inhobern möglich sein, die beschränkt zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte einzuteilen, wodurch die einzelnen Handwerkszweige der großen Aufgabe, die Bevölker - ung mit den Bedürfnissen des täglichen Lebens zu versehen, besser gerecht werden, aber auch die übernom - menen militärischen Lieserungen rechtzeitig fertig stellen können. Der große Wert des Fortbildungsschulunter - nichts für die Heranwachsende Jugend darf nicht verkannt werden. Lediglich die außergewöhnlichen Verhältnisse veranlaßten den Antrag.
, ::: Wie gewissenhaft alle Militär
personen in der Beobachtung der Militärgesetze sein müssen, zeigt folgender vor dem Kasseler Kriegsgericht verhandelter Fall. Ein verheirateter Reservist, K. D., vom 32. Infanterie-Regiment, war am 12. September durch einen Armschutz verwundet worden und befand sich in einem Berliner LazaPrlt in Pflege. Ende November entfernte er sich ohne Urlaub aus dem Lazarett und fuhr nach Mittelschmalkalden zu seiner Frau, die ihrer Entbindung entgegensah. Er hielt sich dort über 8 Tage auf und wurde, als er sich wieder ins Lazarett begab, wegen unerlaubter Entfernung unter Anklage gestellt. Das Gericht erkannte gegen ihn auf die Mindeststrafe von 6 Monaten Gefängnis.
• Für Postanweisungen nach den N i e- derlanden und niederländischen Kolonien gilt von jetzt der Einzahlungskurs 186 Mk. gleich 100 Gulden.
' P o st d i e n ft während der Weihnachtszeit. Am Sonntag, den 20. Dezember, findet in Gießen eine einmalige Brief- und Geldbeftcllung und eine zweimalige Paketbejtellung statt. Die Post - schattet sind für die Annahme von Paketen non 8 Uhr vcrmittags bis 7 Uhr nachmittags, für die übrigen Gegenstände wie gewöhnlich (von 8—9 Uhr vorm, und 12—1 Uhr nachm.) geöffnet. Am 1. Weihnachtsfeiertag wird eine einmalige Paketbestellung, am 2. Festlage eine Eeldbestellung ausaeführt; Briefbestellung und Echalter- dienstftunden wie an Sonntagen. Die Landbestellung fällt am 1. Feiertage ganz aus. Am 1. Weihnachtstage kann die Verzollung von Paketen auf dem Häuptfleuer- antt von 11—12 Uhr erfolgen.
»
n Gießen. Dr. Fritz Tripel, Unterarzt im Feld, erhielt das Eiserne Kreuz.
n Gießen. Wegen des P e t r o l e u m m a n - g e l s soll allen Bedieinsteten und Funktionären der Stadt, die in städtischen Gebäuden wohnen, elektrisches Lickt und Gas eingerichtet werden, wozu die Stadt - vcrordneten die nötigen Mittel bewilligten. — Dem Säuglingsheim wurde außer dem städtischen Zuschuß von jährlich 3000 Mk. zur Deckung eines Fehlbetrages aus 1913 der Betrag von 700 Mark bewilligt.
! Mainz. Der Gouverneur der Festung Mainz hat das Neujahrsschießen, ebenso das Abbrennen von Feuerwerkskörpcrn in der Silvesternacht und den Verkauf von Feuerwerkskörpern, ganz ohne Rücksicht auf das Alter der Kaufenden verboten. — Das Verbot ist sehr am Platze.
! Mainz. Die Mainzer Metzgerinnung hat neuerdings bei ihren Mitgliedern eine Eeldsamm - lung vorgenommen, um den Truppen im Felde eine Weihnachtsfreude zu bereiten. Für den gesammelten Betrag wurden 40 000 Zigarren angekauft, da hiernach das größte Verlangen besteht. Berücksichtigt wurden bei der Verteilung in erster Linie die s ä m 1 l i ch e n M a in- zer Regimenter, denen 30 000 Zigarren über - wiesen wurden. Weitere 10 000 sind der Annahme - stelle 2 des 18. Armeekorps, Jntendanturgebäude in Frankftnt a. M., als Sammelstelle der Hessischen Handwerkskammer übersandt worden, zur Verteilung durch die Heeresverwaltung an solche Truppen, die wenig oder gar nichi von Hause bedacht wurden.
! Worms. Infolge der fortwährend steigenden Mehlpreise drängen alle Verwaltungen auf eine Vereinfachung der Herstellungsweise aller Baekwerke. Seit dem 13. Dezember darf in allen Betrieben nur eine
Sorte kräftiges Schwarzbrot, ein sogenanntes,K riegs- b r o t hergestellt werden. (Weißbrot nur noch auf besondere Bestellung.) Mle Barkwerke, die mit Mehl gestaubt sind, kommen wegen unnötiger Mehlverschwendung von jetzt an gänzlich in Wegfall.
