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Nr. 97. Mittwoch, den 9. Dezember 1914.
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Telephon Nr. 363. 26. Jühris.
Die große Schlacht in Polen von den Deutschen gewonnen.
Lodz irr deutschem Besitz.
Die Russen auch von den Oesterreichern in Galizien zurückgeworfen.
Amtliche Tagesberichte.
WTB. Großes Hauptquartier, 5. Dez., joimittags. (Amtlich.) In Flandern und südlich oon Metz wurden gestern sranzösische Angriffe abge - niesen. Bei La Bassee, im ArgonnerWald mb in der Gegend südwestlich von A l t k i r ch machten rnsere Angriffe Fortschritte.
Bei den Kämpfen östlich der masürischen 2 e e n ist. die Lage g ü n st i g. Kleine Urtternehnrun- ;en brachten dort 1200 Gefangene ein. In Polen .nrlaufen unsere Operationen regelrecht.
Oberste Heeresleitung.
WTB. Grohes Hauptquartier, 6. Dez. (Amtlich.) Vormittags.. Auf dem Kriegsschauplatz östlich der Masurischen Seenplatte verhielt sich der Gegner ruhig.
Der Verlauf der Kämpfe umLodz entspricht nach wie vor unseren Erwartungen. — In Südpolen leine Veränderung.
Ober st e Heeresleitung.
WTB. Großes Hauptquartier, 6. Dez., nachmittags. (Amtlich.) Lodz wurde heute nachmittag von unseren Tnkppen genommen. Die Russen sind nach schweren Verlust.en dort im Rückzüge.
Ober st e Heeresleitung.
WTB. Großes Hauptquartier, 7. Dez., oormttlags. (Amtlich.) Vom w e st l i ch e n Kriegsschau- platz und dem östlich der M a s u l i s ch e n Seenplatte liegen keine besonderen Nachrichten vor.
In Nordpolen haben wir. in langem Ringen bei Lodz durch das Zurückwersen der nördlich, westlich und südöstlich dieser Stadt stehenden Kräfte «inen durchgreifenden Erfolg errungene Lodz ist in unserem Besitz. Die Ergebnisse der Schlacht lassen ich bei der Ausdehnung des Kampsfeldes noch nicht übersehen. Die russischen Vertu st e sind^ zwei- iellos sehr groß. Versuche der Russen aus Südpolen, ihrer bedrängten Armee in Nordpolen zu Hilfe zu kommen, wurden durch das Eingreisen österreichisch-ungarischer und deutscher Kräfte in Gegend südlich Petri- kcw vereitelt.
Oberste Heeresleitung.
MTB. Großes Hauptquartier, 8. Dez., vormittags. An der s l a n d r i s ch e n Front bereiten die durch die letzten Regengüsse verschlechterten Boden - Verhältnisse den Truppenbewegungen große Schwierig - leiten. Nördlich A r r a s haben wir einige kleiner« Jcit- chritte gemacht. — Das Kriegslazarett in Lille ist gestern abgebrannt. Wahrscheinlich lieg Brand- tifliim, vor. Verluste an Menschenleben sind aber nicht zu beklagen.
Die Behwuptung der Franzosen über ein Vor- wärlskommen im Argonnerwalde entspricht nicht den Tatsachen. Seit längerer Zeit ist dort überhaupt kein französischer Angriff mehr crsolgt. Dagegen gewinnen wir fortgesetzt langsam Boden. — Bei Malan - coUrt, östlich Varennes, wurde vorgestern ein französischer Stützpunkt genommen. Dabei ist der größere Teil der Besatzung gefallen. Der Rest einige Offiziere und etwa 150 Mann — Erde gefangen. Ein französischer Angriff gegen unsere Stellungen nördlich Hann) wurde gestern abgewicsen.
Im O st e n liegen von der oft preußischen Grenze keine besonderen Nachrichten vor. — In N o r d- polen folgen die delttschen Truppen dein östlich und südöstlich Lodz schnell zurückweichenden Feinde unmtt - telbar. Außer den gestern schon gemeldeten ungcuwhn-
lkch starken blutigen Verlusten haben die Rüssen bisher etwa 5 000 Gefangene und 16 Geschütze mit Munilionswagen verloren.
In S ü d p o l e n hat sich nichts Besonderes ereignet.
Die ober st e Heeresleit üng.
WTB. Wien, 5. Dez. Amtlich wird verlautbart: In den K a r p a l h e n ereignete sich auch gestern nichts von Bedeutung. In Westgalizien entwickeln sich bei T p m b a r k kleine, für unsere Waffen ersolgreiche Kämpfe. Die Lage in S ü d p o l e n ist unverändert. Die Schlacht in Nordpolen dauert fort.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von H ö f e r, Generalmajor.
WTB. Wien, 6. Dez. Amtlich wird verlautbari: Die Schlacht in Polen nrmnrl einen für die Waffen der Verbündeten günstigen Fortgang. Die nach Westgalizien vorgerückten russischen Trüppen wurden gestern von unseren und deutschen Truppen vom Süden her angegriffen. Die Verbündeten nahmen 2200 Russen gefangen und erbeuteten einige feind - tiche Trains. In den Karpathen fanden Teilkämpfe statt. Der in die Beskid-Stellung eingebrochene Gegner wurde zurückgcworfen und verlor 500 Gefangen«.
Der Stellvertreter des Chefs des Eeneralstabs: v o,n H ö f e r, Generalmajor.
