Ausgabe 
24.12.1914
 
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MS

Nr. 191.

Donnerstag, den 24. Dezember 1914. Tel-ph°n Nr.26. Iahrg.

Neue erfolgreiche Kämpfe im Westen.

Eine neue Schlacht auf der ganzen Front in Polen, Galizien nnd den Karpathen. Ein französisches Unterseeboot durch die Oefterreicher znm Sinken gebracht.

Amtliche Tagesberichte.

WTB. Großes Hauptquartier, 19. De­zember. (Amtlich.) Im Westen erfolgte gestern eine Reihe von feindlichen Angriffen. Bei N i e u p o r t, B i r s ch o t e und nördlich La Bassee wird noch gekämpft. Westlich Lens, westlich Albert und west­lich Noyon wurden die Angriffe abgeschlagen.

An der o st preußischen Grenze wurde ein russischer, Kaviallerieangrisf westlich Pillkallen zurückgewiesen.

In Polen wird die Verfolgung fortgesetzt.

Ober st e Heeresleitung.

WTB. Großes Hauptquartier, 20. De­zember. (Amtlich.) Im W e st e n stellte der Gegner seine erfolglosen Angriffe bei N i e u p o r 1 und B i r s ch o t e ein.

Die Angriff« in der Gegend von La B a s s e e, die sowohl von Franzosen als Engländern geführt wurden, find mit großen Verlusten für den Feind abgewiesen worden. 200 Gefangene (Farbige und Engländer) sielen in unsere Hände. RNnd 600 tote Engländer liegen vor unserer Front.

Bei Notredame de Loreit, südöstlich Be - thune, wurde «in deutscher Schützengraben von 60 Me­ter Länge an den Gegner verloren. Verluste bei uns ganz gering.

In den Argonnen machten wir kleinere Fortschritte und erbeuteten 3 Maschinengewehre.

Ober st e Heeresleitung.

WTB. Großes Hauptquartier, 20. De- zember. (Amtlich.) Der Kaiser hat sich, nachdem er vollständig wiederhergestellt ist, aufs neue zur F r o n t begeben.

Die ober st e Heeresleitung.

WTB. Großes Hauptquartier, 20. Dez. (Amtlich.) Von der o st- und w e st p r e u ß i s ch e n Grenze nichts Neues.

In Polen machten die russischen Armeen den Versuch, sich in einer neuen vorbereiteten Stellung am R a w k a und N i d a zu halten. Sie wurden überall angegriffen.

Ober st e Heeresleitung.

WTB. Großes Hauptquartier, 21. De­zember, vormittags. Französische Angriffe bei N i-e u - port wurden auch gestern ab gewiesen, ic. Zwi­schen Richebourgh-l'Avoue und dem Canal d'Aire a La Bassee griffen unsere Truppen die Stellung der E n g l ä n d e r u n d Inder an. Die feindlichen Schützengräben wurden gestürmt, der Feind aus seinen Stellungen unter schweren Verlusten gewor­fen. Wir erbeuteten «in Etschütz, fünf Maschinen-Ge - wehre, zwei Minenwcrfer Und nahmen 270 Engländer und Inder, darunter 10 Offiziere gefangen. Derber Notredame de Lorette am 18. Dezember an den Gegner verlorene Schützengraben ist z u r ü ck e r - r, b e r t. In der Gegend Soüain -Massiges (nordöstlich Chalons) griffen die Franzosen gestern hef­tig an und drangen an einer Stelle b i s i n u n s e r e Vor.yräben vor. Ihre Angriff>e brachen jedoch sämtlich in unserem Feuer zusammen. Vier Offiziere und 310 Mann ließen die Franzosen »nun- serer Hand; eine große Anzahl gefallener Franzosen liegt vor unseren Stellungen. .

In den Argonnen nahmen wir eine wichtige Waldhöhe bei L e F o u r d e P a r i s, eroberten drei Maschinengewehre und eine Revolverkanone und mach­ten 275 Franzosen ZU Gefangenen. Die mit großer Heftigkeit geführten Angriffe der Franzosen n o r d - w e st l i ch V e r, d U n scheiterten gänzlich.

