Ausgabe 
31.12.1914
 
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Nr. 102.

Donnerstag, den 31. Dezember 1914. -rei-phon Nr. ns. 26. Jahrg.

Die Deutschen beim Vormarsch aus Warschau.

Im Westen die von Joffre befohlene Offensive vollständig gescheidert.

amtliche Tagesberichte.

WTB. Großes Hauptquartier. 22. De­zember,. (Amtlich.) Bei N i e U p o r i und in Gegend Ypern herrschte gestern im allgemeinen Ruhe. Zur Wiedererlangung der am 20. Dezember verlorenen Stel­lungen bei Festubert und Givenchq machten die durch französische Territoriale verstärkten Engländer gestern und heute Nacht verzweifelte Vorstöße, die zurückgewie- sen wurden; in der Gegend Richebourg gelang es aber ihnen, in ihren alten Stellungen wieder Fuß zu fassen.

Die gestrigen Angriffe der F r a n z o s e n in Ge­gend Albert, nordöstlich Compiegne, bei Souain u. Perthes, wurden unter schweren Verlusten für sitz ab­geschlagen.

Im westlichen Teil der A r g o n n e n nahmen wir einige Schützengräben. Oestlich der Argonnen, nord - westlich und nördlich Verdun, wurden die französischen Angriffe zum Teil unter schwersten Verlusten für die Franzosen, leicht zurückgewiesen.

Auf dem östlichen Kriegsschauplatz ist die Lage in Ost- und Westpreußen unverändert.

In Polen stehen unsere Truppen in heftigen Kämpfen^ um den BzUra- und Rawska-Abschnitt. An vielen Stellen ist der Uebergang über diese Abschnitte schon erzwungen.

2lus dem rechten User der P i l i c a steht der Kamps der verbündeten Truppen noch.

Wir haben leider erst nach der Veröffenttichung fest­gestellt, daß der gestern bekannt gegebene Befehl des französischen Generals Joffre vom 17. Dezember 1914 folgenden Nachsatz hatte: Der Befehl ist heute abend allen Truppen bekanntzugeben, und zU verhin - dern, daß er in die Presse gelangt.

Oberste Heeresleitung.

WTB." Großes Hauptquartier, 25. De­zember, vormittags. In Flandern herrschte gestern im allgemeinen Ruhe. Oestlich Fcstubert wurde den Engländern anschließend an die am 20. Dezember er­oberte Stellung ein weiteres Stück ihrer Besestiguugen entrissen.

Bei T h i v i) nordöstlich Bailly hoben unsere Trup­pen eine feindliche Kotznpagnic aus, die sich vor un­serer Stellung eingemstet hatte; 172 Franzosen wurden hierbei gefangen genommen. Bei dem Ver­such, die Stellung uns wieder zu entreißen, hatte der Feind starke Verluste.

Französische Angriffe bei Souain und Per­thes sowie kleinere Vorstöße nordwestlich Verdun und westlich A p r e m o n 1 wurden abgewiesen.

Im O st e n blieb gestern die Lage unverändert.

Ober st e Heeresleitung.

WTB. Großes Hauptquartier, 26. De­zember, mittags.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Bei N i e u p o r t sind in der Nacht vom 24. zum 25. Dezember Angriffe der Franzosen und Engländer abgewiesen.

Der Erfolg der Kämpfe bei Festubert mit In­dern und Engländern läßt sich erst heute übersehen. 19 Offiziere und 819 Farbige und Engländer wurden gefangen genommen, 14 Maschinen­gewehre, 12 Miirenwerser, Scheinwerfer und sonstiges Kriegsmaterial erbeutet. Auf dem Kampffeld ließ der Feind über 3000 Tote. Eine von den Engländern zur Bestattung der Toten erbetene Waffenruhe wurde berrkilligt. Unsere Verluste sind verhältmsmaßig

gering. t ....

