Ausgabe 
19.11.1914
 
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Nr. 92.

Donnerstag, den 19. November 1914.

Telephon Nr. 363. 26. Jührg.

Günstiger Fortgang im Osten und Westen.

28000 Russen gesaugeu, 8V russische Maschinengewehre erobert. Der Gouverneur von

Warschau gesaugeu.

Der Zusammenbruch Serbiens

amtliche Tagesberichte.

WTB. Großes Hauptquartier, 15. Nor>. (Amtlich.) Die Kämpfe auf dem rechten Flügel zeititz- len auch gestern, durch das Ungünstige Wetter beein­flußt, nur geringe Fortschritte. Bei dem mühsamen Vorarbeiten wurden einige Hundert Franzosen u>. Eng­länder gefangen genommen und 2 Maschinenge - wehre erbeutet. Im Argonnenwalde gelang es, einen starken französischen Stützpunkt zu sprengen Und im Sturm zu nehmen. Die Meldung der Franzosen, sie hätten eine deutsche Abteil­ung bei Coincourt südlich von Marsal in Unordnung gebracht, ist erfunden. Die Franzosen hatten vielmehr hier erhebliche Verluste, während wir keinen Mann ver­loren.

WTB. Trotzes Hauptquartier, 16. Nov. (Amtlich.) Auf dem w e st l i ch e n Kriegsschauplatz war gestern die Tätigkeit beider Parteien infolge der herr­schenden Stürme und Schneegestöber nur gering. In Flandern schritten unsere Angriffe langsam vor - wärts. Im Argonner Walde errangen wir je­doch einige grötzere Erfolge.

Die Kämpfe im O st e n dauern an. Gestern war­fen unsere in OstpreUtzen kämpfenden Truppen sen Feind in der Gegend südlich von Stallupönen. Die in Westprcuhen operierenden Truppen wehrten bei S o l- d a U den Anmarsch russischer Kräfte erfolgreich ab und warfen am rechten Weichsel-User den Vormarsch starker russischer Kräfte in einem siegreichen Gefecht bei L i p n o auf Plozk zurück. In diesen Kämpfen wur - den bis gestern 5000 Gefangene gemacht Und 10 Maschinengewehre genommen.

In den seit einigen Tagen in Fortsetzung des Er­folges bei W l o z l a w e z stattgehabten Kämpfen fiel die Entscheidung. Mehrere uns entgegengetretene russi­sche Armeekorps wurden bis über K u t n o zurückge - warfen. Sie verloren nach den Feststellungen 23000 Mann an Gefangenen, mindestens 70 Maschinengewehre und Ge­schütze, deren Zahl noch nicht seststeht.

Oberste Heeresleitung.

WTB. Trotzes H a u p 1 q u a r t i e r, 18. Nov. vormittags. (Amtl. Telegr.) Die Kämpfe in W e st - s l a n d « r n dauern fort,, die Lage ist im wesentlichen unverändert.

Im Argonnerwalde wurden unsere A n- griffe erfolgreich vorgetragen. Fyanzö - fische Angriffe südlich von Verdun wurden abgewiesen. Ein Angriff gegen unsere bei St. M i h i e l auf das westliche Maasufer geschobenen Kräfte brach nach anfänglichem Erfolge gänzlich zusammen. Unser Angriff südöstlich von C i r e t) veranlatzte die Franzo­sen, einen Teil ihrer Stellungen aufzugeben. Das Schloh Chatillon wurde im Sturm von unseren Trup - pen genommen.

In Po'len haben sich in der Gegend nörd­lich von Lodz neue Kämpfe entspannen, deren Entscheidung noch aussteht. Südöstlich von S o l d a u wurde der Feind zum Rückzüge auf Mlawa ge - zwmitzen. Auf dem äußersten NordMtzel ist starke ruf- sische Kavallerie am 16. und -17. November geschlagen unb über Mllkallen zurückgeworfen worden.

