Ausgabe 
3.12.1914
 
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utbc von seinem Vater die Bedeutung bei; Sammlun- u für das Rote Kreuz klargemacht. Das Kind ver- uftc darauf das auf dem Hofe herumliegende Eisen, en Erlös- und den Inhalt seiner Sparbüchse über - achte es?dem Hausarzt mit der Bitte, das Geld für is Röte Kreuz anzunehmen.

Auch eine Nriegserklärung.

Ein neues Deutschland ist im Werden. Wie die lten von einem Vogel erzählten, der sich in beslimm- ii Zeiträumen selbst verbrenne und dann wiederum erjüngci also ist gegenwärtig eine Periode des Deut- hen Adlers abermals. vorüber und im Vollgesühle der rast regt er seine Schwingen, einen höheren Flug zu ehmcn.

Deutschtum fliegt über die Erde wie der Ham- >er Thors, und Schwarz-Weiß-Rol ist Trumpf in einem verhörten Kampfe.

herrliche Früchte hat der furchtbare Krieg etragett: er hat die Parteien wcggesegt, die Standes - nterfchiede aufgehoben, die Altersstufen geebnet, ein inziges großes heldenmütiges Volk steht auf, Ein Herz nd Eine Seele, selbstbewußt und erhaben, entschlossen, ne.Herkules dem dreiköpfigen Ungeheuer den Garaus u ittächfn, und in vieler Beziehung zurückgebliebene inglastd zh stürzen und den vereinigten Staaten von iuropch/den Frieden zu diktieren."

TDäf^n'^at endlich auch der Kampf gegen einen -rbsehlctz Vst Ueberschwemmung der deutschen Sprache nit FretNdwörtern im großen Stil eingesetzt, auch eine cluckt des/Krieges und auch eine Kriegserklärung. Ue- >er Pacht/ hak man sich auf sich selbst besonnen und das iNdeukscke Wesest/ die französische Mode und den eng- ischmSMrl ist Acht und Bann getan über Nacht st^ Cafe Franca is ein deutsches Kaffee- i a ii s-^tchorden, über Nacht das Adieu! aus dem Inyastng« ^erschchüfiben. Frauen, Laien, Handwerker, UnM^istfWfieren sich jetzt plötzlich für die Reinheit bref jäfSage, ereifern sich über die Ausländerei, ma- hen Frö^li geg;n die Speisekarte und Vorschläge zur 8e;beften>)rg Hetzen eine Buße von 5 Pfg. für jeden mvötts/cheP (AUSdruck fest und schreiben mit großen Let- erir aN? M,fr kön rtett auch deutsch reden! Das PuhÜllD^Denkt sich im allgemeinen die Sach« leich- er chls.m'fft und schießt oft über das Ziel hinaus.

