine gute Lehrstelle für dich finden. Lin Geschäft mußt du doch lernen, zu Hause kannst du nicht bleiben. Dein Bruder Jakob wird Schmied, da kannst; du Glaser werden."

Ich war überglücklich über diesen Bescheid und stand dann am Fenster, um mir die Leute zu betrachten, die auf der Straße vorübergingen. Nachmittags gingen wir dann noch zusammen an Weinbergen und kleckern vorüber den steilen Weg hinauf nach dem Schillerhain, und dann wurde der Rück­weg angetreten. Ich war auf dem Heimwege wohl etwas müde, und die Füße taten mir wehe, aber der Gedanke, nun zu wissen, war ich werden solle, half mir über alle Unbequem­lichkeiten hinweg. (Fortsetzung folgt.)

Kleine Mitteilungen.

Mittwoch, den 25. Februar, nehmen zu Gießen wiederum die in früheren Jahren sehr stark besuchten Passionsgottes­dienste ihren klnfang. Der erste wird an dem genannten Tage, abends 6 Uhr, in der Johanneskirche gehalten werden.

Die Pfarrstelle zu Pohl-Göns ist zurzeit nicht besetzt, klmtshandlungen und Uonfirmandenunterricht werden von Pfarrer hellwig in Uirch-Göns versehen, die Sonntagsgottes- dienste werden von den Geistlichen des Dekanates Gießen ab­wechselnd gehalten.

®ft kommt es vor, daß in Gießen gewünscht wird, daß bei Trauungen Sologesang von Damen — meist handelt es sich um Freundinnen der Braut — stattfinde. Die Genehmi­gung hierzu kann der Gemeindepfarrer nicht erteilen, da der Gesamtkirchenvorstand schon vor vielen Jahren den Beschluß gefaßt hat, Sologesang nicht zuzulassen. Diesen Beschluß haben triftige Gründe, über die wir uns hier nicht auslassen können, herbeigeführt.

Worte zum Nachdenken.

Unser Elend und Gottes Erbarmen sind die zwei Flügel, auf denen sich unser Gebet gen Himmel schwingt.

Uütze deiner Gegenwart und hoffe getrost in deine Zu­kunft hinein. Nicht als einer, der Luftschlösser baut und an Lnttäuschnngen ermattet, sondern als einer, der eine Hütte hat, von Gott erbaut, die diese Welt überdauern wird.

Wir sollen unser Leiden tragen in dem Sinn und nach dem Vorbild Jesu, in der Uraft stiller Ergebung, im Zusammen­schluß unseres Willens mit dem Willen des Vaters im Himmel, in dem gewissen Glauben, daß Gott auch in Leiden uns nahe ist und daß er uns nicht leiden ließe, wenn es uns nicht zum heile diente. G. Benz.

Je größer mir Gott wird, desto kleiner komme ich mir selber vor und desto kleiner erscheint mir auch die Welt. Bitte den Herrn, daß dir die Bugen geöffnet werden, daß dir klein werde das Uleine und das Große groß erscheine und du nicht über dem Uleinen das Große versäumest. Jg.

Nicht darauf kommt es an, wie und wie viel ich getan und vollbracht habe, sondern die Frage wird an mich ergehen: Wie hast du die mancherlei kleinen Bufgaben der Barmherzig­keit erfüllt, die täglich vor deiner Tür standen?

Drummond.

kirchliche Anzeigen.

Sonntag, den 22 . Februar. Estomihi.

Uollekte für die arme ev. Gemeinde zu Bieber bei Gffenbach. Gottesdienst.

In der Stadtkirche, vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Schwabe, vormittags ll Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Schwabe. Nachmittags 2 Uhr: UinderKirche für die Markusgemeinde.

Pfarrer Schwabe.

Bbends 5Uhr: Pfarrer E>. Schlosser.

Montag, den 2 Z. Februar, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäusgemeinde.

In der Johannerkirche.

vormittags 9Ve Uhr: Pfarrer kiusfeld.

vormittags N Uhr: UinderKirche für die Johannesgemeinde.

Pfarrer klusfeld.

Ubends 5 Uhr: pfarrassiftent hoffmann.

Bbends 7ty2 Uhr: Vereinigung der Konfirmierten weiblichen Jugend der Lukasgemeinde.

Ubends 7 Uhr: Teeabend des kirchlichen Blaukreuzvereins, Diezstraße 15 I.

Mittwoch, den 25. Februar, abends 6 Uhr: 1 . Passions­andacht. Pfarrer Bechtolsheimer.

Freitag, den 27. Februar, abends 1/26 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Johannesgemeinde.

Dam

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