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5. Kompagnie", die Adresse lautete:An die Königliche Bür­germeisterei Kuppertsecken in der Kheinpfalz Bayern." Aus der Kückseite stand:ver aus Kuppertsecken gebürtige Gar­dist Georg Wiltinger ist am 1. September in der Schlacht bei Sedan gefallen." Unterzeichnet war die Karte:Gstermayer, Feldwebel."

Beim Mederschreiben dieser Zeilen zittert mir heute, nach 42 Jahren, nach die Hand, ver Vater ist damals nicht ohn­mächtig zusammengesunken. Dazu war er viel zu stark, stark nicht nur am Körper, sondern auch in seinem Seelenleben. Aber kein einziges Wart hat er gesagt. Ohne Adieu zu sagen, ging er aus dem Hause des Bürgermeisters, heute nach meine ich ihn zu sehen, wie er die varfstratze her kam, hemdärmelig, mit etwas steifen Schritten infolge der vielen Feldarbeit, ganz blaß im Gesicht. Die verhängnisvolle Karte trug er in der rechten Hand.

Soll ich den Jammer schildern, der damals unser Haus erfüllte? Sch vermag es nicht, das, was nun schon so lange in der Vergangenheit ruht und was vorüber ist, wieder neu aufleben zu lassen, nur einige kurze Angaben will ich machen, damit meine Kinder und Enkelkinder später einmal wissen, was ihre Vorfahren für schwere Lrdenschicksale getragen ha­ben. Die Mutter war am Herde ohnmächtig zusammengesun­ken und wurde von rasch herbeigeeilten Uachbarsfrauen zu Bett gebracht. Als man sie mit Essig gewaschen hatte, kam sie wieder zu sich. Laut hallte ihr Klagen um den ältesten Sohn durch das Haus. Stumm saß der Vater in der Wohn­stube am Tische, seine Hand ruhte auf der Kante, kein Wort erwiderte er den Leuten, die aus den Nachbarhäusern herbei­gekommen waren. Meine Geschwister liefen, laut weinend, hin und her, ich verkroch mich in der Scheuer in das Stroh, gleich einem verletzten Tiere, das sterben will. In der Dun­kelheit, unter den Strohbündeln, über mir die Dachziegeln und das Balkenwerk, so ließ ich meinem Schmerze freien Lauf.

Als ich am späten Nachmittag wieder in das Haus zu­rückkam nahm mich der Vater an der Hand und sagte:Jetzt weiß ich auch, Peter, warum wir beide, als wir das Holz in der Mordkammei holten, so traurig gewesen sind. Das war in der Stunde, als dein Bruder gefallen ist. Ich habe ihn und sein Regiment durch den Wald stürmen sehen, und der Kauch, der um die Stämme flatterte, war der Pulverdampf der Schlacht und der Kauch von den brennenden Häusern. Wir ha­ben eine Ahnung gehabt, sein Sterben hat sich uns angezeigt."

viel später, als der Feldzug zu Ende war, hat ein Kom­pagniekamerad unseres Bruders, der aus Nlünsterappel ge­bürtig war, uns ausführlich den Sachverhalt mifgcteilt. Ge­org war morgens um 10 Uhr bei dem Sturm auf Bazeilles gefallen, er war durch die Stirn und durch die Schulter ge­troffen worden. Kurz darauf ging Bazeilles in Flammen auf. In derselben Stunde war er gefallen, da ich in der Mord- kammer auf der Erde gelegen hatte und der Vater die Sol­daten durch den Wald hatte stürmen sehen.

Ich glaube, frei zu sein von allem Aberglauben, ich habe auch seit dem l. September 1870 keine Ahnungen dieser Art mehr gehabt, aber außer allem Zweifel ist, daß mich und mei­nen Vater genau in derselben Stunde eine unerklärliche Angst und Traurigkeit befallen hat, da Georg in der großen Feld­schlacht sein junges Leben ausgehaucht und die französische Erde mit seinem Herzblut getränkt hat. Wir Menschen des 20. Jahrhunderts sind ungeheuer klug, den verborgensten Kräften der Natur sind wir auf die Spur gekommen, aber die Fäden, die sich von Seele zu Seele hinüberspinnen, und

ihr geheimnisvolles Wesen sind für unseren Menschengeist noch unentdeckt. Wir merken wohl ihr Vorhandensein, aber nur Gott kennt ihr verborgenes Walten. (Fortsetzung folgt.)

Worte zum Nachdenken.

Alles in der Welt ist nur Uebergang. Wir müssen durch. Sorgen wir nur dafür, daß wir mit jedem Tag reifer und besser werden. Königin Luise.

Ehristen sollen teilnehmen an dem versöhnenden Wirken ihres Herrn, indem sie Frieden halten, Frieden stiften in einer von Unfrieden zerrissenen Welt, indem sie die Kunst des ver­gebens und Nachgebens täglich üben und täglich bitten: Friedefürst, laß deinen Frieden stets in unserer Mitte ruhn!

Sei mein Anker, der nicht bricht,

Sei mein Stern und Helles Licht,

Daß ich nie von dir mich scheide Noch am Glauben Schiffbruch leide!

Kirchliche Anzeigen.

Sonntag, den 15. Februar. Sexagesimä. Gottesdienst.

In der Stadttirche. vormittags 9Vs Uhr: Professor D. S ch i a n. vormittags I l Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Schwabe. Nachmittags 2V- Uhr: Kinderkirche für die Matthäus­gemeinde. Pfarrer D. Schlosser.

Abends 5 Uhr: Pfarrer Schwabe.

Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde.

Dienstag, den 17. Februar, nachmittags 4 Uhr im Mat­thäussaal Frauenmissionsverein.

Mittwoch, den 18. Februar, abends 8 Uhr, Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Markusgemeinde.

Donnerstag, den 19. Februar, abends 8 Uhr, im Mat­thäussaal: Bibelstunde (Die Gesetzgebung auf dem Sinai). Pfarrer D. Schlosser.

In der Zohannesiirche. vormittags 97s Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde.

Pfarrer Bechtolsheimer.

Abends 5 Uhr: Pfarrer Ausfeld.

Beichte und heil. Abendmahl für Lukas- und Johan­nesgemeinde gemeinsam. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Abends y*8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Lukas- und Johannesgemeinde. Mittwoch, den 18. Februar, abends 8 Uhr: Bibelstunde im Lukassaal (1. Brief Petri). Pfarrer Bechtolsheimer.

Freitag, den 20. Februar, nachmittags 4 Uhr: Versamm­lung des Frauenmissionsvereins der Lukasgemeinde.

Nächstkünftigen Sonntag, den 22. Februar, wird in bei­den Kirchen eine Kollekte erhoben zum Besten des Pfarrhaus­baues in der armen evangelischen Gemeinde Bieber bei Gffen- bach a. N.

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sowie alle Arten von Hautunreinig­keiten, Hautausschlägen, wie BlUtchen, Mitesser, Finnen, Pickeln, Pusteln etc. veischw.durch tägl.Gebrauch d.echten

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Ueberall zu haben.