Die v b e r st e Heeresleitung.

WTB. Berlin, 14. Nov. (Amtlich.) Ueber das Seegefecht von Coronel ist auf funkentele - graphischem Wege noch folgender Bericht des Chefs des Kreuzergeschwadeks eingegangen: Am 1. November

trafen auf der Höhe von Coronel S. M. Schiffe Schamhorst", Eneifenau",Leipzig" undDresden" die englischen KreutzerGood Hope",Monmouth",Glas - gow" und den HilfskreuzerOtranto". S. M. Schiff Nürnberg" war während der Schlacht detachiert. Bei schwerem Seegang wurde das Feuer auf große Ent­fernung eröffnet und die Artillerie der feindlichen Schiffe in 52 Minuten zUm Schweigen gebracht. Das Feuer wurde nach Einbruch der Dunkelheit eingestellt. Good Hope" wurde durch Artilleriefeuer und Eiplofion schwer beschädigt, in der Dunkelheit aUs Sicht verloren. Monmouth" wurde auf der Flucht von derNürn­berg" gefunden. Sie hatte stark Schlagseite, wurde be­schossen und kenterte. Rettung der Besatzung war we­gen des schweren Seeganges und aUs Mangel an Boo­ten nicht möglich.Glasgow", anscheinend leicht be­schädigt, entkam. Der Hilfskreuzer flüchtete nach dem ersten Treffer aUs dem Feuerbereich. Auf unserer Seite keine Verluste, unbedeutende Beschädigungen.

Der stellvertretende Chef des Admiralstabes: gez. B e h n cke.

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WTB. Wien, 15. Nov. Amtlich wird verlaut - bayt: 15 . November, vormittags: Die Verteidigung der Festung P r z e m y s l wird, wie bei der ersten Ein - schlietzung, mit großer Akttvität geführt. So jagte «in gestern nach Norden unternommener, Ausfall den Feind bis in die Höhen von Rojietnica z u r ü «k. Unsere Truppen hatten bei dem Vorstotze nur minimale Ver­luste. In den Karpathen wurden vereinzelte Vor­stöße feindlicher Detachements mühelos abgewiesen. Auch an der übrigen Front versagten die rUssischen V 0 r st ö tz e.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: von H ö f e r, Generalmajor.

WTB. Wien, 17. Nov. Amtlich wird verlaut- bart, 17. Nov., mittags:

Aus dem Bereich von Krakau vorbrechend nah­men Unsere Truppen gestern die vorderen Besesligunqs- linien des Feindes nördlich der Reichsgrenze. In dem Räume Wolbrom-Pilica gelangten die Russen zumeist nur in das Bereich unseres Artilleriescuers. Wo feindliche Infanterie angriff, wurde sie a b g e w i e - sen. Eines unserer Regimenter machte 500 Gefangene und erbeutete 2 MaschiNengewehrabteilungen. Der deutsche Sieg bei Kutno äußert bereits seine Wirkungen auf die Eesamtlage.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von H ö f e r, Generalmajor.

WTB. Wien, 18. Nov. Amtlich wird verlaut- bart: 18. November. Die Operationen der Verbünde­ten zwangen die russischen Hauptkräfte in Russisch-Po- len zur Schlacht, die sich an der ganzen Front . unter günsttgen Bedingungen entwickelte. Eine unserer Kamps- gruppen machte gestern über 3000 Gesängen«. Gegen­über diesen großen Kämpfen hat das Vordringen russi­scher Kräfte gegen die Karpathen nur untergeordnete Bedeutung. Beim DeboUchieren aus Grybow wurde st a r k e Kavallerie durch überraschendes FeUer unserer Batterien zersprengt.

Der Stellvertreter des Chefs des Eeneralstabes: von H 0 e f e r, Generalmajor.