. Es 'rTt Ästem großen Volke nicht zuZumuten, alle ieinf, Fhenchwörter ohne Unterschied auszurotten; diese FremdlmgP sind zum Teil ein Kennzeichen seiner Größe. Wenn man eine Weltstellung «innimmt, so muh man auch von der Welt etwas annehmen und lernen, eben weil düs eiste Pr^tzide Welt ist. Eine ausländische Ware, eine 'ausländische Ftückt, die auf unseren Markt ge - bracht wM, Vrtit ihrem ausländischen Namen zu be- nennenP/stst doch 'wenigstens zunächst das Natürliche; wo sollen wir HMü einen deutschen Namen herhaben, wenn wir Mw Dknst'Nbck gay nicht kennen Und es zum er- stenmaldHetzen. ÄZeM'tnän z. B. das Cafe Fran­cais stbSstdrrt und Kaffeehaus dafür schreibt, so ist dp? /gewiß wblichl und angebracht. Aber man hütet sich doch mik Vtkckt. auch das Wort Kaffee auszu- merM.' ö^dleich/eS auch nicht deutsch ist. Auf der Erim- maischrn 2 trähe in Leipzig hängt ein Modewarenge - sckäfi/«ist« Entschuldigung heraus, daß es noch nach wie Dojoeh Artikel Korsett Royal und Korsett I str p «Mst'k' auf Lager habe; Royal und I m p e- r i chl seieififtine französischen Wort«, das sei lateinisch. Der BesWi'chot nicht gleich daran gedockt, daß auch K o r s r rn'W. Grund« lateinisch und «inVerkleinerungs- wort voö^E öTpus sei, deutsch: Leibchen. Was hilft ,; ifW Min aber das Latein? Ist denn das La. teinische deutsch? Freilich gehören zu den fremden Wa­ren nnst'GckitUstniften auch zahllose lateinische Begrifi«, die Pns^'tne^A'ömrk vor Zeiten ins Haus gebracht ha- ben/'Äeil/ft^AUMal die Lebrmeister unserer Kultur ge- wöfen sinn. Das Wort Körper selbst z. B., das wie ft ost'f r tk'aus Corpus entstanden und durch die PckesUr find' Aerzte eingebürgert worden ist. Es ist uns"Mich «NMäl neu und fremd gewesen. Wollten wir alles 'Undeüffche verbannen, so mühten wir die Län- dnst"uuV"VSlk«rnaM«n selbst und die ganze Geographie fortwerfen, denn die fremden Eigennamen haben wir doch'ebktffcill^ von den Fremdlingen anqenornmen. Das gehr "dpch 'nickt än; es ist freilich ein Rest unserer ein- stigcN' Demuk Änd ein Mangel an Selbstbewußtsein, daß die 'ftemdest Eigennamen von den Gelehrten sttavisch nachAesoDhen und die geläufigen deutschen Formen ver- mledW ckekden. Dieser Pedanterie machen sich andere ? V3M "nicht schuldig. Ml es in allem, ist zwiscken

Fiststtdwöttern und Fremdwörtern wohl unterschei­den. Unbedingt verwerflich sind nur welsche Ausdrücke für Sachen, die wir haben und von jeher gehabt ha- den die wir aber aus Mangel an Malionalgefühl mit I h» I »]h.»! i II i m ' ji i ulij. ii

einem fremden Namen belegen, weil uns dieser gelehr­ter und feiner klingt. Hier ist der Kyieg am Platze; er ist auch hier wieder schwerer als man dentt man wird es keinem dewschen Soldaten einreden, daß ein Osfiziersstellvertreter eigentlich dasselbe ist wie ein Leutnant, oder daß es vernünftig wäre, den verfehlten, fast lächerlichen Ausdruck Biwak ab- zuschaffen und etwa F e l d l a g e r dafür zu sagen. Aber der Krieg ist notwendig und am Ende auch durchführ­bar.

Literarisches.

Zwei kleine Bücher, die dem deutschen Volke in die­sem nebenbei geführten Kriege als Ratgeber dienen wol­len und dem nationalen Standpunkt in hervorragender Weise Rechnung tragen, sind die beiden Bändchen von Dr. Rudolf Kleinpaul in der Sammlung GöschenDas Fremdwort im Deutschen" (Nr. 55) undDeutsches Fremdwörterbuch" (Nr. 273). Jeder Band gebunden 90 Pfg. (E. I. Göschen'sche Verlagshandlung G. m. b. H. in Berlin und Leipzig). Sie ergänzen sich gegen­seitig und haben das Verdienst, die bisher so oft an­geschnittene Fremdwörterfyage in allen ihren Phasen zum erstenmal als Ganzes wissenschaftlich und ausführ­lich zu behandeln.

Neudruck des cvangelischen Gesangbuchs.