Bei kleineren Gefechten in Gegend L ä/ o n s süd­östlich Amiens und Tracy-le-Bal nordöstlich Compiegne machten wir gegen 200 Gefangene.

In den Vogesen südlich Diedolshauscn und rm O b e r e I s a ß westlich Sennheim, sowie südwestlich AI1- kirch kam es gestern zU kleineren Gesechten. Die Lage blieb dort unverändert.

sllm 20. Dezember nachmittags warf ein französti- scher Flieger aus das Dorf I u o y 9 Bomben, ob - gleich dort nur Lazarette sich befinden, die auch für Fliegerbeobachtung ganz deutlich kenntlich gemacht sind. Nennenswerter Schaden wurde nicht angerichtet. Zur Antwort auf diese Tal und auf das neuliche Bomben - werfen auf die offene, außerhalb des Operationsgebie­tes liegende Stadt Freiburg wurden heute morgen einige der in der Position de Nancy liegenden Orte von uns mit Bomben mittleren Kalibers belegt.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Russische Angriffe auf die Stellungen bei L ö tz e n wurden abgeschlagen. 1000 Gefangene blieben in unserer Hand.

In Nor, dpolen nördlich der Weichsel blieb die Lage unverändert, südlich der Weichsel schritten unsere Angriffe am BzurcEbschmtt fort. Auf dem rechten Pi- licaufer südöstlich Tomaszow war unsere Offensive von Erfolg begleitet. Weiter südlich ist die Lage unverändert.

r Oberste Heeresleit ring.

WTB. Großes Hauptquartier, 27. De­zember, vormittags.

Westlicher Kriegsschauplatz.

In Fland.ern ereignete sich gestern nichts We­sentliches. Englische Schiffe zeigten sich heute morgen.

Nordöstlich Albert machte der Feind einen ver­geblichen Vorstoß aus La B o i c e l l e, dem heute früh ein erfolgreicher Gegenstoß unserer Truppen folgte.

Französische Angriffe im Meurissonsgründ (Argonnen) und südöstlich Verdun brachen in un­serem Feuer zusammen'.

Im O b e r e l s a ß griffen die Franzosen Unsere Stelluugen östlich der Linie Thann-Dammerkirch an. Sämtliche Angriffe wurden zuruckge- schlagen.

In den ersten Nachtstunden setzten die Franzosen sich/ in> den Besitz einer wichtigen Höhe östlich Thann, wurden aber durch einen kräftigen'Gegenangriff wieder geworfen. Die Höhe blieb fest in unserem Besitz.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

In Ost- und Westpreußen keine Veränderung.

In Polen machten unsere Angriffe am Bzura- Tanka-Abschnitt langsam weitere Fortschritte Südöstlich Tomaszow wurde die Offensive erfolgreich fortgesetzt. Russische Angriffe aus südlicher Richtung aus Jnowlodz wurden unter schweren Verlusten für di« Rüssen zurückgeschlagen.

Die oberste Heeresleitüng.

- kB,

MTV. Großes Hauptquartier, 28. De­zember, vormittags. (Amtliches Telegramm.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Bei R i e ü p o r t erneuerte der Feind seine An - qriffsver,suche ohne jeden Erfolg. Er wurde da­bei durch Feuer vom Meer her unterstützt, das uUs keinerlei Schaden tat, dagegen einige Bewohner von Westende tötete und verletzte.

Auch ein Angriff des Feindes gegen das Gehöft St E e o rg e s. das er in seinen offiziellen Mitteil- ungen als in seinen Händen besindlich bezeichnet hat. scheiterte.

Südlich Ypern wurde von uns ein^sund - licher Schützengraben genommen, wobei einige nutzend Gefangene in unsere Hände sielen.

Mehrfache stärkere Angriffe des Gegners in der Gegend nordwestlich Arras wurden ab gewiesen.

