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Nr. 95.
Donnerstag, den 3. Dezember 1914. T°ieph°nRr. 302 . 26. Iahrg.
Die große Schlacht in Polen erfolgreich.
Der Kaiser bei unseren oftpreutzischen Truppen. — Wie sich die Deutschen Truppen schlagen.
v. Hindenburg zum Geueralseldmarschall befördert.
Die deutsche Ostarmee hat vom 11. November bis 1. Dezember über 80000 Russen gefangen.
Belgrad, die Hauptstadt Serbiens, gefallen.
Amtliche Tagesberichte.
WTB. Großes Hauptquartier;, 1. Dez. (Amtlich.) Der Kaiser besuchte gestern bei Gumbinnen unb Darkehmen unsere Truppen in Ostpreußen in ihren Stellungen.
WTB. T h o r n, 28. Nov. Nach der Dhorner Presse ist in Thorn felgender A rmeebcsehl bekanntgegeben worden:
In tagelangen, schweren Kämpfen haben die mir unterstellten Armeen die Offensive des an Zahl über - lcgencn Gegners zum Stehen gebracht. S. M. der Kaiser und König, unser allergnädigster Kriegsherr, hat diesen von mir gemeldeten Erfolg durch nachstehendes Telegramm zu beantworten geruht:
„An den Generaloberst v. Hindenburg. Ihrer energievollen, umsichtigen Führung und der unerschütter- lilchcn, beharrlichen Tapferkeit Ihrer Truppen ist wiederum ein schöner Erfolg beschieden gewesen. In langem, schwerem, aber von Mut und treuer Pslichterfüll- ung vorwärtsgetragenem Ringen haben Ihre Armeen die Pläne des an Zahl überlegenen Gegners zum Scheitern gebracht. Für diesen Schuh der Ost- grenzc des Reiches gebührt Ihnen, der volle Dank des Vaterlandes. Meiner höchsten Anerkennung und meinem kaiserlichen Dank, die Sie erneut mit meinen Grützen Ihren Truppen aussprechen wollen, will ich dadurch Ausdruck geben, daß ich Sie zum Generalfeldmarschall befördere. Gott schenke Ihnen und Ihren sieggewohnten Truppen weitere Erfolge!
gcz.: Wilhelm I. R."
Ich bin stolz daraus, diesen höchsten militärischen Dienstgrad an der Spitze solcher Truppen erreicht zu haben. Eure Kampsesfreudigkcit und Ausdauer haben in bewunderungswürdiger Weise dem Gegner grotzc Devlitslc beigebracht. lieber 60000 Gefangene, 150 Geschütze und gegen 200 Maschinengewehre sind wiederum in unsere Hand gefallen, aber vernichtet fft der Feind noch nicht. Darum weiter vorwärts! Mit Gott für König und Vaterland, bis der letzte Russe besiegt am Boden liegt! Hurra!
Hauptquartier-Ost, 27. Nov. 1914.
Der Oberbefehlshaber: gez. : v. Hindenburg, Gcneralfeldmarfchall.
WTB. Grotzes Hauptquartier, 30. Nov. vormittags. Von W e st f r o n t nichts zu melden.
An ostpreußischer Grenze m i tz g l ü ck t e ein Uebcrfallversuch stärkerer russischer Kräfte auf deutsche Befestigungen östlich Darkehmen unter schweren Verlusten. Der Rest der Angreifer, einige Offiziere und 600 Mann wurde von uns gefangen genommen.
Südlich der Weichsel führten die gestern mit- getcilten Gegenangriffe zu nennenswerten Erfolgen. 18 Geschütze und mehr als 4500 Gefangene waren unsere Beute. ,
In S ü d p o l e n ist nichts besonderes vorgefallen.
Ober sie Heeresleitung.
WTB. Grotzes Hauptquartier, 1. Dez. (Amtlich.) Ani'nüpfend an den russischen Generalstabsbericht vom 29. November wird über eine Episode aus den für die deutschen Waffen so erfolgreichen Kämpfen bei Lodz sestgestellt: .
Die Teile der deutschen Kräfte, welche m der Gegend östlich Lodz gegen rechte Flanke und Rücken der | Russen im Kampfe waren, wurden ihrerseits durch starke, i
I von Osten und Süden her, vorgehende russische Kräfte im Rücken ernstlich bedroht. Die d e u t s ch e n T r u p- 1 p e n machten angesichts des vor ihrer Front stehenden Feindes kehrt und schlugen sich in dreitägigem erbitterten Kampfe durch den von den Russen bereits gebildeten Ring. Hierbei brachten sie noch 12 000 gefangene Russen und 25 eroberte Geschütze mit, ohne selbst auch nur ein Geschütz einzUbüßen. Auch fast alle eigenen Verwundeten wurden mit zurückgeführt. Die Verluste waren nach Lage der Sache natürlich nicht leicht, aber durchaus keine ungeheuren. Gewiß eine der schönsten Mos - sentaten des Feldzuges.
Ober sie Heeresleitung.
In der vergangenen Nacht wurde ein russischer A ngriff nordwestlich von Wolbrom abgewiesen. Die Kämpfe im Raume westlich Nowora- domsk und bei Lodz sind in günstiger Entwickelung begriffen. Vor Przemysl blieben die Rüssen Unter dem Eindruck des letzten Ausfalles passiv. Mehrere feindliche Flieger warfen erfolglos Bomben ab. Die Operationen in den Karpathen sind noch zü keinem Abschluß gekommen.
Die Nachricht von dem Einrücken unserer Trup- pen in Belgrad löste auf dem nördlichen Kriegsschauplatz unaussprechlichen Jubel aus.