? In diesen Tagen ist der lange erwartete Neu­druck des evangelischen Gesangbuchs für das Großheyzogtum Heften, ausgeführt von der L. C. W i tt i chschen Hofbuchdruckerei, im Verlag von I. Waitz in Darmsladt, erschienen und gelangt nunmehr zum Verkauf. Er unterscheidet sich dem Tert nach nicht von den früheren Ausgaben des Gesangbuchs, sodaß letzter« auch weiterhin in Schul« und Gottesdienst ge­braucht und, soweit der Vorrat reicht, verkauft werden können; sie werden jedoch nicht mehr gedruckt. Veran­laßt wurde der Neudruck durch das allerseits empfun­den« und von der evangelischen Landessynode zum Ausdruck gebrachte Bedürfnis, das- Gesangbuch nach Papier, Druck Und Buchschmuck den heutigen gesteiger­ten künstlerischen Anforderungen entsprechend zu gestal­ten. Während einige andere deutsche Landeskirchen die­sem Bedürfnisse durch Herausgabe einer besonderen Schmuckausgabe neben den sonstigen zu entsprechen such­ten, wurde in Hessen nur ein« einzige, und zwar künst­lerisch ausssestattete Ausgabe (mit Noten) veranstaltet, um diese allen Kreisen der evangelischen Eemeindeglie- der zugänglich zu machen. Unter Mitwirkung von meh­reren aus dem Gebiete des Buchdrucks und Buchschmucks aneckannten Sachverständigen hat Kunstmaler Theodor Gengnagel zu Darmstadt den Druck geleitet und das Buch mit schlichtein, sehr ansprechendem Schmuck versehen. Bon ihm rühren auch mehrere EiNbandent- würse her, die in verschiedener Ausführung zu vom Großh. Oberkonsistorium festgesetzten angemessenen La­denpreisen in den einschlägigen Geschäften verkauft wer­den. Diese gesetzlich geschützten Einbände tragen aus der letzten Seite uttter den Nachweisungen über Druck usw- den Vermerk: Einband nach Entwurf von Th. Gengnagel von I. Schäffer in Grüttstadt.

?4 2 Zentimeter und andereSchwe- ' en ö ter" betitelt sich der soeben zur Ausgabe ge- angte 5. Band der Vortragsliteratur der Sammlung nnfter und heiterer Vorträge des Rhein. Theater-Äer - ags, Stolberg Rhl. Dieser Band ist ein rechtes Kind inserer Tage/ mit großer Begeisterung bietet hier der lekannte Dichter P. W. Kiefer sein Bestes. Aus dem Znbalte nennen wir: Der Kaiser ries. Kampflied. Wir (allen durch. Nir Rhein, nir Wein. Michels Erwachen, iuftuf. "Ran an den Feind. In Wehr und Waffen. (dekyuten-Mschied. Vorwärts.Neutrale" Nachbarschaft, lnser Kronprinz. Hindenburg, der Ruftensänger. Das Lied vombraveick Briten. Bum. bum, bum. Rüpp- rechts Sieg in Lothringen. Die große Schlacht. Der russische Bär. Englands Schrecken. Schwabenstreich«. Unsere blauen Jungen. Zum Sturm ward geblasen. Des deutschen Kriegers Gebet. Drei Musterknaben. Wir. die daheim geblieben. Ader auch die anderen vier

Bände verdienen die regste Beachtung.

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Tie orientalische Frag«.

? Was dieser Krieg der Monarchie noch bringen, welches geographische Antlitz sie nachher zeigen wird, darüber wollen wir uns nicht den Kopf zerbrechen und nichts prophezeien, denn die Weltgeschichte liebt die Ironie, und es kornmt meist anders, als man glaubt siehe z. B. Japan. So viel läßt sich aber schon heute sagen: die orientalische Frage, dieser furchtbare Alp Eu­ropas, wird nicht auf dem Balkan gelöst werden, son­dern auf den blutgedräntzten Schlachtfeldern Polens.

Dort wird sich der Kampf um die Vorherrschaft auf dem Balkan entscheiden, um die das Habsburger Reich jetzt mit Rußland ringt, wie es beinahe 50 Jahre früher mit Preußen gerungen hat. Aber diesmal hos- sentlich mit besserem Ersolge. Gelingt es den vereinten Kräften Deutschlands und Oesterreich-Ungarns, den bar­barischen Koloß niedeyuringen, Und die Polen und Ukrainer von ihrem drückenden Joche zu befreien, dann wird er künftig seine panslawislischen Rattenfän­gerweisen wohl vergeblich ertönen lassen, und sie wer­den ihren hypnotisierenden Reiz für die Slawen der Monarchie hoffentlich für immer eingebüßt haben. Bis dahin werden freilich noch Ströme von Blut die Ge­filde Galiziens, Polen und Frankreichs tränken, und mancher wackere Seemann wird von den Wogen der Nordsee und den Fluten der Adria verschlungen wer­den. Das Kriegsglück gilt zwar als launisch und un­berechenbar, aber eigentlich nicht mit Recht; die Kriegs­geschichte, wenigftens die der neuen Zeit, lehrt viel - mehr, daß es mit wenigen Ausnahmen den treu bleibt, dem es zu Beginn des Krieges seine Gunst geschenkt hat. So war es 1859, 1866, 1870, 1897 (Griechisch - Tückischer Krieg), 1898 (Spanisch-Amerikanischer), 1904 bi- 05 (Russisch-Japanischer)^ 1912 und 1913. Diese Worte sagt Theodor von Sosnosky in einemDie Wiedergeburt des Habsburgerreichs" benannten Aufsatz, den er im 8. Hest der Arena (Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgack), veröffentticht.

