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oder Defekte der Nasenflügel auf plastischem Wege auszugleichen. Die Entspannungsschnitte sind nach Scheller-Frieboes a. a. O. erst in unserer Zeit wieder eingeführt. Vgl. Bier-Braun-Kümmell, Chirurgische Operations- lehre? J, 1917, S. 127 f. Kirschner-Nordmann, Die Chirurgie, Bd. II, 1. Teil, 1928, S. 518 f. und 523. Beide Lehrbücher nehmen ausdrücklich auf Celsus Bezug.

Eine griechische Beschreibung der Operation gerade des Lippenkolo- boms scheint uns nicht überliefert zu sein; auch eine Durchsicht des Aëtios von Amidai, der(nach Puschmann S. 534) in Buch XIV Kap. 26-67 Wun- den und Geschwüre sowie allgemeine Chirurgie behandelt, hat nichts er- geben(da dieses Buch noch nicht griechisch gedruckt ist, habe ich die lateinische Ubersetzung in Medicae artis principes, bei Henr. Stephanus 1567, benutzt). Dadurch ist die Ergänzung unseres Stückes schwierig, doch ge- winnt es auch infolge seines Alters an Interesse.

Werfen wir die Frage nach dem Verfasser auf, so lassen sich nur unbestimmte Vermutungen äußern. Unter den alexandrinischen Me dizinern, die ja wohl vor allem in Betracht zu ziehen sind, war der be- rühmteste Chirurg Herophilos(um 300 v. Chr.), doch schrieb er wenig und verlegte sich mehr auf praktische Tätigkeit. Eine eigentlich chirurgische Schrift scheint er nicht verfaßt zu haben; seine drei Bücher Avdroνad kommen wohl wegen ihres Inhalts(vgl. PW. VIII I, Sp. 1105ff.) nicht in Frage. Bei seinem jüngeren Zeitgenossen Erasistratos ist es ähnlich: von einer chirurgischen Schrift wissen wir nichts, und in den anatomischen Aidipéceig war das Kolobom wohl nicht behandelt. An manche andere wie Claudius Philoxenos oder Ammonios von Alexandreia zu denken, verbietet unsere Datierung. Am ehesten könnte noch einer der vielen weniger be kannten Alexandriner der Verfasser sein wie Gorgias, Heron u. a.(vgl. Gurlt I S. 300 ff.). Doch ist all das, was wir über diese Männer und ihre Werke wissen, zu wenig, als daß sich hier irgend etwas auch nur einiger- maßen Bestimmtes sagen ließe. Wenn, wie Max Wellmann in seiner Schrift über Celsus(Philol. Untersuchungen, 23. Heft, Berlin 1913, S. 27ff.) wahr- scheinlich gemacht hat, der Chirurg Meges, ein Schüler Themisons, des Begründers der methodischen Schule, eine Hauptquelle der beiden letzten Bücher des Celsus ist, so könnte die hellenistische Schrift, aus der unser Bruchstück stammt, vielleicht eine Vorlage des Meges gewesen Sein.

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In der Augenheilkunde des Aëtios, herausg. von Hirschberg, Leipzig 1899, werden die Kolobome der Lider nur eben erwähnt(Kap. 27 25).

Literarische Stücke 3