Ausgabe 
24.12.1914
 
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n Eichen. Der frühere Besitzer des Braunstein­bergwerkes, der Engländer L. W. B. F e r n i e, hat durch seinen Generalbevollmächtigten Herrn Aug. Pas- coe, die von ihm früher an wohllälige Vereine und Anstallen gespendeten Unterstützungen'in nicht unbeträchtlicher Höhe jedes Jahr zu Weihnachten aus­zahlen lassen. In diesem Jahre wurde das selbstver­ständlich nicht erwartet. )Zu nicht geringem Erstaunen wurden dennoch die alten Beträge durch Bermiltelung der Mitteldeutschen Kreditbank zur Auszahlung ange - boten. Pfarrer D- Schlosser hat die Annahme im Namen der von ihm vertretenen Vereine und An­stalten dankend a b g e l e h n 1, da es unter den gegen­wärtigen Umständen füt einen Deutschen ausgeschlossen sei, Wohltaten von einem Engländer zu empfangen.

! F r a n ff u r t a. M. Bei der Behandlung der Wunde eines Soldaten zog sich der Chefarzt des Ma­rienkrankenhauses, Dr. Franz Sasse, eine Blut­vergiftung zu, an deren Folgen er verstarb. In dem Verstorbenen verliert die hiesige Aerzteschaft einen ihrer hervorragendsten Vertreter, der vor allem auf chirurgisMn Gebiete, als Schüler Professor von Berg­manns Und Eeheimrat Rätters, als Autorität» galt. Dr. Sasse hat ein Alter von 48 Jahren erreicht.

! M a i n z. Die Ausdehnung des Elek­trizitätswerks, dem sich in letzter Zeit Ingel­heim und Freirveinheim angeschlossen haben, macht die Anschaffung eines Transportautos notwendig. Die Ar­beiter werden in der Steuerung von Kraftfahrzeugen ausgebildel. Der Feldflieger Vizefeldwebel d. Res. Reinhard Schröder von den Eoedeckcrwecken Mainz- Gonsenheim hat, nachdem er vor kurzem mit dem Ei­sernen Kreuz, zweiter Klasse ausgezeichnet worden war, nunmehr auch das Eiserne Kreuz e r st e r Klasse er­hallen. i

! Worms. Der aus Heimersheim gebürtige Un­teroffizier der Landwehr Jean Reger in Worms, welcher erst vor 4 Wochen mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet wurde, erhielt jetzt für ganz her­vorragende Tapferkeit das Eiserne Kreuz erster Klasse.:,

* C.z a r u i k a u, 18. Dez. In dem Wahlkreise Kolmar-Filebne-Cgarnikau-Schneidenrühl ist der Abge - ordnete siche bei der heutigen Reichstagswahl nahezu einstimMg gewählt worden. Nur wenige Stimmen warüp,. zersplittert.

Line gktionZur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit die nichts kostet.

Jedermann ist in diesen schweren Zeiten gewitz gerne bereit, nackf seinen Kräften dazu beizutragen, da­mit die nicht im Felde stehende Bevölkerung weiter ihr Brot finde. Auch das ist eine nahezu direkte Unterstütz­ung der Wehrmacht und eine gewitz hochpatriotische Tat.

Diese Zeilen wollen auf ein Gebiet d e r A u f- tragserieilunlg Hinweisen, welches jeder größeren Privatfirma, pnd. gewiss asten Behörden die Teilnahme an der Betampftiftg der Arbeitslosigkeit ohne die ge­ringste Spcseiterhöhung ermöglicht. Es ist dies die Be­stellung von D D ü cf \ er d) c n.

Drucksachen spielen im S p e s c n e t a t der m e i- st e n U n > e ru^ech m u n g « n «ine nur untergeordnete Rolle. Sie können meist so rasch beschafft werden, datz man sie oft, erst dann bestellt, wenn sie dring­lich g e b r g^tkch t werden. Angesichts der geschäft­lichen Stille r Wlft jetzt jeder M a t e r i a l o er w a l - 1er:Wir sW Mt dem normalen Vorrat auf län­

gere Zeit versvrKJ bestellt wird nichts".

