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genannte Sicherheitsstreifen angelegt. Es sind das breite Weg⸗ aufhiebe, die in der Ebene von Ost nach West verlaufen, im Gebirge aber dem Gelände angepaßt sind. Man wollte derart erreichen, daß die Schlagreihe an der Seite durch Traufbildung sich schützt.
Diese Gebilde, die nach vorn durch Deckungsschutz, nach der Seite aber durch Trauf geschützt waren, führten nun nicht mehr den Namen Schlagreihe, sondern die Bezeichnung Hiebszug, und der Hiebs⸗ zug wurde lange Zeit als der letzte technische Fortschritt im räum⸗ lichen Aufbau des Waldes angesehen. Außerdem entwickelte sich die
Tendenz, die Hiebszüge immer mehr zu verkleinern. Nicht mehr die
Abteilung war die technische und waldbauliche Einheit, sondern der Bestand mit einer MWindestgröße von 0,3—1 Hektar. Mit Hilfe der Hiebszüge und der Bestandeseinheit sollte der Wald in zahlreiche kleinere technisch selbständige Einheiten zerlegt werden. An der Ost— Westrichtung wurde nach wie vor festgehalten. Hiebszugsbildung und Bestandeswirtschaft waren identisch.
Ein neuer Wegbereiter der räumlichen Ordnung erstand der Forstwirtschaft vor nunmehr 35 Jahren in Christoph Wagner, der zu den bedeutendsten Köpfen unseres Faches zählt. Christoph Wagner machte die räumliche Ordnung im Wald zum Ausgangspunkt der gesamten Betriebstechnik, sie war für ihn Voraussetzung für den biologischen und den wirtschaftlichen Erfolg. Die räumliche Ordnung mußte deshalb nicht nur den Anforderungen des Sturmschutzes ge— nügen, sondern sie sollte auch die Windwirkung und die Antersonnung aufheben, sie sollte beste Bedingungen schaffen für die Holzernte und die Holzbringung und zugleich die biologischen Voraussetzungen liefern für die Naturverjüngung. Von dieser Forderung ausgehend, lehnte Wagner grundsätzlich die Großfläche ab, zu der er auch den Bestand zählte. An die Stelle des Bestandes trat nunmehr der Saum als Ar⸗ beitsfeld, und Wagner bezeichnete für die Mehrzahl der Fälle den Nord⸗ saum als den Ort, wo die besten Bedingungen für Naturverjüngung, Keimung und Anwachsen des Aufschlags und des Anflugs gegeben seien. Im Gebirge und in besonders gearteten Fällen kann aber auch im Hinblick auf die Anforderung der Holzbringung eine andere An— griffsfront gewählt werden. Baustein für den räumlichen Waldaufbau ist nun nicht mehr der Bestand, sondern eine noch weit kleinere Ein⸗ heit, der Saum. Der Saumschlagbetrieb Wagners zerlegt als⸗ dann das Waldganze in kleine und kurze Hiebszüge, die im Westen und Süden durch Trauf geschützt sind, in sich aber eine solche Alters⸗


