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Schriften der Ludwigs-Universität zu Gießen
 
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Welches Höchstmaß von Organisationsfähigkeit die deutsche militärische Führung besitzt, hat insbesondere der augenblickliche Krieg eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Unvorstellbares ist in der Rüstung geleistet worden. Aber auch die meisterhafte organisatorische Durchführung der großen mili⸗ tärischen Einsätze wird allezeit die Bewunderung der Nachwelt finden. Der Polenfeldzug, das kühne Wikingertum bei der Besetzung Norwegens und nicht zuletzt der Vernichtungskrieg im Westen sind eindrucksvolle Beispiele für ein in solcher Vollendung bislang unerreichtes Organisations⸗ und Führungstalent, gepaart mit einem wagemutigen Draufgänger tum und klugem Abwägen und Planen.

Der Mangel an der mit dem Organisationstalent ver⸗ bundenen Initiative hat sich dagegen zu allen Zeiten bei unseren vorwiegend ostisch bedingten französischen Nachbarn gezeigt. Immer wieder haben wir dort ein Hinausschieben kleinster Entscheidungen an höhere In⸗ stanzen beobachtet und daher eine restlose Unterlegenheit in dem ihnen von uns bald nach Kriegsausbruch aufgezwungenen Bewegungs krieg. Wir haben es auch in diesem Krieg wieder erlebt, wie die sog. führenden Männer unserer Gegner große Entscheidungen immer wieder hinausschoben. Wenn sie jedoch Entscheidungen trafen, so fehlte den Vorarbeiten für diese Entschei⸗ dungen stets die viel gerühmte deutsche Gründlichkeit. Die uns geradezu leichtfertig anmutende Art, mit der Frankreich und England ihre Völker in diesen Krieg gehetzt haben und Entscheidungen herbeizuführen versuchten, gehört ebenfalls in dieses Kapitel.

Wohl schimpfen wir ferner heute noch und manchmal mit Recht über denheiligen Bürokratius und denpreußischen Amtsschimmel. Aber er ist nicht nur blutsmäßig durch unser angeborenes Bedürfnis nach Gründ⸗ lichkeit bedingt, sondern hat auch entschieden etwas Gutes für sich. Bei der Kompliziertheit der heutigen Kriegsführung ist ein Erfolg ohne die genaueste Durcharbeitung aller Einzelheiten, ohne die Erwägung aller möglichen Rück⸗ schläge und ohne die Vorbereitung auf alle Eventualitäten einfach nicht mehr möglich. Hinzu kommt die notwendige Selbständigkeit der unteren Führung.

Die Straffheit des deutschen Soldaten und der zunächst überflüssig erscheinende Kasernenhofschliff bilden erziehungsmäßig die Voraussetzungen für den Erfolg im großen Einsatz. Dies liegt ebenfalls in der rassisch bedingten deutschen Wesensart. Wir brauchen nur an unsere Jugend zu denken und ihre Freude ampreußischen Drill mitzuerleben. Selbst in den Jahren der sog. marxistischen Revolution haben wir beob⸗ achten können, daß die Spartakistenformationen den Wunsch hatten, geordnet zu marschieren, ja sogarGriffe zu kloppen. Und wenn unsere deutschen Jungens lieber mit Holzgewehren spielen als die französischen oder eng⸗ lischen, so freuen wir uns darüber, weil sie aus ihren rassischen Gegeben⸗ heiten heraus handeln, und weil wir daran voll Stolz erkennen, daß sie Blut von unserem Blute sind.

Die rassischen Grundlagen des französischen Volks⸗ tums beruhen also wie ich verschiedentlich angedeutet habe vor⸗ wiegend in seinem ostisch-westischen Rassenerbe. So sind die Franzosen auch zweifellos tapfere Soldaten, die sich willig führen lassen, die jedoch ver⸗