Der Stellvertreter des Chefs des Eeneralstabs: von H ö f« r, Generalmajor.
WTB. Großes Hauptquartier,, 1. Dez., vormittags. Auf dein w e st l i ch e n Kriegsschauplatz nichts Neues.
Auch in O st p r e u ß e n und S ü d p o l e n herrscht im allgemeinen Rühe.
In Nordpolen südlich der Weichsel steigerte sich bie Kriegsbeute in Ausnutzung der gestern gemeldeten Erfolge. Die Zahl der Gefangenen vermehrte sich um etwa 9500, die der genommenen Geschütze um 18. Außerdem sielen 26 Maschinengewehre und zahlreiche Munilionswagen in unsere Hände.
Oberste Heeresleitung.
WTB. Großes Hauptquartier, 2. Dez., vormittags. Im Westen werden kleinere Vorstöße des Feindes abgewiesen. — Im Argonnerwalde wurde vom Württembergischen Infanterie-Regiment Nr. 120, dem Regiment Seiner Majestät des Kaisers, ein starker Stützpunkt genommen. Dabei wurden 2 Offi ziere und annähernd 300 Mann zu Gefangenen ge - macht.
Autz O st prcußen nichts Neues. In N o r d - polen nehmen die Kämpse ihren normalen Fortgang. In S ü d p o I e n wurden feindliche Angriffe zurückgeschlagen.
Die ober st e Heeresleitung.
WTB. Großes Hauptquartier, 2. Dez., vormittags. Die in der ausländischen Presse verbreitete Nachricht, daß in der von uns gemeldeten Zahl von 40 000 russischen Gefangenen die bei Kutno gemachten 23 000 mitenthalten seien, ist unrichtig. Die Ostarmec hat in den Kämpfen bei Wloelawee, Kutno, Lodz und Lowiez vom 11. November bis 1. Dezember über 8 0 0 0 0 unverwundete Rüssen gefangen genommen.
Ober st e Heeresleitung.
WTB. Wien, 1. Dez. Amtlich wird verlautbart: 1. Dezember, mittags: An unserer Front in Westgali- zicn und Russisch-Polen im allgemeinen auch gestern ruhiger. Bor Przemysl wurde der Feind bei einem Versuch, sich der nördlichen Vorfeldstellungen der, Festung zu nähern, durch «inen Gegenangriff der Besatzung zurückgeschlagen. Der Kampf in den Karpathen dauert fort.
Der Stellvertreter des Chefs des Eeneralstabes: von H ö f e r, Generalmajor.
WTB. Wien, 2. Dezember. Amtlich wird ver - lautbart: 2. Dezember, mittags:
Die Rühe in unserer Front in Westgalizien und in Rnlsisch-Polen hielt im allgemeinen auch gestern an.
Vom Krieg im Olten.
von Ludcndorff zum (gcncrnllcninant befördert.
Der Chef des Generalstabcs der Hindenburgischcn Ostarmee, Generalmajor von Ludendorsf, wurde in Anerkennung der großen Siege in Polen zum G e- neralleUtnant befördert.
Ter Kaiser an von Mackensen.
Der Kaiser hat dem General der Kavallerie von Mackensen den Orden Pout le mcrite ver - liehen.
Suvobor in Serbien erstürmt. Über 1200 Mann gcsannc».
WTB. Wien, 30. Nov. Amtlich wird gemeldet: Auf dein südlichen Kriegsschauplatz dauern die Kämpfe an. Gestern wurde das hartnäckig verteidigte S u v o- b o r, der Sallelpunkt der Straße Baljevo — Cacak, nach heftigen Kämpfen e r st ü r m t. Das Bataillon Nr. 70 zeichnete sich hierbei besonders aus; auch das Regiment Nr. 16 und das Landwehr-Regiment Nr. 23 haben sich in den letzten Tagen neuerdings hervorgetan. Gestern wurden insgesamt 1 2 5 4 Mann gefangen genommen und 14 Maschinengewehre erbeutet. In U z i c e wurden viele Waffen und viel Munition vorgesunden.
WTB. Wien, 30. Nov. Im Norden hat sich gestern an unserer Front nichts Wesentliches ereignet.
Schreckliche Perlufte der Russen.
WTB. B u d a p e st, 30. Nov. Nach Berichten, die hier an amtlichen Stellen eingetroffen sind, war die Niederlage der Rüssen in dem Gefecht bei Homo n n a noch viel größer als anfänglich angenommen wurde. Unsere Truppen hatten die russische «tcllung an beiden Flügeln umfaßt und einen doppcltrn Flankenangriff gegen sie gerichtet. Das Feuer unserer Ar - tillerie brachte den Rüssen schreckliche Verluste bei Der bravoureuse Sturmangriff der Futztruppen war so unwiderstehlich, daß der Feind eiligst den Rückzug antreten muhte. Während des Rückzuges wurden die Russen von unseren Geschützen mit einem Hagel von Scbrapnellschüssen verfolgt. Neben 1500 Gefangenen verloren die Russen in diesem Kampfe Tausende T o i r u n d B e r w u n d e 1 e. In dem Komitat U n q drangen die Russen nür wenig über die Grenze, da sich ihnen sofort eine überlegene Gruppe unserer Kräfte ent- geqenstellte, der es sofort beim ersten Zusammenstoß gelang. den Feind zurückzuwersen. Die Verfolgung des Feindes ienseits der Grenze ist im Zuge- 4 on der Front langen unausgesetzt russische Gcfangencnlrans - porte an.