Die große Regsamkeit der Fran z o - sen vor unserer ganzen Front ist erklärlich durch fol­genden bei -einem gefallenen französischen Offizier ge­

fundenen Heeresbesehl des Generals Ioffre vom 17. Dezember 1914 :

Armeebefehl vom 17. Dezember 19 1 47

Seit 3 Monaten sind die heftigen und Ungezähl­ten Angriffe nicht imstande gewesen, uns zu. durch­brechen. Ueberall haben wir ihnen siegreich wider­standen. Der Augenblick ist gekommen, um die Schwä­che autz zunutze», die sie uns bieten, nachdem wir uns verstärkt haben an Menschen und Material. Die Stunde des Angriffs hat geschlagen. Nachdem wir die deutschen Kräfte in Schach gehalten haben, handelt es sich darum, sie zu brechen und unser Land 'endgültig von den Eindringlingen zu be­freien. Soldaten ! Mehr als jemals rechnet Frank - reich auf Eur.en Mut, Eure Energie und Euren Wil­len, um jeden Preis zU siegen.' Ihr habt schon gesiegt an der Marne, an der Pser, in Lothringen uNd in den Vogesen. Ihr werdet zu siegen verstehen bis zuM schließlichen Triumph. I o f f r e."

In O st- und W> e st p r e u ß e n ist die Lage un­verändert; in Polen fortschreitender An­griff gegen die Stellungen, in denen der Feind Front gemacht hat.

Ober sie Heeresleitung.

WTB. Großes Hauptquartier, 23. De­zember. Angriffe in den Dünen bei Lombartzyde und südlich B i r s ch o t e rviesen unsere Truppen leicht ab. Bei RiK ebourg l'A v o u e wurden die Engländer gestern wieder aus ihren Stellungen ge­worfen; trotz verzweifelter Gegenangriffe wurden alle Stellungen, die zwischen Richebourg und dem Canal d'Aire La Bassee den Engländern entrissen waren, ge­halten und befestigt. Seit 20. Dezember fielen 7 5 0 Farbige und Engländer als Gefangene in un­sere Hände, 5 Maschinengewehre und 4 Minenwerfer erbeutet.

In der Umgegend des Lagers von Chalons entwickelte der Feind eine rege Tätigkeit. Angriffe nörd­lich Sillerp, südöstlich Reims, bei Souäin und Perthes wurden von uns, zum Teil unter schweren Verlusten für die Franzosen, abgeschlagen.

In O st- und W e st p r e u h e n blieb die Lage unverändert.

Die Kämpfe um den B z u r a- und R a w k a - Abschnitt dauern fort, aus dem rechten Pilica-User ist die Lage unverändert.

Ober sie Heeresleitung.

WTB. Wien, 20. Dez. Amtlich wird verlaut - bart: 20. Dezember, mittags:

In den Karpathen wurden gestern die feind­lichen Vortruppen in dem Latorcza-Tal zu-rückgeworfen. Nordöstlich des Lupkower Passes entwickeln sich größere Kämpfe.

Unser Angriff aus der Front Krosno-Zaklic- z t) n gewann überall Raum. Im B i a l l a 1 a l dran­gen unsere Truppen bis T u ch o w vor. Die Kämpfe am uMeren D U n a j e c dauern fort.

Die Russen haben sich somit in Galizien neuerdings gestellt. In Südpolen erreichten wir die Nida.

Der Stellvertreter des Chefs des Eeneqalstabs: von Höfel, Feldmarschalleutnant.

WTB. Wien, 21. Dez. Amtlich wird ver- laurbart: 21. Dezember mittags: In den Karpa­then macht unser Angriff im oberen Flußgebiet der Latorze güte Fortschritte. Nordöstlich des Lup­kower Passes an der Linie nördlich Krosno- T u ch o w und am Unteren Dunajec wird hef­tig weiter gekämpft. Die Lage in Südpplen hat sich nicht geändert.

Der Stellvertreter des Chefs des Eeneralstabes: v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.

