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Nr. 94.
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Samstag, den 28. November 1914. Telephon Nr. WL 26. Iahrg.
jeder gute Fortschritte auf allen Kriegsschauplätzen
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40000 Russe» von den Deutschem und 20000 Russen von den Oesterrerchern gefangen genommen.
Die Türken im Kampf mit den Engländern am Snez-Kanal.
Die Araber ziehen auch zum heiligen Krieg aus gegen England.
Portugal auf Seiten Englands.
amtliche Tagesberichte.
WTB. Großes H a u p t q u a r 1 i e r, 25. Rio. wrmittags. (Amtliches Telegr,.) Die englischen Schisse uiederhosten gestern ihre Unternehmungen gegen die ^üst« nicht.
Die Lage aus dem w e sl l i ch e n Kriegsschauplatz st unverändert. Bei A r r a s machten wir kleine Fortschritte.
In Ostpreutzen wiesen unsere Truppen säUrt- ichc russischen Angriffe ab. Die Gegenoffensive der Rusen aus Richtung Warschau ist in Gegend Lowicz - Stristorv-Brzezini) gescheitert. Auch in Gegend T s ch e n- t o ch a u brachen sämtliche russischen Angriffe yor un- erer Front zusammen.
Oberste Heeresleitung.
WTB. Großes Hauptquartier, 26. Rov., ivrm. (Amtlich.) Die Lage auf dem w e st l i ch e n Kriegsschauplatz ist unverändert. In Gegend St. Hi- air und Souain wurde ein mit starten Kräften ange- etzler, aber schwächlich durchgeführter französischer Än- ,riff unter großen Verlusten für den Eeg- l e r zurückgeschlagen. Bei Apremont machten wir Fcrl- chritte.
In O st p r e u ß e n ist die Lage nicht verändert, zn den Kämpfen der Truppen des Generals vonMak- ensen bei Lodz und Lobicz haben die russische erste u. weite und Teile der fünften Armee schwere Verluste rlitten. Außer vielen Toten und Verwundeten haben >ie Russen nicht weniger als etwa 40000 unver- oundete Gefangene verloren. 7 0 E e s ch ü tze,
IL 6 0 Munitionswagen, 150 Maschinengewehre sind von uns erbeutet, 30 Geschütze rnbrauchbar gemacht worden.
Auch in diesen Kämpfen haben sich Teile unserer ungen Truppen trotz großer Opfer auf das Glänzendste lewährt.
Wenn es ungeachtet solcher Ersrlge noch nicht ge- imgen ist, die Entscheidung zu erkämpfen, so liegt das in dem Eingreifen weiterer starker Kräfte des Feindes ion Osten und Süden her. Ihre Angriffe sind gestern iberall abgewiesen worden. Der endgültige Aufgang us Kampfes steht aber noch aus.
Obe» ft e Heeresleitung.
WTB. G'roßes H a u p t q u a r t i e r, 27. Rov. lormttiags. Eine Belästigung der flandrischen lüste durch englische Schiffe fand auch gestern nicht statt, lus der Front des westlichen Kriegsschauplatzes find ein« wesentlichen Veränderungen eingetreten. Rordwesl- ich Langemarck wurde eine Häusergruppe genom- nen und dabei eine Anzahl Gefangener gemacht, sm Argonnerwalde machten unsere Angriffe vettere Fortschritte. Französische Angriffe in Gegend 'kpremout östlich St. Mihicl wurden zuvückgeschlagcn.
Im O st e n haben gestern keine entscheidenden
kämpfe stattgesunden.
O b e r st e Heeresleitung.
WTB. Berlin, 24. Rov. (Amtlich.) Rach amt- ! icher Bekanntgabe der englischen Admiralität vom 23. I November ist 'das deutsche Unterseeboot „U. : 8“ durch ein englisches Patrouillenfahrzeug an der | ftordküste Schottlands zum Sinken gebracht war- ! >en. Rach einer Meldung des Reuterschen BrttcaUs und ^ mrch den englischen Torpedobootszcrstvrer „Garry" drei : Offiziere und 23 Mann der Besatzrmg gerettet worden, in Mann ist ertrunken.
