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Ereignisse oͤas Wesentliche herausgreifen. Ein Name ist es, der uns dabei voranleuchtet, ein weithin berühmter, der Name eines Mannes, den die zeitgenossen bewundernd den Olympier nannten Perikles.

Die Parthenos des Phidias wurde im Jahre 448 gelobt und die Arbeit daran begonnen. Das Jahr 448 ist ein Epochenjahr dͤes at⸗ tischen Staates, damit Griechenlands überhaupt, denn gerade in die⸗ sem Jahre ist Athen zur Stellvertreterin von ganz Griechenland heran⸗ gewachsen. Wir begreifen viele Ereignisse dieser Zeitspanne, ja das Wesen der klassischen Kunst, wenn wir es von den geschichtlichen Er eignissen her sehen, wir begreifen nahezu sämtliche Maßnahmen des Perikles, wenn wir uns klar darüber sind, daß Perikles nichts anderes erstrebt hat, als das Erlebnis der Perserkriege fruchtbar für den Staat zu gestalten. Die ungeheure Beoͤrohung durch die Perser in den Jah⸗ ren nach der Jahrhundertwende richtete sich gegen ganz Griechenland, und wie nie zuvor in der griechischen Geschichte, seit den trojanischen Kriegen, fand sich ganz Griechenland zu einer Gesamtabwehr dieser Gesamtbeoͤrohung zusammenz fast alle Staaten waren sich einig, sonst in Städte und Stämme zersplittert und aufgespalten-aber in der Stunde oͤer größten Gefahr, vom Orient her, erkannte man, daß das, was allen Einzelstaaten gemeinsam war, eben das Griechische, die Rasse, beoͤroht war vom Nichtgriechischen, das man das Barbarische nannte, daß hier mehr auf dem Spiele stand als die Existenz dieses ooͤer jenes Einzelstaates, daß der Antergang des einen notwendig den des anderen, den Antergang oͤer Gemeinschaft aller Hellenen zur Folge haben mußte. Darauf jeoͤenfalls hatte es dieser Feind abgesehen.

Die erste Folge dieser Ereignisse, das Erlebnis des von allen Grie chen errungenen Sieges von 480, war eine weitgehende nationale Be⸗ sinnung. Perikles muß die Einzigartigkeit dieser Gesamtlage schon früh erkannt haben: die Einmaligkeit dieser Stunde, dieses Erlebnis des gemeinsamen Sieges staatlich zu gestalten zu einer für oͤie Zukunft dauerhaften Vereinigung aller Griechenstämme in einem einzigen Reich.

Als er beschloß, Politiker zu werden, muß er die Stunde für ge⸗ kommen erachtet haben, solche Gedanken zu verwirklichen. Er begann seine politische Laufbahn als Parteiführer. Als er oͤann auf oͤem Wege über die Kaoͤikalisten zur Macht gelangt, erreicht er zunächst zweierlei: eine innerpolitische Veränoͤerung in Athen dadurch, daß er- auch dies eine Erkenntnis der aus dem Kriege sich ergebenden Notwendigkeiten- den bisher benachteiligten ärmeren Schichten des Volkes, die auf den