So stehen die Druckereien plötzlich ohne Aust K S 'd ä. Datz Propagandadrucksachcn, Ka­taloge, Zirkulare sistiert wurden, das ist ja felbstver - stündlich. "Lch aber auch die Fachzeitungen in ihrem Umfange schwer reduziert erscheinen und zugleich die laufenden Drucksachen des Bureaus ausbleiben, so ist die Arbeitslosigkeit in den Buchdruckerei-Betrieben in er- schreckendem Matze eingezogen.

Hier Abhilfe zu schaffen und eine zahlreiche, in­telligente und sich gleichzeitig in werktätiger Solidarität unterstützende Gehilfenschaft wenigstens im bescheidenen Verdienste zu erhalten, das k o st e t nicht s, nich 1 s als e l w a r g u I e n W i l l e n.

In jedem' Geschäfte und insbesenders bei füllen größeren und großen Unternehmungen kann ein Teil des D r'u'ck s a ch e n b e d a r f s für einen längeren Zeitraum, eventuell für das ganze Jahr 1915, vorausbestimmt werden. Dieser Be - darf soll fetzt zur langsamen, eingeteilten Fertigstellung bestellt werben. Web besonderen Wert darauf legt, datz sein Speftnkvnto nicht nur mit keinem grötzeren Betrage, sondern chtch nicht früher als es sonst geschehen wäre, belastet wird, der kann ja seinen Druckereien vorschrei­ben, datz"Lie Ablieferung. Berechnung und Bezahlung erst späterstttN Januar 1915 oder im Laufe des Jah­res 1915'M erfolgen habe. Viele Druckereien werden gerne dieses'^ Verfahren gutheitzen, um nur inzwischen auf Grund''der festen Aufträge ihre Leute beschäftigen zu können. -

Wer so seine Drucksachen schon jetzt im Voraus be- stellt, der Lübeck an seinem Spesenkonto garnichts, er belastet sich Mit keiner Aufgabe, die höher wäre, als sie ohnedies sein nmutz: > ünd bei manchen Firmen handelt es sich um Dispositionen, die im Gesamtgebiete so be­deutungslos -fftrd,.' datz sie selbst der Materialverwaltung in gewöhnlichen Zeiten nicht wichtig erscheinen.

Aber milöder Betätigung guten Willens auf die­sem Gebiete , würde den Druckereien eine un- gemein wichtige Hilfe geleistet. Soweit sie

meist nur mehr an drei Tagen der Woche. Aber auch der kärgliche Verdienst der halben Arbeit ist gefährdet, wenn nicht neue Bestellungen Zuströmen. Diese sollten von allen, die es nur irgend können, erteilt werden, damit die Druckereien mit der langsamen Aufarbeitung der Bestellungen für später zu verwendende Drucksorten ihre Leute über die Wintermonate beschäftigen können.

Wir sprechen die innige Bitte aus, daß dieser Ap­pell nicht ungehört verhalle und diese Bekanntmachung nicht unbeachtet zu lassen. Hier ist ein Gebiet, wo jeder mit geringer Mühe helfen kann. Und man hilft ja (wenn auch das gesagt sein soll), nicht den Unterneh­mern, die bei so reduziertem Betriebe ihre Regie nie verdienen können, sondern nur dem Bureaupersonal u. den Gehilfen, die vor Enttassung und Erwerbslosigkeit geschützt werden sollen.

Die eiserne Zaust.

Nun reckt übers A?eer sich die eiserne Faust, Dorthin, wo Lüge und Falschheit haust.

Antwerpen siel, und im weitzen Sand,

Am Sand von Ostende am Badestrand Knirscht deutscher Soldaten strammer Tritt,

Hüte Dich, England, wir werden noch quitt!