! Wiesbaden, 13. Dez. Einer der wackersten Landräte des Regierungsbezirks Wiesbaden, der einer alten nctfjiauifchen Familie entflammende Freiherr Maischall v on Bieberstein in Montabaur, ist am 11. November den Heldentod fürs Vaterland gestorben.
* Dr. Strefemann (natlib.) wurde am Donnerstag bei der R e i ch s 1 a g s e r s a tz w a h l für den verstorbenen Dr. Semler im Wahlkreise Aurich-Witt- mund bei starker Wahlbeteiligung gewählt. Der Wahl - kreis ist seit 1893 ununterbrochen im Besitz der Ratio- nailiberalen. Der neue Abgeordnete für Aurich, Dr. Stresemann, hat dem Reichstage schon einmal, von 1907 bis 1912 für Annaberg angehört.
o Homberg a. Ohm. Durch Anfertigung von etwa 100 zweirädrigen Karren für Kriegszwecke, teils Munitions- und teils Sanitätskarren, wurde einer ganzen Anzahl hiesiger Handwerker lohnender Verdienst gewährt. Eine größere Anzahl der sogn. Russenwagen wurde bereits sertiggestellt.
):( Allend ors (Kr. Kirchhöin), 11. Dezember. An Liebesgaben für die notleidende Bevölkerung des Elsaß wurden gestern an hiesiger Station 230 Zentner Kartoffeln verladen. Davon lieferte die Gemeinde Al- lendors 170 Ztr. und Speckswinkel 60 Zentner.
::: Erfurt, 12. Dez. Der Sanitätsunteroffizier Emil Reitzmann aus Zeulenroda, der L i e b e s g a - b e n, die für Verwundete bestimmt waren, sich a n g e- eignet hatte, wurde zu einem Jahr acht Monaten Gefängnis, Degradation und Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes verurteilt.
Liierarifcbes.
? Krieg! — Das ist jetzt die alle Gemüter beherrschende Losung. Was Wunder, daß ihr auch der „L ah rer Hinkend« Bote" mit der EefinnuNg eines rechten Vaterlandsfreundes Rechnung trägt! Indem er zum 115. Male seine Wanderung antritt, wirft er einen Blick auf die Wirrsale der Zeit, und sein Nachwort zu den „Weltbegebenheiten" (das nur noch einem Teil der Kalender beigefügt werden konnte, auf Wunsch aber kostenlos nachgelicfert wird ) faßt die Ereignisse der jüngsten Zeit bis zu den neuesten Siegen unseres Hindenburg, den ruhmreichen Erfolgen im Westen und der Erhebung des Islam in eine volks- tümlihhe Kriegsbetrachtung zusammen. Der „Hinkende" ist kein Sauersehei, das fühlt man auch dieser Dar - stellung an, die voller Schalkheit auf einen der großen Vaterlandssache würdigen, zuversichtlichen Ton gestimmt ist. Ein merkwürdiger Zufall will es, daß die Kriegs- betrachtung zufammentrifft mit Erinnerungen an das Jahr 1814-15, die wieder mit einem Aufblick zu Bismarck schließen, der ja im gleichen Jahr geboren ward, da das Schicksal den korsischen Riesen fällte. — Den übrigen Inhalt des allbeliebten Kalenders, der in Tert und Bild bewährtem Herkommen treu bleibt, bilden slimmungs« und spannungsvolle Erzählungen aner - kanntet Volksschriftsteller, vielerlei Unterhaltendes, aber auch Belehrendes wie des Hinkenden Strandrede über den Panamakanal. In Stadt und Land wird man den „Hinkenden" wiederum als alten Freund und Berater willkommen heißen, aber wie im Winter 1870- 71 derselbe Hinkende den tapferen Deutschen im Felde zu Kurzweil und Erhebung diente, so mög' es auch heuer sein! Ein Volkskalender neben dem Lichterbaum wird eine dankbar aufgenommene Liebesgabe für unsere Helden bilden.
? Um Vaterland und Freiheit nennt sich eine im Verlag von Hermann M o n t a n u s in Siegen erschienene Kriegschronik, die 240 Bilder in guter Ausführung mit kurzem geschichtlichen Teil vereinigt. Es ist eine Zusammenstellung, die sich streng der Wahrheit und geschichtlichen Treue befleißigt und im
Format äußerst handlich ist. Da auch der angesehte Preis von 2 Mark für das Gebotene ein sehr niedriger genannt werden kann, ist dem mit Sorgfalt zusammen- geftellten Buch eine weite Verbreitung zu wünschen.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde in Hießen.
