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Schriften der Ludwigs-Universität zu Gießen
 
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Es ist ferner interessant, daß sich in den Balkanländern im Jahre 1939 ein Geburtenrückgang gegenüber den vorhergehenden Jahren zeigt. (Immerhin liegt hier die Geburtenziffer noch weit über der für die Be⸗ standerhaltung notwendigen Zahl.)

Fragen wir in diesem Zusammenhang kurz nach der Bevölkerungs dichte in den europäischen Ländern, so müssen wir feststellen, daß das Deutsche Reich vor seinem augenblicklichen Befreiungskampf zu den am dich⸗

testen besiedelten Ländern der Erde und insbesondere auch Europas gehörte,

und zwar steht, wenn man von den kleineren Ländern wie Belgien und den Niederlanden absieht, England(Mutterland) an erster Stelle, dann folgt(vor dem jetzigen Kriege) Deutschland und Italien(allerdings muß man hierbei berücksichtigen, daß England, Belgien und die Niederlande große Kolonialreiche besitzen, während Deutschland bis zum Kriegsausbruch aus⸗ schließlich seine Bevölkerung im Mutterlande ernähren mußte).

Wir erkennen den selbstverständlichen Anspruch des deut⸗ schen Volkes auf Lebensraum und die Unsinn igkeit des augenblicklichen Krieges, den England und Frankreich gegen Deutschland begannen, weil sie ihm diesen Lebensraum nicht zugestehen wollten.

Weiterhin folgen in der Stufenleiter der Besiedlungsdichten die frühere Tschechoslowakei, dann Frankreich, das ehemalige Polen, das ehemalige Oster⸗ reich und das heutige Ungarn, schließlich die Balkanstaaten(s. A bb. 3). Noch weniger dicht besiedelt sind Griechenland, Spanien und Irland. Ver⸗ hältnismäßig am dünnsten besiedelt finden wir die skandinavischen Länder und Rußland.

Kehren wir zurück zu den europäischen Geburtenziffern, so müssen wir in den Jahren vor der Machtübernahme für Deutschland ein geradezu unge⸗ heures Tempo im Absinken der Geburtenziffern gegenüber den anderen euro⸗ päischen Ländern feststellen. Wir sehen, daß es im Jahre 1932 sogar unter der diesbezüglichen Kurve von England und Frankreich angelangt war. Grundsätzlich läßt sich ferner feststellen, daß es vor allem die germanisch bedingten Völker, und zwar neben dem Deutschland vor 1933 Schweden, Frankreich und Groß-Britannien sind, welche dem biologischen Abgrund zusteuern, und daß diese Völker in der Entwicklung ihrer Geburtenziffern weit hinter den südromanischen und slavischen Völkern zurückgeblieben sind.

Das gesamte nördliche, mittlere und westliche Europa bildet also ein zusammenhängendes Gebiet des Geburtentiefstandes, und nur die Völker in den europäischen Randgebieten haben noch eine größere Geburtenziffer auf⸗ zuweisen. Demgegenüber steht die slavische Bevölkerung mit ihrer weitüber⸗ ragenden Geburtenziffer.

Im folgenden soll dargestellt werden, daß uns die vorhandenen Ge⸗ burtenziffern keineswegs ein klares und eindeutiges Bild von der zukünf⸗ tigen zahlenmäßigen Entwicklung der Bevölkerung zu vermitteln vermögen. i

Wir haben auf der einen Seite zu bedenken, daß oft dort, wo hohe Geburtenziffern vorhanden sind, auch hohe Säuglings- und Kindersterblich⸗ keit vorhanden sein kann. Und wir haben ferner die rohen Geburtenziffern