Nun hüte dich wohl vor der eisernen Faust, Die Stunde ist da, wo Dir heimlich graust,

Wo Dir graust vor dem Brand, den Du entfacht, Vor Deutschlands Grimm und Deutschlands Macht, Wo mit Krachen stürzt der Koloß von Ton.

Hüte Dich England, er zittert schon!

Er zittert, gepackt von der eisernen Faust,

Wo am englischen Meer die Woge braust,

Sie Dir, Du Meerbeherrscherin, droht;

Du wolltest nicht dulden Schwarz-weitz-rot,

Auf dem freien Meer uns dulden nicht,

Hüte Dich, England, Gott hält Gericht!

Johann Pohlmann.

Cilcrarifcbcs.

? Einen nächtlichen Angriff auf ein Blockhaus in den Argon ne n, wobei die Be­satzung von unseren Truppen ausgeräuchert wurde, schildert ein Feldpostbrief in spannendster Weise. Es heißt darin:Von Blockhäusern könnt Ihr Euch gewitz keine Vorstellung machen. Diese Dinger gibt es über­all im Walde, wo man sie weder vermutet noch sehen kann, utrd darin stecken ein oder zweiMaschinengewehre, die uns, wenn gestürmt werden soll, mit der gröhten Seelenruhe abrnähen wie reifes Korn. Es ist durchaus dagegen nicht anzukommen. An diesen Blockhäusern u. vielen anderen Dingen meckt man, datz die Franzosen den Argonnerwald mit grotzer Sorgfalt zu einer Art Festung eingerichtet haben." Dann schildert der Schrei­ber das indianerhafte Vorgehen der deutschen Patrou­ille, die das Haus aUsräucheck und den Posten gefan­gen nimmt. Wir finden diese autzerordentlich fesselnde Darstellung zugleich mit einem stimmungsvollen und anschaulichen Bilde in dem neuesten (8. Heft) von Bongs illustrierter KriegsgeschichteDer Krieg 1944 in Wort und Bild" (Deutsches VerlagshauS Bong u. Co., Berlin W. 57, Preis des Wochenheftes nur 30 Pfennig.)

? Sendet Weihnacht s- und Neujahrs- Karten ins Feld! Dafür ist jeder Krieger, der seinen Angehörigen oder Bekannten zu Weihnachten u. Neujahr ein Lebenszeichen geben möchte, autzerordent - lich dankbar. Eine g r o tz e Auswahl wicklich guter Karten findet man in der Papierhandlung von Al- b i n Klein, Seltersweg 83.

Kirchliche Dachrichien.

Evangelische Gemeinde in Gießen.

1. W ei h nachts feie rtag, 25. Dezember- Kollekte für einen Lazarettzug.

Gottesdienst.

In der Stadtkirche.

Vorm. 9'A Uhr: Pfarrer D. Schlosser.

Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- und Mackusgemeinde gemeinsam.

Anmeldung vorher bei dem Pfprrer jeder Ge­meinde erbeten.

Abends 5 Uhr: Pfarraffistent Hoffmann.

In der Johanneskirche.

Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.

Abends 5 Uhr: Pfarrer Ausseld.

Im Konfirmandensaal Liebigstrahe 56.

Nachmittags 4 Uhr: Taubsdummengottesdienst. Pfarrer Bechtolsheimer.

2. W e i h n a ch t s f e i e r t a g, den 26. Dezember. Kollekte für einen Lazarettzug.

In der Stadtkirche.

Vorm. 9Uhr: Pfarrer Schwabe.

Abends 5 Uhr: Siehe Johanneskirche.

In der Johanneskirche.

Vorm. 9 Vi Uhr: Pfarrer Ausseid.

Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- u. Iohannesgemeinde gemeinsam. Anmeldungen vor­der bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten, rd.' ' IV.-x: 'T- : crrtr Bechtolsheimer.

Sonntag nach Weihnachten, den 27. Dezbr. Kollekte für einen Lazarettzug.

In der Stadtkirche.

