Ausgabe 
24.11.1914
 
Einzelbild herunterladen

6ezagro«t» 25 pfg. monatlich

mrrtttWtaiKfi TO *%., »oraurzablbar, frei in« Hau». *b*tb»lt in uticm 8^ppbttinn ober im den Zwtig- nmSqabrstellem wta t ä ß &H ä) 80 P(g. Erichcint Mittwoch« und G umtSt agS. Redaktion: Selter«, weg 88. UM «mchrwahrung oder Rücksendung nicht v eriun gt er Mmotskripte wird nicht garantiert. « «erlog der«Mchrr Zeitung" «. «. b. ».

Gkp»ch»>ch0Gr ItUMIOtl 85

anzeigenpreir 15 pfg.

Mt 44 mm breite Pe44rg«ile ittr Auswärts 30 Pfg.

Die 90 mm breite R ekla rne . Zeile 50 Pienntg Extrabeilagen werden nach Gewicht und Gröste berechnet. Rabatt kommt bei Nebersidreitung deS Zabtuna«- - V . ziele« 180 Taget, bei aerichtlicher Beitreibung oder bei - Kontur« in Wegfall. Plavvorichrifte« oyneBerbindlichkeit. Druck der Gicstcncr BerlaoSdruckcrei, Llibin Klein.

Nr. 83.

Dienstag, den 24. November 1914.

Telephon Nr. 862 .

26 . Jahrg.

Gute Fortschritte auf allen Kriegsschauplätzen.

Die österreichischen Truppen machten 15000 Gefangene. Die Türken schlugen die Engländer.

100000 Buren stehen nnter Dewets Oberbefehl.

Amtliche Tagesberichte.

WTB. Trotzes Hauptquartier, 19. Rov. (Amtlich.) Gencratqualtiermeister Generalmajor von Boigt-Rhetz ist in der Nacht vom 18. zum 19. November unerwartet einem Herzschläge erlegen. Sein Nachfolger ist noch nicht bestimm!.

WTB. Trotzes Hauptquartier, 19-Nov. vormittags. In W « st s l a fri b e i n und in Nord - frankreich ist die Lage u-noeländert. Ein deut­sches FlUgzeuggeschwader zwang ans einem Eitundungssülkge zwei feindliche Kampfflugzeuge zum Landen und brachte ein feindliches zum Absturz; von Miseren Flugzeugen wird eins vermitzl. Ein heftiger französischer Angriff in Gegend S e r v o n am West- randc der A r g o n n e n wurde unter schweren Ver­lusten für die Franzosen zurückgeschlagen. Unsere Vei> lnste waren gering. Ans dem ö st l i ch e n Kriegs - schonplatze sind die erneut eingeleiteten Kämpfe noch im Gange.

Oberste Heeresleitung, s

WTB. Trotzes Hauptquartier, 20. Nov. oormittags. In Westslandern und in N o r d - s r a n k r e i ch keine wesentlichen Aenderungen. Der aus­geweichte, halbgefrorene Boden und Schneesturm berei­teten unseren Bewegungen Schwierigkeiten. Ein franzö­sischer Angriff bei Combres, südlich Verdun, wurde ab- gewiesen.

An der Grenze O st p r e N tz e n s ist die Lage un­verändert. Oestlich der Seenplatte bemächtigten sich die Russen eines unbesetzten Feldwerkes und der darin steh­enden alten unbeweglichen Geschütze.

Die über M l a w a und L i p n o zurückgegange­nen Teile des Feindes setzten ihren Rückzug fort. Süd­lich P l o z k schritt unser Angriff fort. In den Käm - pfen um Lodz und östlich E z e n st o ch a u ist noch keine Entscheidung gefallen.

Die ober st e Heeresleitung.

WTB. Trotzes H a u p t q u a r t i e r, 23. Nov. vormittags. Die Kämpfe bei N e u p o r t u. 2) p e r n dauern fort. Ein kleines englisches Ge­schwader, das sich zweimal der Küste näherte, wurde durch unsere Artillerie vertrieben. Das Feuer der engli­schen Marinegeschütze blieb erfolglos. Im Argon- nenwalde gewinnen! wir Schritt für Schritt Boden. Ein Schützengraben nach dem an­dern, ein Stützpunkt nach dem andern wird den Fran­zosen entrissen. Täglich wird eine Anzahl Gefangener gemacht. Eine gewaltsame Erkundung gegen unsere Stellungen östlich der Mosel wurde durch unseren Ge­genangriff verhindert.

