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Wir haben im vergangenen Jahr die Einheit von beidem ge— sucht; wir wollen im kommenden den Weg weitergehen, damit, die nach uns kommen, das Ziel jener Einheit erreichen.
Die Aniversität ehrt unter ihren Schülern in dieser Stunde die, die in besonderer Weise diesen Weg in den letzten Semestern be— schritten haben. Sie ehrt zuerst die Sieger des ersten wissenschaftlichen Reichsleistungswettkampfs der deutschen Studentenschaft, indem sie jedem Gruppenkameraden das soeben erschienene, der Ludwigsuniver⸗ sität gewidmete Buch des Ehrendoktors der Philosophischen Fakultät J. Abt., Alfred von Wegerer:„Im Kampf gegen die Kriegsschuld— lüge“ übereignet. Ich bitte den Leiter des Wettkampfs, Dr. Eckle, die Urkunden an die Gruppen zu überreichen.
Von den Preisaufgaben der Aniversität Gießen für das Jahr 1935/6 sind nur zwei bearbeitet worden.
Bei der Theologischen Fakultät ging unter dem Kennwort „Soli Deo gloria“ eine Preisarbeit über das Thema ein:„Das Ver⸗ hältnis von Kirche und Staat bei Philipp Jakob Spener.“ Die Fa⸗ kultät hat die Arbeit wie folgt beurteilt:
„Verfasser hat die umfangreiche Literatur(über 9go Nummern) nicht bloß angeführt, sondern auch wirklich benutzt. So hat er sich mit großem Fleiß in den Stoff eingearbeitet und das Material übersicht⸗ lich gegliedert.
Die Arbeit zeigt nicht nur eine gute Vertrautheit mit der Me⸗ thode, sondern auch ein sicheres Urteil über die Grenzen des mit diesem Stoff Erarbeiteten(vgl. z. B. Anm. S. 82 über Spener und Grotius). Verfasser versteht es, die entscheidenden Gesichtspunkte herauszustellen und einer anschaulichen Schilderung zugrunde zu legen. Die Arbeit ist des vollen Preises wert.“
Verfasser ist Heinz Becker, stud. theol. aus Darmstadt.
Die Philosophische Fakultät hatte folgende Preisaufgabe gestellt:„Untersuchungen zur Taktik und Strategie der Germanen nach den antiken Quellen.“ Das Kennwort der eingereichten Arbeit lautet: M vονẽ πNοον ονιν ο Re⁰οονεαο(Euripides Fragm. 1045 N.— Höre nicht auf, Dein Vaterland mit aller Kraft zu lieben). Die Fakultät hat zu der Arbeit die folgende Beurteilung abgegeben:
„Klar gegliedert und gewandt geschrieben, verbindet sie mit souveräner Beherrschung der weitgespannten Aberlieferung eine gründliche Kenntnis auch der modernen Literatur. Es gelingt ihr da⸗— her, dem unendlich oft behandelten, spröden Material durch eine glück⸗ liche Verbindung von sauberer philologischer Schulung mit gutem historischen Blick eine Reihe von wertvollen Erkenntnissen abzuringen,