Vorm. 9'A Uhr: Professor D. Schian.

Abends 5 Uhr: Geistliche Mujckaufführung, zu der be­sonders auch unsere Verwundeten eingeladen wer­den.

In der Johanneskirche.

Vormittags 9 l / 2 Uhr: Pfarraffistent Hoffmann.

Abends 5 Uhr: Siehe Stadtkirche.

.^amstag, den 26. Dezember (2.Weihnachtsfciertag), abends l/ 2 Ilhr: Weihnachtsfeier der Vereinigung konfirmierter Mädchen der Mackusgemeinde. Sonntag, den 27. Dezember, abends 8 Uhr: Weih­nachtsfeier des WaiZburgvereins im Mackussaale Kirchstratze 9.

Katholische Gemeinde in Gießen.

Donnerstag, den 24. Dezember. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gele- genheit zur hl. Beicht.

Abends 8 Uhr wird ein fremder Priester Beicht hören. Freitag, den 25. Dezember. Weihnachtsfest.

Boyn. von 5 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm, um 5 Uhr: C h r i st m e t t e.

Vcrm. 6 Uhr: Heilige Messe.

Vorm. 7 Uhr: Heilige Messe.

Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.

Vorm. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.

Vorm.'11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Militärgottes­dienst.

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Ge­legenheit zur hl. Beicht.

Nachm. 5% Uhr: Feierliche Vesper mit ScAcn. Diaspora.

In Hungen um 6 Uhr.

In L a u b a ch um 10 Uhr.

Samstag, den 26. Dezember.

Fest des Hl. Stephanus.

Vorm. &]/ 2 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.

Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe.

Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.

Vorm, um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.

Vcrm. 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt- Militärgottes - dienst.

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gele- genheit zur heiligen Beicht.

Nachm. 5'/z Uhr: Festandacht mit Segen.

Diaspora:

In G r ü n b e r g um 9]/ 2 Uhr.

In Lich um 9^ Uhr.

Sonntag, den 27. Dezember.

Sonntag nach Weihnachten.

Vorm. 6 y 2 Uhr: Gelegenheit zur hi. Beicht.

Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe.

Vorm» um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. VorR. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.

Vorm. 11 Uhr: Heilige Messe mit Predigt.

Nachmittags 5% Uhr: Andacht.

Sammelt und spendet für unsere Schulter an Schulter mit der türkischen Streitmacht stehenden Brüder!

Weitab von den Grenzen des Vaterlandes steht eine beträchtliche Anzahl deutscher Kämpfer, um gemeinsam mit unseren osmanischen Waffenbrüdern auf den ent- serMen Schlachtfeldern für das Niederringen der gemein­samen Feinde zu streiten, zu darben, und, wenn es sein muß, zu fallen. Auch dieser todesmutigen Landsleute wollen wir gedenken; auch ihnen das mitfühlende Herz und die spendende Hand nicht vorenthalten; auch sie alle sollen Anteil haben an den Zeichen der Liebe, die wir alltäglich in großen Mengen an unsere Braven zu Lande und zu Wasser hinausgehen lassen. Auch der Bund für freiwilligen Vaterlandsdienst hat die Zuführung von Liebesgaben nach der Türkei in die Hand genommen und wendet sich nun an Deutschlands Volk in Stadt und Land mit der Bitte, mitzuhelfen, auf das kein erreichbarer Teil unserer weitab von der Heimat ringenden Söhne und Brüder unbedacht bleibe.

Sendet uns Eure Gaben und wir werden für deren gewissenhafteste Zuführung sorgen.

Berlin W. 9, Potsdamer Platz, Bellevuestr. 21-L2, - den 16. Dezember 1914.

PostscheckkoMo: Berlin 20 879.

Verantwortlich: A l b i n Klein, Eiehen.

Peufsche Hausfrauen!

Kauft nie wieder das englische Mondamin.

Besser ist Dr. Oetkers Gustin.

In Pakelen zu ln. .70 und 60 Pfg überall zu ! nVn.