In Ostpreußen ist die Lage unverändert.

In Polen schiebt das Auftreten neuer russischer Kräfte aus Richtung Warschau die Entscheidung noch hinaus. In Gegend östlich Ezen st ochau und nord­östlich Krakau wurden die Angriffe der Verbündeten Truppen fortgesetzt.

Ober st c Heeresleitung.

« » »

WTB. Berlin, 19. Nov. Am 17. November haben Teile unserer Ostsee-Slreitkräste die Einfahrten des Libauer Hafens durch versenkte Schisse gesperrt und die militärisch wichtigen Anlagen beschossen. Tor­pedoboote, die in den Innenhasen eindrangen, stellten fest, datz feindliche Schiffe nicht im Hasen waren.

Der stellvertretende Chef des Admiralstabes: gez.: B e h n ck e.

WTB. Wien, 19. Nov. Die Schlacht in Rus­sisch-Polen nimmt einen günstigen Fortgang. Nach den bisherigen Meldungen machten unsere Truppen 7 0 0 0 Gefangene und erbeuteten 18 Maschinenge­wehre und auch mehrere Geschütze.

Der Stellverlrcter des Chefs des Eeueralftabs: von H ö s e r, Generalmajor.

WTB. Wien, 22. Nov. Amtlich wird verlaut - ! bart: 32. November mittags: Die Verbündeten ! setzen ihren Angriff in Russisch-Polen energisch und er­folgreich fort. Unser südlicher Schlachfflügel erreichte den Szreniawa-Abschnitt. Vereinzelte Vorstötze des Feindes wurden abgewiesen. Bisher machten die K. K. Trup­pen über 15000 Gefangene. Die Entscheidung ist noch nicht gefallen. Auch westlich des Dinajes und in den Karpathen sind größere Kämpfe im Gange.

Der Stellvertreter des Chefs des Eeneralstabes: von H ö s e r, Generalmajor.

»

WTB. Wien, 23. Nov. (Nichtamtlich.) AUrtlich wird vcrlautbart: 23. Nov. mittags: In Rufsisch-Polen ist noch keine Entscheidung gefallen. Die Verbündeten setzten ihre Angriffe östlich gegen Ezenstochau und nörd­lich Krakau fort. Bei der Eroberung des Ortes Pilica machten unsere Truppen gestern 2400 Gefangene. Das Feuer unserer schweren Artillerie ist von mächtiger Wirk­ung. Die über den unteren Dunajec vorgegan- gcnen russischen Kräfte konnten nicht durchdringen. Die Kriegslage brachte es mit sich, datz wir einzelne Kar­pathenpässe dem Feinde vorübergehend überließen.

Am 20. November drängte ein A u s s a I l aus Przemysl die Einschlietzungstruppen vor der West- und Südwestsront der Festung weit zurück. Der Gegner hält sich nunmehr außer Geschützerlrag.

Der Stellvertreter des Chefs des Generatstabes: von Hoeser, Generalmajor.

Generalmajor Keim; Provinz N a m u r: General - major Ritter von Longchamps-Berier; Pro - vinz Brabant: Generalleutnant Gras von Rö­dern; Provinz O st f l a n d e r n: Generalmajor von Manteusfel; Provinz Hennegaur Generalma­jor von Gladis; Provinz W e st f l a n d e r n: Ge­neralleutnant v. K r a m st a; Provinz Antwerpen: Generalleutnant v. Weller.

Reichstagsabgeordneter Bassennann ist, wie schon gemeldet, Adjutant des Generalleutnants v. Weller.

Englische Truppentransporte im Kanal eingestellt.

DT. Rotterdam, 17. Nov. Die englischen Truppentransporte über den Kanal wurden wegen des Auflauchens der deutschen Unterseeboote eingestellt. Die Transporte werden über Irland geleitet.

Der Londoner Korrespondent der italienischenEa- zetta del popolo" schreibt: Der Zufluß von Re­kruten in England gehe jetzt derart zurück, daß eine Reihe von Werbebureaus überflüssig wurde.

DT. Paris, 18. Rov. DasEcho de Paris" berechnet die bisherigen Kriegsausgaben Frankreichs auf 5% Milliarden Franken.

Bom Krieg im Osten.

