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Schriften der Ludwigs-Universität zu Gießen
 
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sagen müssen, wenn ihnen die nordische Führung fehlt. Diese nordische Führerschicht ist jedoch in Frankreich so dünn geworden, daß sie prak⸗ tisch kaum noch in Frage kommt. Hierdurch allein besaßen die Franzosen bereits eine Unterlegenheit, die sie nicht in die Lage versetzen konnte, unter Voraussetzung gleicher sonstiger Bedingungen einen endgültigen Sieg über den deutschen Soldaten und die deutsche Führung zu erringen.

Charakteristisch ist auch das Pathos der Franzosen, welches sich besonders auf den westischen Rassenanteil im französischen Volk zurückführen läßt. Es handelt sich hier um ein Pathos, welches dem nordisch bedingten Menschen vollkommen fremd ist. Aus dem deutsch-französischen Kriege ist uns ein Aufruf des französischen Generals de Wimpfen, den er auf der Durchreise nach Sedan an seine Vaterstadt Soissons richtete, bekannt:Mitbürger meine Brüder! Von den Sirenen des Krieges aus den Wüsten Afrikas aufgeschreckt, eile ich herbei auf den Schwingen kriege rischer Ungeduld. Ich bin da wie der Blitz. Schon küsse ich die Muttererde und schwöre, mit dem Herzblut sie vom befleckenden Fußtritt fremder Er oberer reinzuwaschen. usw.

Ein derartiger Aufruf eines Generals war früher bei einem deutschen Heere unmöglich und wird auch in Zukunft eine Unmöglichkeit bleiben. Bei jeder deutschen Truppe würde er selbst in der ernstesten Situation nur ver⸗ ständnisloses Kopfschütteln oder sogar schallendes Gelächter auslösen.

Ich habe ferner schon darauf aufmerksam gemacht, daß sich der Fran⸗ zose durch sein westisches Rassenerbe bedingt immer im Mittelpunkt seiner Umgebung fühlt. Er ist Schauspieler von Geburt an. Er ist tapfer, besonders wenn er sich beobachtet fühlt. Immer achtet er auf sich selbst und macht daher sehr oft auf uns den Eindruck der Ruhmsucht und der Eitelkeit. Der französische Marschall Vaillant hat einmal gesagt:Wir sind wie Hähne, die es nicht leiden können, wenn ein anderer lauter kräht. Eine solche Haltung erscheint uns Deutschen unmöglich. Auch das ewige und prahlerische Reden von derGloire und derglorreichen großen Nation erscheint uns unmännlich.

Es läßt sich allerdings nicht leugnen, daß diese nationale Eitelkeit für die Franzosen sehr oft ein starkes Band nationaler Geschlossenheit gewesen ist, besonders in schweren politischen Zeiten der Niederlage.

Immerhin ist der Franzose gern auf den Effekt bedacht. Da sich der Deutsche in seiner natürlichen Art gibt und das nicht besitzt, was der Franzose mitCharme bezeichnet, so erscheint er dem Franzosen oft als unkultiviert und brutal. Uns muß wegen unserer rassischen Eigenart jedoch die typisch französische Haltung als wenigmännlich erscheinen, ebenso wie die leichte Entflammbarkeit und Lenkbarkeit uns alsweiblich erscheinen muß.

Auch Bismarck hat mit seinem tiefen Wissen um den Sinn der Geschichte und das Maß aller Dinge bereits Ahnliches gedacht und zum Ausdruck gebracht, als er nach Abschluß des Krieges 1870/71 seinen Ver⸗ trauten gegenüber sagte:Die deutsche, die germanische Rasse ist sozusagen das männliche Prinzip, das durch Europa geht befruchtend. Die keltischen und slavischen Völker sind weiblichen Geschlechts. Man hat's ja gesehen in