Südöstlich Verdun wiederholte der Feind seine Angriffe ebenfalls ohne f e d e nE r s o l g. Das gleiche war der Fall bei seiner Absicht, die gestern umstrittene Höhe westlich Sennheim zurück gewinnen.

Oe st licher Kriegsschauplatz.

In Ostpreußen und Polen, nördlich dey Weichsel, nichts Neues. Auf dem linken Weichseluser entwickeln sich unsere Angriffe trotz des ungünstigen Wetters weiter.

Oberste Heeresleitung.

WTB. Großes H a ü p t q> ü a r t i e r, 29. De­zember, vormittags. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Bei N i e U p o r 1 und südöstlich Ypern gewan­nen wir in kleineren Gefechten einigen Boden. Mehr­fache starke französische Angriffe nordwestlich St. M em e- h o u l d würden unter, schweren Verlusten für die Fran- zozsen zurückgeschlagen. Dabei machten wir einige hun­dert Gefangene. Ein Vorstoß im Bois Brülee westlich Apremont führte unter Erbeutung von 3 Ma­schinengewehren zur Fortnahme eines französischen Schü­tzengrabens. Frautzösffchei Angriffe westlich K e n n - heim wurden abgewiesen.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

In Ostpreußen und Polen rechts der Weichsel keine Veränderung. Am Bzura- und Rawka-Abschnitt schritt unser Angriff fort. In Gegend südlich Jnowlodz wur­den starke russische Angriffe zurückgeschlagen.

Oberste Heeresleitung.

WTB. Großes Hauptquartier, 30. De­zember, vormittags.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Um das Gehöft 2t. Georges südöstlich Nieu- port, welches wir vor einem überraschenden Angriff räumen mußten, wich noch gekämpft. Sturm und Wol­kenbrüche richteten an den beiderseitigen Stellungen in Flandern und im Norden Frankreichs Schaden an. Der Tag verlief auf der übrigen Front im allfgemcinen ruhig.

Oe st licher Kriegsschauplatz.

In Ostpreußen wurde die russische Heereskavallerie auf Pillkallen zurückgedrängt.

In Polen rechts der Weichsel ist die Lage un­verändert.

Auf dem westlichen Weichselufer wurde die Offen - sipe östlich des Vzura-Abschnittes fortgesetzt. Im üb­rigen dauern die Kämpfe an und östlich des Rvwka - Abschnittes, sowie bei Jnowlodz und südwestlich fort.

Nach auswärtigen Mitteilungen hat es den An - schein, als ob L o w i c z und Skierniwice nicht in unserem Besitz wären. Diese Orte sind seit mehr als 6 Tagen von uns genommen. Skierniwice liegt weit hinter unserer Front.

Ober st e Heeresleitung.

* * *

WTB. Wien, 24. Dez. Amtlich wird gemeldet: Im oberen Nagy-Agertal bei Oekörmezö steht noch der Kampf. Im Latorcztal wiesen unsere Trup - pen gestern mehrere Angriffe unter großen Ver­tu st e n für die R u-s s e n ab und zersprengten ein feindliches Bataillon bei Alsovercze. Im oberen 1l n g- 1 a l e gewinnt unserer Angriff allmählich Raum gegen den Uzsokeü-Paß. Am 21. Dezember wurden im Ge­biete dieses Karpathentales 650 Rüssen gefangen ge­nommen. Die Kämpfe an der bekannten galizischen Front dauern fort. An der unteren Nida machten un­sere Truppen über 2000 Gefangene. Im Raume von Tomaszow und an der Rawka-Bzura-Linie wird wei- tergekämpst. Vom 11. bis zum 20. Dezember wurden von uUs insgesamt 43 000 Russen gefangen genommen. Im Inneren der Monarchie befinden sich seht bereits 200000 kriegsgesangene Russen.

WTB. Wien, 25. Dez. Amtlich wird gemeldet: 25. Dezember, mittags. Auf dem nordöstlichen Kriegsschauplätze wurde gestern an einem großen Teile