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Schriften der Ludwigs-Universität zu Gießen
 
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sehen. Ferner aber auch, welche innenbedingte Tragfähigkeit A. Fischer) den einzelnen Kontinenten zuerteilt. In der letzten Spalte ist dann das Plus angegeben, das die einzelnen Kontinente gegenüber ihrer heutigen Bevölke⸗ rung noch aufnehmen können, wobei nur ihre innenbedingte Tragfähigkeit zugrunde gelegt ist.

Bevölkerung in Willionen Innenbedingte[ Innenbedingtes 1 2

18099 1938 0 Tragfähigkeit) Plus gegen 988 Europa 80 529 870 43 Asien 880 178 700 822 Afrika 99 52 650 498 Nord- u. Wittelamerika 21 90 So 60 Südamerika e 2⁰0⁰ 120 Australien 2 2 280 259 Ganze Erde 682 2750 62⁰0⁰ 4050

Dabei sind für die innenbedingte Tragfähigkeit die Zahlen von A. Fischer) genommen, die etwas kleinere Werte ergeben als die von A. Penck), doch sind auch die letzteren äußerst vorsichtig geschätzt. Wenn man an der Wirk⸗ lichkeit dieser Zahlen Zweifel hegt, so möge man sich die Bevölkerungszu⸗ nahme von Java in den letzten 140 Jahren vergegenwärtigen. Hier stieg die Bevölkerung von 3 Mill. auf 42 Mill. Dabei ist auch in keiner Weise eingerechnet, was an Rohstoffen fernerhin synthetisch gewonnen werden kann, wodurch Ackerland frei wird. Denken wir nur, wieviel Baumwollfelder z. B. durch die künstlichen Faserstoffe frei werden und für anderen Anbau ver wendet werden können.

Die Erde als Ganzes ist also keineswegs übervölkert. In Europa könnten 41 Mill. Menschen, in Asien 522 Mill. Menschen, in Afrika 1498 Mill. Menschen, in Nord- und Mittelamerika 610 Mill. Menschen, in Süd⸗ amerika 1120 Mill., in Australien 259 Mill. mehr leben, auf der ganzen Erde, deren Gesamtbevölkerung heute 2150 Millionen ausmacht, etwa das Dreifache, nämlich 6,2 Milliarden, nach der Berechnung von Penck sogar 7689 Millionen.

Für die unterbevölkerten Länder und Erdteile ist der Bevölkerungszu⸗ wachs kein ernstliches Problem. Der Zuwachs bei gesunder natürlicher Ver mehrung der Völker findet Raum und Arbeit, wenn man auch in vielen Fällen zur Erschließung neuer Gebiete, zur Rodung oder schließlich zur In tensivierung des Anbaues schreiten muß. Für die Gebiete des tropischen Afrika ist natürlich für einen Anbau für die Ausfuhr in den meisten Fällen die Anleitung durch Europäer nötig, und die afrikanischen Tropen werden

1) Muthall, M. G. The Dictionary of Statistics, 4. Aufl. London 1903, S. 442.

2) Hübners Weltstatistik, 73. Ausgabe Wien 1938, S. 176.

3) Fischer, A. Zur Frage der Tragfähigkeit des Nährraumes, Zt. f. Geopolitik. II, 2. 925, S. 85).