b
Frankreich, wie die Franken da noch die Oberhand hatten. Die Revolution von 1789 war die Niederwerfung des germanischen Elements durch das keltische, und was sehen wir seitdem?“
Vielleicht und wahrscheinlich hängt dies auch mit dem gesamten Rassen⸗ seelenbild des Franzosen zusammen und mit seinem ausgesprochen defen— siven Gefühl. So haben wir in den Jahren vor der Machtübernahme auch den französischen Schrei nach Sicherheit immer als eine Unwahrhaftigkeit empfunden. Aber dieser Schrei nach Sicherheit ist rassisch bedingt und vom französischen Standpunkt aus durchaus echt, so unberechtigt er praktisch auch in der Zeit der deutschen Schmach gewesen sein mag. Der Franzose konnte nicht genug Kanonen und Bundesgenossen haben, um vor dem— wie er es nannte—„brutalen Eroberungswillen der Deutschen“, denen er sich überdies auch noch biologisch unterlegen fühlte, sicher zu sein.
Ich habe ferner wiederholt zum Ausdruck gebracht, daß der Angriff die typische Kampfesweise des Deutschen ist, während der Franzose die De— fensive bevorzugt. Wenn der Franzose zum Angriff übergeht, so bleibt dieser meist nach kurzem Elan stecken. Diese Erfahrungen wurden vor allem auch im Kriege 1914-1918 gemacht, in dem sogar der französische General Joffre die Bilanz zog, daß sich der französische Soldat nicht für den Angriff im freien Felde eignet.
Ich möchte jedoch noch einmal betonen, daß es sich hierbei nicht um ein Werturteil über die Tapferkeit des einzelnen französischen Soldaten als solche handelt, sondern lediglich um eine für die Gesamtheit geltende soldatische Erscheinungsform. Wir haben weder in früheren Kriegen noch in dem augenblicklichen die Tapferkeit unserer Gegner in Zweifel gezogen. Aber der Franzose ist eben kein Einzelkämpfer und hat daher auch beim Angriff die Neigung zu massierten Vorstößen. Auch im jetzigen Kriege haben wir wieder gesehen, daß der Franzose mit leichten Stößen sein Ziel zu er⸗ reichen suchte, und daß ihm der weitausholende und wuchtige Hieb der Flankierung nicht möglich war, weil er„ihm nicht lag“.
Wenn ich bereits auf die uns„weiblich“ erscheinenden Eigenschaften des Franzosen hingewiesen habe, so ist noch zu erwähnen, daß auch der Haß des Franzosen ein weiblicher ist. Der Deutsche kann nicht hassen, selbst wenn er es behauptet. Aus der uns„weiblich“ erscheinenden Artung heraus ist der Franzose— wie bereits erwähnt— auch Stimmungsschwan⸗ kungen leichter unterlegen. Auflodernde Hoffnung wechselt ab mit haltloser Bestürzung, Niedergeschlagenheit wiederum mit neuem Mut.
Jedesmal, wenn der Deutsche den Franzosen besiegte, hat er seinem Gegner aus seinem männlichen Gefühl heraus kränkende Demütigungen er⸗ spart. Der Haß Frankreichs aber kam nie zur Ruhe. Sogar nach dem deutschen Zusammenbruch im Jahre 1918 häufte Frankreich eine Demütigung auf die andere. In Deutschland wurde Verständigung gepredigt, in Frank⸗ reich loderte trotz des Sieges der alte Haß aus jedem Geschichtsbuch der französischen Kinder. Die erste Maßnahme nach der Besetzung von Paris durch die Deutschen im Juni 1940 ist dagegen die Beorderung von Ehren⸗ wachen an das Grabmal des unbekannten Soldaten und des großen Napo⸗
———