Der stellvertretende Chef des Admiralstabes : j
gez.: B e h n ck e.
WTB. Wien, 25. Rov. Vom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet: 25. November- Unsere Truppen haben unter schweren Kämpfen die versumpfte Kclubava-Niederung überschritten u. bereits überall im Angriff auf die östlichen Höhen Rvum gewonnen. Mehrere, heftige Gegenangriffe der feind - lichen Reserven wurden unter großen Verlusten des Gegners abgewiesen. Zahlreiche Gefangene und Uebcrläufer. Südöstlich V a l j e w o haben unsere Truppen die schneebedeckten Kämme des Maljen und Suvobor kämpfend überschritten. Dort wurden neuerdings gestern 10 Offiziere Und über 300 Mann gefangen genommen und drei Maschinengewehre erbeutet.
WTB. Wien, 25. Rov. (Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Das gewaltige Ringen in Russisch- Polen dauert fort. Bisher machten unsere Truppen in dieser Schlacht 29000 Gefangene und erbeuteten 49 Maschinengewehre sowie viel sonstiges Kriegsmaterial.
Der Stellvertreter des Chefs des Eeneralstabes: von H ö s e r, Generalmajor.
WTB. Wien, 26. Rov. Amtlich wird verlaut - bart: 26. November miltags: Die Schlacht in RUfsisch- Po'en hat an einem großen Teil der Front den Charakter eines stehenden Kampfes angenommen. In Westgalizien wehren unser« Truppen die über den unteren Dunajec vorgedrungenen russischen Kräfte ab. Auch die Kämpfe in den Karpathen dauern fort.
WTB. Wien, 26. Rov. Vom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich unter dem 26. November ge ° meldet:
Jn^den Kämpfen an der K o l u ba r a ist seit gestern ein wesentlicher Fortschritt zu verzeichnen. Das Zentrum der feindlichen Front wurde in einer starken Stellung bei Lazarevatsch von den durch ihren Elan rühmlichst bekannten Regimeniern 11, 73, 102 erstürmt. Hierbei wurden 8 Offiziere und 1200 Mann gefangen genommen und drei Geschütze, vier Munitionswagen und drei Maschinengewehre erbeutet. Auch südlich oes Ortes Ljig gelang es, die östlich des gleichnamigen Fluffes gelegenen Höhen zu nehmen und 300 Gefangen« zu machen. Die von Baljewo südwärts vorgerückten Kolonnen stehen vvr K o s j e r i c i.
WTB. Wien, 27. Rov. Vom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet: 27. November: Die Kämpfe an der K o l u b a r a nehmen einen günstigen Verlauf. Auch gestern wurde säst an allen Gefechtsfronten trotz des zähen Widerstandes des Gegners Raum gewonnen. Zirka 900 Gefangene wurden gemacht und ein Geschütz erbeutet. Die überaus ungünstige Witterung in den Niederungen, grundloser Boden auf den Höhen und jede Fernsicht wehrende Schnee - stürme erschweren zwar die Operationen, doch ist die Stimmung bei den Truppen nach einer Meldung aus der Front vorzüglich.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Hoefer, Generalmajor.
Zur strategischen Lage im Osten.
