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11.11.1914
 
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Nr. 90.

Samstag, den 11. November 1914. t°leph°n Nr. m 26. Jahrg.

Die deutschen Truppen überall in günstigen Stellungen.

Ueber 45VÜ Gefargerre im Osten und über 1000 Gefangene im SSeftcit gemacht, sowie 2 Geschütze

und 20 Maschinengewehre erobert. Tsingtau gefallen.

amtliche Tagesberichte.

WTB. Großes Hauptquartier, 7. Nov., vormittags. (Amtlich.) Unsere Angriffe in Richtung Y p e r n machten auch gestern, besonders südwestlich Ypern, Fortschritte. Ueber 1000 Franzo- s e n wurden zu Gesungenen gemacht und drei Maschi­nengewehre erbeutet. Französische Angriffe westlich N o- i) o n, sowie auf die von uns genommenen Orte Bailly und Ciiovoniie wurden unter schweren Verlusten sür den Feind abgewiesen. Der von uns eroberte und nur schwach besetzte Ort Soupier und der westliche Teil von Saprgneur, der dauernd unter schwerem Ar- lilleriefeiier lag, mußte von uns geräumt werden. Bei S e r v o n wurde der Feind abgewiesen, im Argonner Wald weiter zurückgedrängt.

Ans dem östlichen Kriegsschauplatz wur­den 3 russische Kavallerie-Divisionen, die die Warta oberhalb Koloe überschritten hatten, g e- schlagen und über den Fluh zurückgcdrängt. Im übrigen kam es dort zu keinen Zusammenstöhen.

Die ober st e Heeresleitung.

*

WTB. Berlin, 7. Nov. (Amtlich.) Nach amtl. Meldung des Rcuterschen Bureaus aus Tokio ist Tsing­tau nach heldcntffiftem Widerstand am 7. November mcrgcns gefallen. Nähere Einzelheiten fehlen noch.

Der stellvertretende Ches des Admiralstabes: gez. B e h n ck e.

WTB. Erohes Hauptquartier, 8. Nov., vormittags. (Amtl. Telegr.) Unsere Angriffe bei Ypern und westlich Lille wurden gestern fortgesetzt. Am West­rande der A r g o n n e n wurde eine wichtige Höhe bei V i e n n e - l e - C h a t c a u, um die wochenlang ge­kämpft worden ist, genommen. Dabei wurden 2 Geschütze und 2 Maschinengewehre erbeutet. Sonst ver­lies der nebelige Tag aus dem westlichen Kriegsschau - platze ruhig.

Vom O st e n liegen keine neuen Nachrichten vor.

WTB. Erohes Hauptquartier, 9. Nov. Wieder lichteten gestern nachmittag mehrere feindliche Schiff« ihr Feuer gegen unseren rechten {5IügeI; sie wur­den aber durch unsere Artillerie schnell vcrtrie- b e n. Ein in den Abendstunden aus Nieuport heraus unternommener und in der Nacht wiederholter Vorstoß des Feindes scheiterte gänzlich. Trotz hartnäk- kigsten Widerstandes schritten unsere Angriffe bei Ypern langsam, aber stetig vorwärts. Feindliche Gegenangriffe südwestlich Ypern wurden abgewiesen und mehrere hun­dert Mann zu Gefangenen gemacht.

Im O st e n wurde ein Angriff starker russischer Kräfte nördlich des Wysztyter Sees unter schweren Verlusten sür den Feind zurückgeschlagen. Die Rnffen liehen über 4000 als Gesängen« und 10 M a - schinenge wehre in unseren Händen.

Ober st e Heeresleitung.

WTB. Erohes Hauptquartier. 10. Nov. vormittags. Unsere Angriffe bei Ypern schritten auch gestern langsam vorwärts. Ueber 500 Franzosen, Far­bige und Engländer wurden gefangen genommen und mehrere Maschinengewehre erbeutet.

Auch weiter südlich arbeiteten sich unsere Truppen vor. Heftige Gegenangriffe der Engländer wurden zu- rückgewicsen.

Im Aygonnerwalde machten wir gute Fort­schritte. Feindliche Dorstöhe wurden leicht abgewehrl.