Sonntag, den 20. Dezember, 4. Advent.
Gottesdienst.
In der Stadtkirche.
Vorm. 9% Uhr: Pfarrer Schwabe.
Vorm. 11 Uhr: Militärgotlcsdienst und heiliges Abendmahl für die Militärgemcinde. Pfarrer Schwabe. Nachm. 2 Uhr: Kinderkirche für die Matthäus- und Mariusgemeinde gemeinsam. Pfarrer Schwabe. Abends 5 Uhr: Pfarrassistent Hofsmann.
Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Magkusgemeinde (Diezstraß« 15). Donnerstag, den 24. Dezember, nachmittags 3 Uhr: Weihnachtsfeier für die Kinderkirche der Matthäus- und Markusgemeinde gemeinsam. Pfarrer D. Schlosset, Pfarrer Schwabe.
Am l. Weihnachtsfeiertag findet im Hauptgottesdienft Beichte und heiliges Abendmahl für Matthäus- u. Markusgemeinde gemeinsam statt. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
In der Johanneskirche.
Vorm. 9% Uhr: Pfarrer Ausfeld.
Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannes-Gemeinde. Pfarrer Ausfeld.
Nachm. 3 Uhr: Weihnachtsfeier für die Kleinkinder-Be- wahxanstalt. Pfarrer Ausfeld.
Abends 5 Uhr: Pfarrer Vechtolsheimer.
Abends 7% Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Lukasgemeinde im Lukasfaal. Mittwoch, den 23. Dezember, nachmittags 3 Uhr: Weihnachtsfeier für die Kinderkirche der Lukasgemeinde.
Pfarrer Vechtolsheimer. Donnerstag, den 24. Dezember, nachmittags 3% Uhr: Weihnachtsfeier für die Kinderkirche der Johannesgemeinde. Pfarrer Ausfeld.
Am 1. Weihnachtsfeiertag wird in beiden Kirchen die alljährliche Kollekte für die Kleinkinder-Bewahran- stalt erhoben werden.
Am 2. Weihnachtsfeiertag findet im Hauptgottesdienst Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas-u!. Jbshannesgemeinde gemeinsam statt. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Katholische Gemeinde in Gießen.
Samstag, den 19. Dezember.
Nachmittags uw 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.
Sonntag, den 20. Dezember.
4. Advent-Sonntag.
Vorm. 6 y 2 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.
Vorm. 7 Uhr: Die erst« hl. Messe.
Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.
Vorm. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.
Vorm. 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Militärgottesdienst.
Nachm. h l / t Uhr: Christenlehre; darauf sakramentalisch« Bruderschafts-Andacht.
Dienstag, abends um 7 l / t Uhr, ist Kriegsbittan - dacht.
Diaspora:
'In Lich um 9^ Uhr.
Verantwortlich: A l b i n Klein, Gießen.
Puddings
aus Dr. Oetker’» 4>u»tin
sind wohlschmeckend und ein vorzügliches Nahrungsmittel. besonders für Kinder.
Ich habe hier draußen beim Landsturm ln Frankreich und Belgien die Erfahrung gemacht, wie wohltuend es ist, einmal ein Witzblatt zu sehen, ja, wieviel mehr cs uns jetzt im Krieg bietet und leisten kann, da so ganz andere Vorgänge Objekt geworden sind und der deutsche Humor Grund genug hat, sich zu betätigen!" So schreibt Herr Professor R. Wilbrandt, Tübingen, z. Zt. im Feld, und in einem Brief des Landesvereins vom Roten Kreuz in Hamburg vom 17. November heißt es: „Unterzeichneter dieses kommt von der Front zurück und erlaubt sich mitzuteilcn, daß dort großes Bedürfnis nach Witzblättern ist! Besonders verlangt rnan die
„Lustigen
Oie Truppen müssen, um schlagfertig zu sein, bei gutem Humor erhalten werden!"
Fügt also die „Lustigen Blätter" allen Liebesgabensendungen bei oder sendet sie direkt als Feldpostbrief ins Feld !
Aber auch für die Daheimgeblicbenen werden die „Lustigen Blatter" ein wertvolles Dokument aus Deutschlands größter Heldenzcir bleiben.
Darum sammelt auch die Kriegs-Nummern der „Lustigen Blätter"!
Probe- und Feldpost-Abonnements für Dezember nur 1.— Mk. bei allen Buchhandlungen, Kolporteuren und Postanstalten.
Verlag der „Lustigen Blätter" in Berlin SW 68. "