WTB. Wien, 7. Dez. Das Ringen um die Entscheidung ans dem russischen Kriegsschauplätze dauert an. Oeslerreichisch-uügarische und deutsche Truppen wiesen im Mngriff im Raume südwestlich P e t r i k oi w die über Noworadonrsk nordwärts verstrebenden russischen Kräfte zurück, indessen deutsche Truppen den Feind zum Weichen zwangen. — In Westgalizien sind gleichfalls schwere Kämpfe im Gange, ihr Ergebnis steht noch autz. In diesem Raume nahmen unsere und die deittschen Truppen gestern neuerdings 1500 Rüssen gefangen.
In den Karpathen wird weiter gekämpft. An manchen Stellen hat der Feind starke Kräfte wieder hinter den Eebirgskamm zurückgezogen.
Der Stellvertreter des Chefs des Eeneralstabs: v. H ö f e r, Generalmajor.
WTB. Wien, 8. Dezember. Die Kämpfe in W e st g a l i z i e n nehmen an Hestigkett zu. Nunmehr auch vonWesten her angreisend verjagten unsere Truppen den Feind autz seiner Stellung Dob- czyre-Wieliczka. Der eigene Angriff dauert an. Die Zahl der Gefangenen läßt sich noch nicht über - sehen. Bisher wurden über 5000, darunter 27 Offiziere, abgeschoben. — In Polen wurden erneute Angriffe der Rüssen im Raume südwestlich P a t r i k o w von unseren und deutschen Truppen überall abgewiesen.
In den Karpathen hat sich nichts von Bedeutung ereignet.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von H o e s e r, Generalmajor.
Bom Kries, im Westerr.
Frankreichs Iciiics Aufgebot.
Nach der Jahresklasje 1915 beruft Frankreich nurr auch die Jahresklasje 19 16 ein und zwar aus Mitte Februar. Wenn auch diese Rekruten nicht sofort in den Krieg geschickt werden sollen, so scheint doch aus der getroffenen'Maßregel hervorzutzehen, daß Frankreich noch mit einer langen Kriegsdauer rechnet.
Bom Krieg im Osten.
Bom russischen Millionenheer.
Wien, 7. Dez. Das „Fremdenblatt" weiß zu melden: Jene russischen Truppen, die in dem offiziellen Bericht als große feindliche Kolonnen bezeichnet werden, bestchen größtenteils! aus asiatischen Mongolen, Kalmücken, Tschungusen u)n d ' T a t a r e n. Auch dieses deutet daraus hin, daß Rüßland seine l e tz- ten Reserven herangezogen hat.
Bom Krieg im Süden.
Italien »ud die Türkei.
Der König von Italien empfing am 7. Dez. den türkischen Botschafter, der ihm, wie der „Berl. Lokalanz." meldet, versicherte, daß Italien vom Heiligen Krieg ausgeschlossen uüd die Einwohner Libyens von der Türkei, als italienische Untertanen betrachtet würden. (Ctr. Bin.)
Montenegro ist fertig.
WTB. London, 8. Dez. (Nichtamtlich.) Reuter meldet aus Petersburg: Der König von M o n- t e n e g r o telegraphierte an die Börsenzeitung, daß nunmehr die dritte montenegrinische Armee auf dem Schlachffelde gefallen sei. Trotzdem wollten die Montenegriner die Verteidigung ihres Landes sortsetzen und des Feindes Land angreisen. Der König fügt hinzu, daß die Mittel e r s ch ö p s 1 seien und die Montenegriner für Beistand mit Geld Und Material äußerst dankbar wären.
Bom Seekrieg.
Grosse Erfolge des „1l 21“.
Das deutsche Unterseeboot „U. 21" brachte am 23. November den englischen Dampfer „M a l a - chite" zum Sinken, dessen Mannschaft sich aber nach Le Havre retten konnte. Zwei Torpedöstottillen wur- dn zur Verfolgung des Unterseebootes ausgeschickt, das sie anr 25. entdeckten, und das ans einen seiner Ver - folger drei Torpedos schleuderte. Am 26. November erschien „U. 21" beim Kap Antifer, nördlich von Le Havre, wo es den englischen Dampfer „P r i m o" zum Sinken brachte, dessen Mannschaft sich auf Fischerbarken retten konnte. Am 29. November erschien „U 21" wieder in der Nähe vom Kap Aniiser, «schleuderte wieder ein Torpedo auf ein Torpedoboot und verschwand in der Richtung nach Norden. („U. 21" hat seinerzeit auch den englischen Kreuzer „Pathfinder" in den Grund gebohrt. D. Red.)
Englische Verluste zur Tee.
Antwerpen, 8. Dez. Es kann nicht mehr bezweifelt werden, daß die deutschen E e s ch ü tz e der englischen Kriegsflotte im Kanal schwere Verluste beigebracht haben. Dies beweist die fortgesetzte Anschwemmung von zahlreichen Leichen englischer Seesol- d a l e n an der belgisch-holländischen Küste. Bisher sind in Belgien allein über 100 Leichen geborgen worden und täglich werden neue aufgesunden. Man schließt daraus, daß die deutschen Schüsse große Verheerungen aus den englischen Kriegsschiffen anrichteten und mch - rere stark beschädigt haben. Hierdurch erklärt sich das plötzliche Verschwinden der englischen Kanalflvtte von der belgischen Küste. (B. N. N.)
Aus Rom wird der „Voss. Ztg." berichtet: Ankömmlinge aus Konstantinopel melden, daß vor den Dardanellen 40 sranzösische und englische Schisse kreuzen und daß Gerüchte von