In RUssisch-Polen bei K o n i n zersprengte unsere Kavallerie ein russisches Bataillon, nahm 500 Mann gefangen Und erbeutete 8 Maschinengewehre.

Ober st e Heeresleitung.

Zum $oll Tsingtau.

Niemand in Deutschland hat sich einer Täuschung darüber hingegeben, daß der entlegene Posten an Chinas i Küste nicht dauernd gehalten werden konnte, er kämpfte gegen eine erdrückende Uebermacht, und wir konnten un- sern tapfern Brüdern leider keine Hilfe bringen. Aber wenn sie auch schließlich der Uebermacht erliegen mutz­ten, ihr glorreicher Kamps ist darum nicht vergeblich ge­wesen. Der Feind hat Kiautschou teuer genug erkaufen müssen, und der Heldenmut der deutschen Streiter wird für das Ansehen Deutschlands im seinen Osten Früchte tragen, die Deutschlands künftiger Weltpolitik zustatten kommen. Das schwarz-weiß-rote Banner ist zwar über Tsingtau niedergeholt. Aber damit ist das Kapitel Tsing­tau sür uns nicht abgeschlossen. Die endgiltige Entschei­dung über Kiaiutschous Zukunft fällt gar nicht auf sei­nem Gebiete, sondern hängt von dem Ausgange des europäischen Krieges ab. Gelingt es uns, Japans Verbündeten, England, an seinen eigenen Küsten em­pfindlich zu verwunden, so wird uns freie Bahn wer­den, auch mit den heimtückischen Söhnen Ostasiens ab­zurechnen. Es braucht nicht sofort zu sein. Kommt Zeit, kommt Rat zur Vergeltung von Japans Uebersall.

Zur Verwundung des Gouverneurs Meyer- W a l d e ck läßt sich dieDaily-Mail" aus Tientsin mel­den: Sein letzter, Befehl war, ehe man ihn in das Ho­spital überführte, bis zum letzten Mann zu kämpfen.

Unser Kaiser über den Fall Tsingtau.

WTB. Berlin, 9. Nov. Vom Kaiser ist bei dem Reichstags Präsidenten Dr. Kämpf nachstehendes Tele­gramm eingetroffen:

Ich danke Ihnen für den Ausdruck der Gefühle des Schmerzes und des Vertrauens auf die Zukunft, von welchen der Reichstag und alle deutschen Herzen ange­sichts des Falles von Tsingtau erfüllt sind. Die helden­mütige Verteidigung der in langjähriger Arbeit geschaf­fenen Musterstätte deutscher Kultur bildet ein neues Ruhmesblatt für, den Geist der Treue bis zum Tod e,. den das deutsche Volk mit seinem Heer und seiner Flotte in dem gegenwärtigen Ver­teidigungskamps gegen eine Welt voll Hah, Neid und Begehrlichkeit schon so mannigfach wolle Gott nicht vergeblich betätigt hat.

Wilhelm I. R.

Berlin,.- 10. Nov. (Ctr. Bin.) Die Ue b er­gab e von Tsingtau soll angeblich heute erfolgen.

WTB. Tokio, 9. Nov. (Tel.) Der japanische Unterftaatssekretär der Marine erklärte in einem Gespräch über die Zukunft K i a u t s ch o u s, daß Japan während der Dauer des Krieges Tsingtau verwalten und nach dem Kriege Verhandlungen über das Gebiet mit China einleiten werde.

Neue deutsche Artillerie Angriffe.

Wie aus Dünkirchen gemeldet wird, beschossen die Deutschen Ypern zwei Tage lang auf 15 Kilo­meter Entfernung. Neue Streitkräste marschier­ten über Lüttich-Mecheln nach Ypern.

Einem Telegramm aus Hazebrouk zufolge sind dort eine Unmenge Flüchtlinge aus Armentieres angekommen, das wegen des Bombardements durch die Deutschen verlassen werden mutzte. Armentiercs wird von englischen Truppen verteidigt. (Ctr. Bln.)

Rotterdam, 9. Nov. (Ctr. Bin.) Alle Flücht­linge werden aus Verdun und Umgebung entfernt. Die Stadlbevölkerung ist von 18 000 auf 2000 Perso­nen herabgesunken.