Auf dem östlichen Kriegsschauplatz hatte man vor einigen Tagen auf das Eintreten der Entscheidung gerechnet. Die Lage war auch für die Russen äußerer - dentlich ungünstig, sodaß man bestimmt auf einen baldigen vollen Erfolg der Verbündeten rechnen konnte. Da wurde . das Auftreten frischer russischer Kräfte aus der Richtung Warschau gemeldet. Man wsirde dadurch unwittkürlich an die Einwirkung erin- nertdie das Vorgehen russischer Verstärkungen üaer Warschau hinaus schon einmal aus den Gang der deutschen Operationen ausgcübt hat. Damals wurden die Verbündeten zu einem Rückzuge von der Weichsel in westlicher Richtung genötigt. Diesmal aber lagen die Verhältnisse ganz anders, sodaß ein ähnlicher Einfluß nicht zu befürchten war. Damals stieß der russische Vormarsch unmittelbar gegen die deutsche Flanke und bedrohte die deutschen Kräfte mit einer verhängnisvollen Umfassung. Dies ist in der jetzigen Lage nicht der Fall. Wenn die russischen Kräfte über Werrschau hinaus ihren Vormarsch in westticher Richtung fortsetzten, so konnten sie höchstens zu einer Verstärkung der feindlichen Front verwendet werden. Die deutschen Truppen bleiben nach wie vor in der Flanke der Russen stehen. Man muß auch an- nehmcn, daß die deutsche Heeresleitung rechtzeitig von dem Vormarsch der Rüssen Unterrichtet war und danach ihre Vorkehrungen getroffen hat, sodaß der deutschen Führung die notwendigen Kräfte zur Verfügung stan - den, um gegen die Rüssen weiterhin erfolgreich vorzu- geheu.
Jedenfalls ist aber die Entscheidung, die man als nahe bevorstehend angenommen hatte, durch das Auftreten neuer russischer Kräfte noch hinausgeschoben. Woher die „neuen Kräfte" kamen, ob sie durch Bahntransport aUs Galizien oder aus der Gegend Grodno-Kowno hergeschafst, oder der Besatzung Warschaus entnommen waren, ist jetzt nicht möglich, zu untersuchen. Auch über die Zahl und Größe der russischen Verstärkungen liegen keine bestimmten Nachrichten vor. Sie werden aber nicht unbedeutend sein, da ein Telegramm des Großen Hauptquartiers von schweren Kämpfen sprach, die im nörd - lichen Polen im Gange seien. Diese Kämpfe haben nun zwar noch nicht zu einer Entscheidung geführt, aber doch: Ergebnisse gehabt, die von guter VorvedeutuUa sind. Die Russen hatten ihre Verstärkungen yi einer großen Offensive benutzt, die hauptsächlich gegen Lodz gerichtet war,. Es ist aber gelungen, die russischen Angriffe z u r ü ck z u s ch l a g e n. Die Hauptkämpse haben sich in. dem Räunte von Lowicz, direkt westlich von Warschau,, bis in die Gegend östlich von Lodz abgespielt. Danach scheinen also die russischen Verstärkuugen auf dem linken Weichseluser vorgegangen zu sein, anscheinend zur Verstärkung des über Kutno zurückgeworfenen rechten russischen Heeresflügels. Eine zweite Gruppe von Kämpfen bat sich in der Gegend von Tschenstochau abgespielt. Auch hier sind alle russischen Angriffe zu sammengebrochen.
Nach diesen Erfc-lgen in der Front und auf dem rechten Flügel wird es den deutschen Truppen nunmehr möglich sein, ihrerseits wieder die ■ Offensive zu ergreifen und den Vormarsch in der Richtuttg auf Warschau fortzusetzen.
WTB. Wien, 27. Rov. Amtlich wird verlaut - bart: 27. Rov., mittags: An der p o l n i s ch e n Front verlies der gesttige Tag verhältnismäßig ruhig. In Westgnlizien und in den K a r v a t h e n hielten die Kämpfe an. Eine Entscheidung ist nirgends gefallen. Ezernowitz ist «on unseren Trulppen wieder geräumt worden.
Der Stellvertreter des Chess des Generalstabs: von H ö s e r, Generalmajor.
lieber die Verhältnisse auf dem rechten Weichselnfer in der Gegend von P l o ck und östlich liegen keine neuen Nachrichten vor. Es scheint also, daß hier keine russi - schen Truppenbewegungen stattgefunden haben. Man kann annehmen, daß die feindlichen Truppen aus dieser Gegend in den vorhergehenden Tagen gänzlich über die Weichsel zutückgewvrsen sind, und daß die Kämpfe bei Lowicz den äußersten rechten Flügel der russischen Heereskräste darstellen. Da auch in O st p r e U ß e n alle russischen Angriffe abgewiesen siuv, ist jede Gesahr eines


