Ausgabe 
19.11.1914
 
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cht ig fein. Aus die Versendung kleiner Bekleidungs- ke und Eebrauchsgegenstände braucht sich der Päck - iverkehr nicht zu beschränken. Es sind aus Lebens - i Eenußmittel zulässig, aber nur soweit, als sie sich Beförderung mit der Feldpost eignen. Autzgeschlos- sind leicht verderbliche Waren, wie frisches Obst, Her, Fett, frische Wurst; ferner feuergefähr- ch e Gegen st ände, wie Patronen, Streichhölzer , TafchenfeuerzeUge mit B e n z i n s ü l l u n g. Päck- r mit Flüssigkeit sind nur zugelassen, wenn die issigkeit in einem starken, sicher verschlossenen Behäl- enthalten und dieser in einem durchlochten Holzblock r in eine Hülle nutz starker Pappe fest verpackt ist, ,ie sämtliche Zwischenränüie mit Baumwolle, Säge­nen oder einem schwammigen Stoffe so amgefüllt ), dag beim Schadbastwerden des Behälters die issigkeit aufgesaugt wird. Sendungen, die den vor­enden Bedingungen nicht entsprechen, werden von den stanstalten unweigerlich zurückgewiesen.

* Um sämtlichen Angehörigen des 18. Armeekorps e Weihnaichtsfrende zu bereiten, plant man

Absendung eines besonderen Weih- ch 1 szuges. An den Spenden soll sich der ganze zirt des 18. Armeekorps beteiligen, damit niemand im Felde stehenden Krieger leer ausgeht.

* Es ist dringend notwendig, den Verbrauch der »reifungen der Kraftwagen nach Möglich-

einzuschränkcn. Kraftwagen sind deshalb im Pri- rerkehr; nur in den d r i n g e n d ff e n Fallen zu He­tzern

' Ein ernstes Wort in ernster Zeit! tional denken, national fühlen und handeln! Keine zenbrödelei treiben ! Sich dem Volksganzen unter - men! Scheinbare pekuniäre Vorteile im Interesse der samtheit ausschallen! Das verlangt gebieterisch von s allen ohne Ausnahme die unendlich schwere Zeit, unser teures Vaterland durchzukämpsen Hot. Unsere über stehen im Felde, gemeinsam kämpfen sie für s alle; ihr Leben, ihre Familie, ihr Alles setzen sie des Vaterlandes Wohlergehen ein. Da darf und n n keiner länger zögern, da gilt kein Zaubern mehr, ideyn da heißt es einfach sich allen berechtigten An- mungen und Forderungen von oben herab nicht nur ren, sondern ihnen geradezu in die Hände arbeiten, sere Zeit verlangt ein eisernes Zusammenhalten Aller s allen Gebieten, die das Gesamtwohl der Nation be- ffen. Unser wiederholtes Ersuchen, doch alles Gold gen Papier umzutauschen hat noch immer nicht vollem Matze gewirkt. Daher dieser neuerliche Appell! tzt Euch lediglich von dem nationalen Bewußtsein u. ht von kleinlichen, unberechtigten und vor allem gänz- » mitzverstnndenen oder rein egoistischen Motiven län- teilen, sondern folgt dem wohlgemeinten Rnse: eraus mit dem Gold l Restlos heraus mit m letzten verborgenen Goldstück l Das wird, allen tzend, vom Vaterlande anerkannt als wahre patrioti- e, Tat, beste Früchte zeitigen, denn einem jeden sei gesagt, ein jeder möge danach handeln: Jedes Eold- ck bedeutet in der Hand der Reichsbank den drei­sten Wert! Nickt allein der Sieg mit den Waffen, ch die finanzielle Rüstung bildet eine entscheidende mndlaqe für den endgültigen Erfolg! Somit: if zur Reichs- und Notenbank! Auf den sonstigen mk- und Geldinstituten! Auf den Bürgermeister- itern !