? Lieb Vaterland. Roman von RUdolph >stratz. Verlag Ullstein u. Eo., Berlin und Wien.Preis 1 Mack. Das Stratzsche Weck, das, vom Dichter über­arbeitet, hier in neuer Ausgabe erscheint, ist der Rvman des seiner Größe und Ehre bewußten Deutschtums. In die unruhigen Jahre des Marokko-Konfliktes fühck die Handlung,, in die Zeit, die den Gegensatz Deutschlands und Frankreichs zum ersten Male wiederum verschärfte und das Vorspiel des heute an der flandrischen Küste, an den Ufern von Marne und Aisne tobenden Krieges geworden ist. Ein persönliches Schicksal rückt S trotz in die Mitte seiner von menschlicher Wärme erfüllten Dar- stellung, die Geschichte einer jungen Frau, die, von den Stimmen der Fremde betört, durch den Schmerz einer großen Enttäuschung zu sich selbst und zur deutschen Heimat zurückfindet. In Berlin, in Packs, in Rußland, am Balkan und in Nord Marokko spielen sich die Er­eignisse ab; am grünen Rheinstrom und in Hamburg, unter dem ckesigen Bismarckdenkmal, das auf die Stätten der rastlosen Arbeit niederschaut, klingen sie aus in ein Gelöbnis der treuen Liebe zuM deutschen Volk. Mächtig wird dieses Buch mit seiner verhaltenen Er - gckffenheit in unseren Tagen zu den Herzen sprechen, und nicht umsonst nemtt sein Titel di« Wort« des Lie­des, das jüngst, als die eherne Notwendigkeit da war, brausend überall erscholl, als Ausdruck unserer stacksten Empfindungen. _

Kirchliche Nachrichten.

Eoanqrlische Gemeinde in Gießen.

Nächstkünstigen Sonntag, den 6. Dezember, wird inb eiden Kirchen di« alljährliche Kollekte für die evan­gelischen Gemeinden in Oesterreich erhoben werden. An demselben Tage wird im Abendgottesdienst Beichte und teiliges Abendmahl für die Lukasgemeinde gehalten, wozu besonders auch die konfirmierte Jugend «ingela­den wird. Anmeldungen werden vorher bei dem Pfar­rer der Gemeinde erbeten. Die Abendmahlsfeier der Johannesgemeinde wird am 3. Advent, ebenfalls im Abendgottesdienst, gehalten.

Weitere Abendmahlsfeiern werden gehalten am 2. AdveM für die Matthäusgemeinde und am 3. Advent für die Mackusgemeinde, jedesma im Abendgottesdienst. Zu diesen beiden Abendmahlsseiern wird besonders auch, die konfirmierte Jugend eingeladen.

VeraMwocklich: A l b i n Klein, Gießen.

Bekanntmachung.

Die Landesversicherungsanstalt Großherzogtum Hessen hat in ihrem Verwaltungsgebäude, Darmstadt, Wilhelminenstratze 34, eine Kriegsauskunstsstelle für Ar- beiter- und Arigestelltenversicherung eingeckchtet und ist bereit, allen im Eroßherzogtum Reffen wohnen­den Kriegsteilnehmern, sowie deren Angehöckgen und Hinterbliebenen kostenlos mündlich u. schrift- l i ch Auskunft in Angelegenheiten der Arbeiter- (Kran­ken-, Unfall-, Invaliden- und Hinterbliebenenversicher - ung), und Angestelltcnversicherung zu «ckeilen.

Gießen, den 25. November 1914.

Grohh Kreisamt Gietzen.

I. V.: Hechler.

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