Pari« eine offene Stadt.

DerCorriere della Sera" meldet aus Bordeaur, daß die sranzösifche Regierung beschlossen habe, falls

mit einemvorübergehenden" Vorrücken der Deutschen auf Paris im Laufe des Feldzuges zu rechnen sein sollte, Paris zur offenen Stadt zu er­klären und nur den äußeren Foitsgürtel zu) vertei­digen. Die veränderte Haltung der Regierung ergäbe sich mich aus dem Verbleiben der sozialistischen Mit - olieder im Ministerium, das von der Bedingung, die Einwohner von Paris vor den Schrecken einer nutzlosen Verteidigung zu bewahren, abhängig gemacht worden sei.

Belgische Truppen zur Verteidigung in Pari«.

Brüssel, 9. Nov. (Ctr. Bln.) Aus dem Briefe eines belgischen Soldaten an seine hiesigen Eltern geht hervor, daß die Ueberr.este der belgischen Armee in die­sem Augenblick in das Pariser Festungsgebiet dirigiert werden, um an der eventuellen Verteidigung der fran­zösischen Hauptstadt teilzunehmen. Die 6. Division hat bereits ihre Winterquartiere im Fort von Vincennes bei Paris bezogen. König Albert wird sich bei sei­nen Truppen dort einfinden, die vollständig dem Ober­befehl des Pariser Eeneralgouverneurs Eallieni unter - stellt werden. '(Deutsche Tagesztg.)

Kronprinz Rupprccht an seine Soldaten.

Berlin, 10. Nov. DerLok.-Anz." meldet aus München: Der Führer der 6. Armee Kronprinz Rupprecht von Bayern erließ einen Armeebe­fehl, in dem es heißt:

Soldaten!

Die Augen der ganzen Welt sind aus Euch gerich­tet. Es gilt jetzt, in den Kämpfen mit unserem ver - haßteften Feind nicht zu erlahmen, seinen Hochmut-end­gültig zu brechen; schon wird er mürbe. Es ergaben sich zahlreiche feindliche Offiziere und Mannschaften freiwil­lig, aber der größte entscheidende Schlag steht noch be­vor. Ihr müßt darum aus halten bis ans Ende. Der Feind muß hinunter! Ihr müßt autz - dauern, ihn nicht aus den Zähnen lassen ! Wir müssen, wollen und werden siegen;

Die Serben von Öen Oesterreichern geschlagen.

WTB. Amtlich wird aus Wien vom 9. Novem­ber gemeldet: Unsere Operationen auf dem südlichen Kriegsschauplatz nehmen einen durchaus günstigen Ver­lauf. Während jedoch unsere Vorrückung über die Linie Schabatsch-Ljesnica an den stark verschanzten Bergfühen auf zähesten Widerstand stieß, endeten die dreitägigen Kämpfe aus der Linie Loznica-Krupanj-Ljubovija be­reits mit einem durchgreifenden Erfolge. Der hier befindliche Gegner bestand aus der serbischen drit­ten Armee, General Paul Sturm, und der ersten Ar­mee, General Peter Bojavic, mit zusammen 6 Divi - fronen von 120 000 Mann. Die beiden Armeen befin­den sich nach dem Verlust der tapfer verteidigten Stell­ungen seit gestern auf dem R ü ck z u g e n a ch V a l- j e to o. Unsere siegreichen Korps erreichten gestern abend Loznica, östlich den dominierenden Höhen des Haupt­rückens der Soboljka Plaut na, südöstlich Krupanj. Es wurden zahlreiche Gesungene gemacht und Kriegsmate­rial erbeutet. Details fehlen noch.

Russische Trnppcnpcrschicbiingcn in Galizien.

WTB. Wien, 10. Nov. Die ..Neue Fr. Presse" meldet aus Budapest: In Ostgalizien und Bessara- bien' finden seit Tagen starke russische KräftevcrschiebuN- gen statt, welche mit dem Kriege gegen die Türkei zu­sammenzuhängen scheinen.

Türkische Kriegsmeldungen.

WTB. K o n st a n t i n o p e l, 8. Nov. (Nichtamt­lich.) Zweiter amtlicher Bericht aus dem Grohen Haupt­quartier :