* Die Firma H. Underberg-Albrecht in heinberg spendete als Liebesgabe 100 000 Fläsch- n ihres bekannten! BitterlikörsUnderderq-Boonekamp." rrselbe hat bereits im Kriege 1870-71 vorzügliche ienste geleistet, und dürste auch jetzt den im Felde steh- den Truppen eine besonders willkonnnene Gabe sein.

n G i e h e n. Dr. Hermann K n ö l l i n g e r ist f dem westlichen Kriegsschauplatz gefallen. Der junge elehrte, geboren 1883 in Groß-Gerau, würbe hier l08 zum Tr. phil. promoviert und versah nach be- mdenem Staatseramen zunächst eine Lehrerstelle in zey. Seit dem Herbst 1909 verband er mit seiner iiigkeit als Lehvamtsaffpffor an unserem Landgraf- ibwiqs-Ghmnasmm, dann an unserem Realgvmna ° >m die Stellung eines Assistenten am philolo- schen Proseminar der Landesuniversität. Auch leitete mehrere Semester hindurch mit groher Hingebung e Mademischen Fortbildungskurse für Ar- e jte r Nachdem er in seiner sehr tüchtigen Disser - tion erhebliche Teile einer verlorenen philosophischen christ des Cicero aus einer unerwarteten Quelle wie- rgewonnen batte, bereitete er eine kritische Ausgabe r pbhsischen Probleme des Aristoteles vor. die sich im ruck befand, als er die Feder mit dem Schwert ver- ufchen muhte. ^

=n= Gießen, 16. Nov. In unsere gegenwärtige ernst« Zeit brachte für unsere Stadt die Ortsgruppe des Alldeutsche n Verbandes einige Stunden künst­lerischer Erbauung mit dem im Stadtthealer gestern Abend stattgefundenen Konzert, dessen Reingewinn für du Hinterbliebenen der gefallenen Eiehener bestimmt ist. Der Kgl. bayrische Kammersänger Heinrich Knote und der H o s p i a n i st Ernst R i e m a n n teilten sich in das Programm. Wer diese beiden hoch- besähiqten Künstler von früher her an ihren Leistungen kannte, wutzte, datz beide für ein Künstler-Konzert voll­auf genügen, um dem Publikum einen abwechselungs­reichen und für unsere ernste Zeit würdigen Kunstgenuß zu bieten vermögen. Wer aber Knote und Riemann bisher noch nicht gehört hatte, ist mit doppelter Befrie­digung aus dem Konzert heimgegangen, zwei unserer allerbesten Künstler gehört und für ein gutes Werk sein Scherslein mit beigetragen zu haben. Die Vorträge Rie- manns am Flügel waren packend schön und Meister - hast, die Lieder des Heldentenors Knote aber noch ergreifender und herrlicher. Das Körner'scheGebet vor der Schlacht" undLohengrins Abschied" in dieser hin­reißenden Vortragsweise hat in allen Herzen ein an­haltendes Echo geweckt. Knote ist in allen Modulatio­nen voll und' ganz Meister, das hörte man an dem Fanget an", demSteuermannslied" und dem Mono­log Siegmunds". Bewundern muh man, wie er die schwierigsten und höchsten Töne ohne Anstrengung und Ermüdung erreicht. Das zahlreiche Publikum gab bei­den Künstlern rauschenden Beifall, den Sänger rief es außerdem wiederholt auf die Bühne, fodäß er noch 2 Lieder dem Programm einfügte.

):( Frankfurt a. M. Das Frankfurter Röte Kreuz hat einen eigenen Lazarettzug der Heeres­verwaltung zur Verfügung gestellt. Der Zug besteht aus 21 Wagen. Jeder Krankenwagen enthält 12 Betten. Vorzüglich ist der Operationswagen eingerichtet.