Kopenhagen, 23. Rov. (Ctr. Bin.) Die Ko- penhagener Presse läßt sich aus Petersburg melden, daß die russische Heeresleitung den strategischen Rückzug aus die Warschauer Verteidigungsstellung angeordnet habe. Die russischen Zeitungen bringen bis heute kein Wort von den letzten Niederlagen in Ostpreußen und Polen.

Wien, 21. Nov. Nach privaten Meldungen der Voss. Ztg." aus Galizien steht die Schlacht im Osten außerordentlich g ü n st i g. Die Rückzugsbewegung der Russen in Galizien schreitet fort. (Ctr. Bin.)

Bom Krieg im Westen.

Englischer Flieger über Fricdrichshascn.

Samstag mittag lag eine kurze Nachricht übereinen erfolglofen Abschlag englischer Flieger aus die Luft­schiffwerst in Friedrichshafen vor. Diese Meldung wird nun durch folgende Telegramme ergänzt:

WTB. Friedrichshasen, 21. Nov. Heute mittag gegen 1 Uhr erschienen zwei englische Flug­zeuge über der Stadt und versuchten, einen Angriff auf die Lustschiffwerst auszuführeu. Einer der Flieger, der in 400 Meter Höhe über der Halle kreiste, konnte alsbald von dem Ballonabwehrkommando mit Schrap­nell- und Mafchinengewehrfeuer herabgeschossen werden. Dem anderen Flieger gelang es, zu entkom - men. Der Insasse des hcrabgcschossenen Flugzeuges ist ein englischer Marineoffizier. Er wurde schwer verletzt ins Krankenhaus geschafft. Die Einlagen des Luftschiff­baues find unbeschädigt geblieben. Durch die Bomben­würfe des heruntergeschoffeuen Fliegers wurde ein 21 Jahre aller, aus der Schweiz gebürtiger Schneider-Ge­selle namens Wiedmann ans der Stelle getötet. Zwei Frauen wurden schwer verletzt, eine am Kopf und an der Achsel, der anderen wurde der linke Unterarm weg- gerissen.

Tonische Miliiärvcrwalinng in Belgien.

Wie derTägl. Rundschau'' gemeldet wird, sind für das Generalgouvernement Belgienzur Durchführung d-o deutschen Herrschaft und Verwaltung" folgende Mi- litärgorwerneure ernannt:

Für die Provinz Lüttich: Generalleutnant Gras v. Sch ulen bürg; Provinz LuremdUrg: Kgl. Bayer. GeneralleutnaM Hurt; Provinz Limburg:

Berlin, 18. Nov. Ein gestern in T h o r n autz- gegebener Armeebefehl des Generalobersten von Hindenburg besagt lautBert. Tagebl.": Seine Majestät haben auf meine gestrige telegraphische Meid - ung folgendes Allerhöchst geantwortet: Generaloberst von Hindenburg! Für den schon gestern und heute erreich­ten schönen Erfolg der von Ihnen geleiteten Operatio­nen spende ich Ihnen in höchster Freude meinen kaiser­lichen Dank. Auch Ihres Generalstabschess und Ihrer anderen Mitarbeiter' im Stabe gedenke ich mit höchster Anerkennung. Ihren braven, nie versagenden Truppen entbieten Sie ebenfalls meine Grüße und Dank für die unübertrefflichen Leistungen in Marsch und Gefecht. Meine besten Wünsche begleiten Sie für die kommen - den Tage. Wilhelm, I. R. Diese Allerhöchste An­erkennung soll uns ein Sporn sein, auch fernerhin un­sere Pflicht zu tun. Der Oberbefehlshaber im Osten.

von Hindenbur q.

Tie Serben auf vollem Rückzug.

Nach Meldungen aus Sofia ist die serbische Regier­ung im Begriff, wegen des Vordringens der österreich- ungarischen Truppen in Serbien den Regierungs­sitz nach lleskueb in Mazedonien zu verlegen.

Rach anderen Berichten Tin. mehrere 1000 Russen, Offiziere und Mannschaften, in Serbien eingetroffen.

B u d a p c st, 19. Rov. (Ctr. Bin.) Wie derAz Est" meldet, ist O b r e n o w a I s ck, der zeitweilige Sitz des serbischen! Hauptquartiers, von den Oester- reichern mit dem Baionctt genommen worden.

Dem italienischenMessagero" wird aus Risch be­lichtet: Die serbischen Truppen sind erschöpft.,

«