der Zuwachs auf allen Altersstufen und im ganzen normal ist,
2. eine normale zeitliche Altersstufenfolge besteht, d. h. wenn bei einer Umtriebszeit von u Jahren Altersstufen von 1 bis u Jahren vorhanden sind,
3. diese Altersstufen eine normale räumliche Lagerung besitzen.
4. Sind diese Bedingungen gegeben, dann stellt sich ohne weiteres der normale Vorrat mit dem Normal-Etat ein.
Mein Vortrag behandelt nun die räumliche und zeitliche Ord— nung im Walde und somit die zweite und dritte Bedingung des Normalwaldes. Ich bespreche zunächst die räumliche Ordnung im Wald. Was ist darunter zu verstehen?
Die räumliche Ordnung stand früher ausschließlich unter dem Gesichtspunkt des Sturmschutzes. Ein Baum des Freilandes ist immer sturmfest, weil die tief herabreichende Beastung und das weit ausstreichende Wurzelwerk und vor allem die Kampfgewöhnung ihn widerstandsfähig macht. Bei einem isolierten kleinen Wald ist das Bild schon anders. Die äußeren Randbäume sind infolge der Trauf— bildung und durch die Gewöhnung sturmfest. Die Bäume im Be— standesinneren dagegen erhalten ihre Standfestigkeit lediglich durch die Vergesellschaftung mit anderen. Man spricht von dem Deckungs⸗ schutz im Walde, den ein Individuum dem anderen gewährt. Es sei weiter darauf hingewiesen, daß die Längenausdehnung der Wald— front die Sturmgefährdung nicht steigert, wohl aber steigt die Gefahr mit der Tiefe der Bestandesausdehnung. Auf die Gründe kann hier nicht eingegangen werden.
Was für das isolierte Feldgehölz gilt, gilt auch für den Groß— wald mit seinem Bestandsverband. So wie im isolierten Feldgehölz ein Baum den anderen deckt, so deckt im Bestandsverband ein Be— stand den anderen. Wenn daher auf dem Wege der Nutzung ein Be— stand entfernt wird, der einen ostwärts gelagerten deckungsbedürf— tigen Bestand schützt— deckungsbedürftig ist der Bestand vom 0. Jahre an— dann geht mit der Ernte der Deckungsschutz verloren. Aus diesem Grunde müssen die Bestände im Wald so gelagert sein, daß den deckungsbedürftigen Beständen nach der sturmzugewandten Seite immer ein jüngerer Bestand vorgelagert ist. Auf diese Weise erhält man eine ganz bestimmte räumliche Ordnung im Wald, bei der ursprünglich nur das Deckungsprinzip im Vordergrund stand.
Es sei hier zunächst einmal rein historisch dargestellt, welche Wandlungen der Waldaufbau und damit die räumliche Ordnung im
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