):( Frankfurt a. M. Der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Hermann Wendel, der zu Beginn des Krieges als Kriegsfreiwilliger beim Frank­furter Landsturmbataillon eintrat, wurde, nachdem er erst neulich zuür Gefreiten befördert war, jetzt bereits zum Unteroffizier ernannt. Wendel erhielt dieser Tage einen längeren Urlaub, um sich auf seine Tätigkeit im Reichstag vorbereiten zu können.

! B i s ch o f s h e i m. Beim Einfangen eines Bie­nenschwarms wurde die hiesige Schlosserssraü Marie S t o b e l dahier von den Bienen überfallen und t o 1- g e st o ch e n.

! Wiesbaden. Die hiesigen Kassenärzte haben sich bereit erflärt, alle hilfsbedürftigen Angehörigen von Kriegern, die keiner Kaffe angehören, u n e n 1 g e l t - l i ch zu behandeln.

! Wiesbaden. Konfistorialpräfident Dr. Ernst von hier ist als Kriegsfreiwilliger eingetre - ten. Er steht als Hauptmann in Oberlahnftein. Dr. E r n st ist Jurist und war, bevor er nach Wiesbaden kam, Verwaltungsgerichtsdirektor.

Weihnachten im Feld.

Von der Ober st tn Heeresleitung wird folgendes bekannigegeben: Es darf angenommen wer­den, daß das Weihnachtssest in Millionen von deutschen Herzen den Wunsch rege machen wird, den Verteidigern von Haus und Herd Zeichen der Liebe und Darckbarkeit zukommen zu lassen, daß sie auffrem- der Erde kämpfen, daß sie fern sind von ihren Lieben in der Heimat. Der Wunsch, die einem treuen Gedenken entsprungenen Liebesgaben bestimmten Personen zuzu - führen, bestimmte Truppenteile oder Heeresverbände be­sonders zu bedenken, ist um die Weihnachtszeit so be- greiflich, daß zu seiner Verwirklichung alles geschehen soll, was von militärischer Seite möglich ist, freilich in der bestimmten Hoffnung, daß die Opferfreudigkeil des deutschen Volkes auch d i e Verteidiger des gemeinsamen Vaterlandes nicht leer ausgehen lassen will, deren keine treue Mutter oder Gattin, kein sorgender Vater oder Freund besonders gedenkt. Deshalb muß den Militär­behörden das Recht bewahrt bleiben, nach billigem Er­messen auszutzleichen und Sendungen, deren Empfän­ger sich nicht mehr beim Feldheere befinden, zum Besten der Allgemeinheit zu verwenden. Für die Zuführung der W e i h n U ch 1 s l i e b e s g a b e n an die Front sind folgende Bestimmungen in Aussicht genommen:

1. Liebesgaben für Einzelne.

a) Bis einschließlich 250 Gramm kann die Zusen­dung in Briefen durch die Feldpost jederzeit erfol­gen das Porto beträgt von 50250 Gramm 10 Pfg. Briefe von 250500 Gramm (Porto 20 Pfg.) wer­den voraussichtlich im Dezember eine Woche lang zu­gelassen werden. _

b) Für Paketsendungen bis einschließlich 5 Kilogramm ist nicht die Feldpost zuständig, sondern stütz militärische Vockehrungen getroffen. Die heimatliche Post nimmt in der Zeit vom 23 bis 30. November solche Pakets an und befördert sie bis zu dem zuständigen militärischen Paketdepot in der Heimat. Das Porto beträgt 25 Pfg. Bei den militärischen Paketdepots kan^ auch unmittelbar von den Absendern portofrei aufgegeben werden. Die Namen der militärischen Pa­ketdepots werden bei sämtlichen Pvstanslalten des Deut­schen Reiches angeschlagen werden. Die Pakete werden von den militärischen Paketdepots geordnet und über die militärischen Sammelstationen an die Etappenhaupt- orte gesandt. Hier werden sie von den Etappenbehör­den übernommen, verteilt und der Truppe zugeführt Vorbedingung für die richtige Zustellung aller Briese und Pakete ist die richtige Adresse. Alle Ange­hörigen des Heeres sind erneut angewiesen worden, ihre genaue Adresse nochmals ihren Angehörigen in der Heimat mitzuteilen. Es wird sich empfehlen, wenn Spender von Liebesgaben, die in den nächsten Tagen keine derartige Nachricht erhalten sollten, vor Absendung bei den nächsten Angehörigen ihres Freundes Erkun­digungen einziehen.