WTB. Wien, 23. Dez. Amtlich wird ver­lautbart: 23. Dezember, mittags: Unsere Operationen in den Karpathen nehmen einen günstigen Verlauf. Im Latori:za-Eebiet wurde ein russischer Angrifssver - such bei Bolocz (Volovez) abgewiesen. Im oberen Ung- Tale machten unsere Truppen gestern 300 Gefangene bei Fenyvosoölgr, und drangen weiter vor. Auch nord ° östlich des Lopkower Passes in derRichtung gegen Lisko gewann unser Angriff Raum.

Das offizielle.CommUniquee des russischen General­stabes vom 18. Dezember behauptete, daß uns an die­ser Front 3000 Gefangene und auch Geschütze und Ma- schinengewehrck angenommen wurden. Diese Angaben sind erfunden. Unsere hier austretende Kampfgruppe verlor an Toten, Verwundeten und Vermißten zufam - men 2 Offiziere und 305 Mann; nicht ein Geschütz, nicht ein Maschinengewehr fiel in die Hände des Fein­des.

Die heftigen Kämpfe bei Krosno, Iaslo, Tuchow und am Unteren Dunajec halten an. An diesem Fluß erneuerten die Russen auch in der vergangenen Nacht ihre vergeblichen verlustreichen Angriffe.

An der Nida steht vorerst der Kampf. Nächst der Mündung dieses Flusses wurde eine Brücke des Fein­des über die Weichsel in Brand geschossen.

Südlich T o m a s z o w wurde von unseren Trup­pen ein Nachtangriff kaukasischer Regimenter abgeschla­gen. Die Kämpfe unserer Verbündeten um den Eawka- und Bzuraabschnitt dauern fort.

An der ganzen Front ist somit eine neue Schlacht im Gange.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von H ö f e r, Feldmarschalleutnant.

Vom Krieg im Westen.

Aiuis V ö ü l v g n e wirb telegraphiert, die Dem - schen hätten die Beschießung von Apmenti- e r e s mit großer Heftigkeit wieder ausgenommen. Von Freitag abend 9 Uhr bis Samstag früh 7 Uhr seien mehr als tausend Granaten in die Stadt gefallen. Lon­doner Blättermeldungen besagen, daß der Kampf in Nordflftndern in den letzten Tagen an Heftigkeit zutze- nommen habe.

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Jofsrc will keine Japaner.

Einer Meldung desLok.-Anz." aus Genf zufolge, beklagt sich der ehemalige Minister P i ch o n über die in leitenden französischen Kreisen einer Militärkon- vention mit Japan bereiteten Schwierigkeiten. Pichons Klage richtet sich, wie autz Andeutungen her­vorgeht, gegen den Generalissimus I o f f r e, dem die fremdländischen Heereselemente schon jetzt viel zu sKaf- sen machen.

Keine japanische Hilfe.

Der italienischeCorriere della Sera" erklärt auf GrnNb vpn an bester, auswärtiger Stelle eingezogener Erkundigungen mitleilen zu können, daß man in T o- k i o zwar durch die Einladung Frankreichs sehr ge­schmeichelt sei, aber weder die Absicht noch den Wunsch hege, Truppen nach Europa zu senden. (L. A.)

Neue englische Truppen.

Der auf Seiten der verbündeten Armeen befindliche Berichterstatter derTijd" schreibt, daß neue Trup­pen aUs England angekommen sind. Die Eng­länder haben ihr Augenmerk hauptsächlich auf den Ka­nal von Seebrügg.« nach Gent gerichtet und wollen alles dalansetzen, um Ostende wiederzugewinnen. Oh aller­dings irgend welche Aussichten bestehen, dieses Ziel zu erreichen, wird nicht gesagt, und man muß diese Mitteilung in das Reich jener zahlreichen phantastischen Angaben verweisen, die besonders auf Seiten der Bcr- bündeteni in reicher Fülle blühen. Nichtsdestoweniger scheint sich ' bei den Engländern eine erhöhte Tätigkeit bemerkbar zu machen. Aus Dünkirchen wird derTijd"