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32 44 Kolobom- Operation

buch der Geschichte der Medizin, Jena 19002, S. 483). Als Kolobom be- zeichnet er einen Defekt, der entweder die ganze Dicke eines Teiles oder nur die ihn bedeckende Haut betreffe. Er kennt Kolobome der Augenlider, der Stirn, Nase, Wange und der Ohren. Von einem solchen an den Lippen findet sich bei Oribasios nichts. Ein Grund hierfür läßt sich aus Celsus, De medicina VII 9 entnehmen, wo dieser ebenfalls das Kolobom(lat. cur- tum) behandelt: an den Lippen galt die Operation als besonders schwierig und führte nicht immer zum gewünschten Erfolg, ja sie konnte sogar schäd- lich sein. Celsus sagt(p. 325 Marx): Curta igitur in his tribus Fiunt cor poris partibus)(sc. in auribus labrisque ac naribus), ac si qua parva sunt, curari possunt; si qua maiora unt, aut) non recipiunt curationem aut ita per hanc(ipsam) deformantur, ut minus indecora ante fuerint. Atque in aure quidem et naribus deformitas sola timeri potest: in labris vero, si ni mium contracta sunt, usui quoque necessario jactura fit, quia minus facile et cibus adsumitur et sermo explicatur.

Fast mit denselben Worten wie Galen, aus dem er schöpft, und ebenso Kurz schildert uns das Verfahren Paulus von Aegina(7. Jahrh.) in Hep xy Ne οοοοοοοα,ναο.ο VI 26(II S. 65 Heiberg). Trotzdem sei die Stelle wegen einiger Varianten vollständig angeführt: Tad de coοfοννα,τe, mepi xd obs f rd xe uE Do ιν%,HIAuG pr ue U rod epG VT Hu KGT eV 16 de pua, uerd de robdro oνοονννο GNR u Rein ry r O οονοτοοοπ A οαοZbDr,˖% re co rer uExOV, EHEIM parrO VTV re Kai C œο ιtοv̈.

Diesen ganz kurzen Beschreibungen der Operationstechnik bei Galen und Paul von Agina stehen die oben erwähnten weit ausführlicheren bei Celsus und Oribasios gegenüber; letztere sind Wegen ihres großen Umfangs hier nicht ausgeschrieben. Um jedoch klar zu zeigen, wie die Sache zu denken ist, gebe ich unter Benutzung der antiken Stellen sowie von Pusch- mann S. 488, Gurlt, Geschichte der Chirurgie und ihrer Ausübung J. Bd., Berlin 1898, S. 484 und der Anmerkung zur Celsusübersetzung von Scheller- Frieboes, Braunschweig 1906, S. 746 folgende Darstellung des sich im we sentlichen bei allen antiken Autoren gleichbleibenden Verfahrens: Der De- fekt wird, falls er nicht schon an sich viereckig ist, viereckig geschnitten; dann verlängert man den oberen und unteren Schnitt nach beiden Seiten (S. die sehr anschaulichen Zeichnungen bei Scheller-Frieboes à. a. OD Dar- auf werden die zwischen den Schnitten gelegenen Hautlappen losgelöst, über der Wunde zusammengezogen und vernäht. Kann man die Vereinigung der Hautteile nicht ohne weiteres erzielen, so werden nach der Schilderung bei Celsus(nur von diesem erwähnte) halbmondförmige, nach der Wunde zu offene Schnitte gelegt(Sogenannte Entspannungsschnitte), die nur die Haut durchtrennen; auf diese Weise können dann die Teile, die man heran- zieht, leichter folgen.

Noch heute werden solche Defekte und Spaltbildungen an der Ober lippe und dem unteren Augenlide Kolobome genannt. Auch ihre Operation ist im wesentlichen dieselbe, da es bei Garré-Küttner-Lexer, Handbuch der praktischen Chirurgie Is, 1921, S. 500 heißt, dag sie ohne besondere Schwierigkeiten durch Anfrischung, Unterminierung der Umgebung und Naht zu schließgen seien.Mit ähnlich gutem Erfolge sind kleine Einkerbungen