WTB. Wien, 18. Nov. Von dem südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet: 18. November:

Auf dem südöstlichen Kriegsschauplatz finden mehr­fach größere Kämpfe an den zerstörten K 0 l u b a r a - Uebergängen statt. Eigene Kräfte sind bereits an

dem jenseittgen User. Am 16. November wurden 1400 Gefangene gemacht und viel Kriegsmaterial erbeutet.

Bor» Krieg im Westen.

Der Korrespondent derDaily Mail" berichtet vom Sonntag aus Calais, nachdem er den Kampf um ein Gehölz bei Mer,n beschrieben hat: Es ist weder zu be­schreiben, noch zu glauben, daß Menschen ausftalten können, was die Deutschen in diesem Ge­hölz g e l e i st e t haben. In den Vajonettkämpsen wurde Pardon weder gegeben noch verlangt; weit und breit sieht man keine Verwundete, nurTote. Der Kampf um Wern rvar der Kampf des Kn'eges. Das Ergebnis für die Verbündeten war ein paar Kilo­meter Fortschritt! und! große Verluste, für den Feind aber enorme Verluste. (B. Z.)

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DT. Kopenhagen, 16. Nov. Der Vorstoß

Dirmuiden Dp«t;n ist die bedeutendste Operation seit

Beginn des Krieges. Es waren größere Truppenmas-

sen attio, als je zuvor. Am Donnerstag erschienen über

Wer.n zwei Flieger, die Bomben warfen, die u.

a. die Kirche und das Ratharts zerstörten.

WTB. A m st e r d a m, 16. Nov.Telegraaf" mel­det aUs Sluis: Die Küste von Ostende bis nach Knocke ist jetzt ganz in Verteidigungszustand ver­setzt.

Bom Krieg im Osten.

Eine schöne Siegeskunde ist nach längerer Pause aus dem Osten zu uns gedrungen: die Russen haben wieder einen jener schon weltberühmten Hindenburgi - scheu Schläge zU fühlen bekommen, 28000 Gefan­gene, 80 Maschinengewehre und eine noch nicht festgestellte Anzahl von Geschützen verloren. Wie ein Aufatmen ist es bei dieser neuen Siegesnachricht durch ganz Deutschland gegangen, zumal in den letzten Wochen die Besorgnis nicht ganz unbegründet schien, daß den Russen ein neuer Einbruch in Ostpreußen ge­lingen könnte. Aber die Ereignisse haben zu unserer Freude wieder bewiesen, daß wir festes Vertrauen in unsere tapfere, wenn auch verhifftnismäßig kleine Ost­armee Und in die nun schon so oft bewährte geniale Strategie ihrer Führer haben dürfen. Dagegen sind alle die Millionen Rußlands wie wirkungslos, und jedwede Furcht vor diesem Riesenreiche erweist sich immer mehr als unbegründet. Man stand diesem Rußland ja so hilflos in seinen Begriffen gegenüber. Das weite un­bekannte Land gibt uns auch jetzt noch keinen An­haltspunkt, um die Schwierigkeiten ermessen zu können, die unsere Truppen dort zu überwinden haben. Dann diese große unbekannte russische Armee, über die man immer in Phantasievorstellungen lebte. Phantastisch sind, den Millionen entsprechend, die sie immer von neuem aus sich selbst gebiert, ja nun die Erfolge geworden, die in ihrer Größe immer wieder, erstaunen machen. Aber wir haben an diesen Erfolgen auch gelerM, die russische Millionenarmee richtig einzuschätzen und sie als den un­disziplinierten, schlecht ausgerüsteten und ungeschickt ge­leiteten Heereskörper zu erkennen, der niemals unseren vcm Geist des Opfermutes uud der Siegeszuversicht ge­tragenen Truppen aewachsen sein wird. Wir dürfen fest überzeugt sein, bald wieder von neuen und noch grö­beren Niederlagen der Ruffen z» hören, und dieser sich­ere Glaube läßt uNs erst den ganzen Glanz des letzten Sieges erleben.

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