2. Liebesgaben für bestimmte Truppen­teile und Heeresverbände, sowie Lie-

des gaben für die Allgemeinheit.

Die Zuführung dieser Liebesgaben erfolgt nur durch Vermittelung der Organisation der frei­willigen Krankenpflege:

a) Liebesgaben in ganzen Waggonladungen sind der der A b n a h m e st e l l e für freiwillige Gaben 1 (für Verwundete und Kranke) und 2 (für Gesunde) am Sitz des für den Wohnort de» Spenders zuständigen stellvertretenden Generalkommandos anzumelden. Die Namen der Abnahmestellen werden bei sämtlichen Postanstalten des Deutschen Reiches angeschlagen wer­den. Die Abnahmestellen geben dann den Anmeldern Nachricht, an welche militärische Sammelstalion sie die Wagen zu senden haben. Von der militärischen Sam­melstation werden die Wagen auf den für den allgc - meinen Nachschub bestimmten Bahnen den Etappenbe­hörden zugesühkt, die die Weiterbeförderung der Liebes­gaben an die Truppen bewirken. Es ist erwünscht, wenn sich Personen zur Verfügung stellen, die diese Eisenbahnzüge von der Sammelstalion nach dem Etap- penhauptort geleiten, um zur Sicherheit der Zu - sührüng beizutragen. Wenn es die Kriegslage erlaubt, kann ihnen von den Etappeninspektionen auch die Er­laubnis zur Begleitung vom Etappenhauptort nach vorne gegeben werden. Die Auswahl treffen die stell­vertretenden Generalkommandos im Einvernehmen mit den örtlichen Territorial-Delegierten aus der Zahl der Personen, die sich bei der Organisation der Liebesga - beMätigkeit besonders verdient gemacht haben. Die stellvertretenden Generalkommandos stellen auch die Ge­leilscheine von der Sammelstalion bis zum Etappen­hauptort aus. Grundsätzlich muß jedoch die Fahrt im Eisenbahnzug' erfolgen, der die Liebesgaben vorfühlrt, und grundsätzlich muß die Fahrt in der Sammelstation angetreten werden. Fahrten in Kraftwagen werden fiir lleberbringer und Geleiter von Liebesgaben in keinem Falle gestattet.

b) Liebesgaben in geringerer Menge als ganze Wagonladungen sind ausnahmslos bei den gleichen Abnahmestellen der freiwilligen Kranken - pflege abzuliesern. Von dort gelangen sie an die Zuständigen Sammelstationen. Weiter wird mit ihnen wie UMer a) angegeben verfahren, auch hinsichtlich der Begleitung. Vorbedingung für die Versendung aller Liebesgaben ist, daß alle Absender sich genau an die Bestimmungen über Inhalt und Verpackung halten; Gegenstände, die raschem Verderben oder Zerbrechen ausgesetzt sind, keinesfalls absenden. Sie müssen sich vergegenwättigen, daß vom Tage der Aufgabe bis zur Zustellung etwa 4 Wochen vergehen, daß guter Wille und' rührende Liebe sich hart stoßen an der rauhen Wirklichkeit des Krieges!

Großes Hauptquartier, 13. Nov. 1914.

Der Generalquartiermeister.

Die Etappenkommandantur 3 Darm ftadt macht darauf aufmerksam, daß Weihnachtssend - ungen für die Töuppen nur bis zuM 30. November aufzugeben sind, da sonst keine Aufsicht auf rechtzeitige Besörderunst vorhanden ist. Auch muß jedem Paket eine Begleitadreffc beigegeben werden.

Verantwortlich: A l b i n Klein, Gießen.

V

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