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44 Kolobom- Operation 31

Verbindung der Buchstaben und auch in anderen Einzelheiten sind Ahnlich- keiten vorhanden mit Pap. Graec. Berol. 9b vom Jahre 127 v. Chr., so vor allem im 8, das nach oben und unten die Zeilenlinie durchbricht, und e, dessen verschiedene Formen in beiden erscheinen. Im Schriftcharakter ähnlicher ist P. Ox. 1628(late I), der dafür weniger, aber immer noch reich- lich verbindet; er gehört ins Jahr 78 v. Chr. Allerdings ist unsere Schrift buchmäßiger, kalligraphischer, doch ohne Zierstriche. In der Art der Ver- bindung wäre auch zu vergleichen P. Lond. Facs. III 4(123 v. Chr.). Im Gegen- Satz zu diesem Verfahren ist die Neigung des Schreibers unseres Papyrus bemerkenswert, Wortende durch Abstand kenntlich zu machen. Noch deut- licher wird, soviel man sieht, Satzanfang durch etwas gröberen Zwischen- raum gekennzeichnet(Z. 5 u. 9); ob auch Paragraphos stand, läßt sich nicht sogen. Auch andere Lesezeichen finden sich nicht; mutum wird nicht ge- schrieben. Nach Mayser(I S. 124) halten sich an der Wende des 2. zum 1. Jahrh. v. Chr. im Dativ und Konjunktiv die Schreibungen m unden die Waage, so daß von hier aus nichts gegen unsere Datierung zu sagen ist.

Offenbar haben wir es mit dem Bruchstück eines medizinischen Werkes, genauer eines chirurgischen zu tun. Aus der eigentlich ganz sicheren Ergänzung in Z. 10 ce cone g Mud ergibt sich, daß es sich um die Operation eines Substanzverlustes, und zwar, wie aus dem zweimaligen Vorkommen von xa)(Z 7 u. 12) hervorgeht, an den Mundwinkeln oder den Lippen handelt.

Eine noch ganz allgemeine Definition dieses cf ονννỹ er xooοó gibt Aristot. Met. A 27. 1024 11 ff.: Koοfóοο de Reer Hοννν ποονπνᷓOο r ru- vv, Md uepigröy re der dbrꝰ etwa Kai 6Nov. Bei Ps.-Gal. XIV 767, 13 K. je- doch werden die coο·οοαντ unter den Leiden epi xd é,ν%%? εο] ον aufgezählt, und klar zeigt sich die Verengerung der Bedeutung im medi- zinischen Sprachgebrauch bei Galen X 1002, 6ff. K.: Re, de repi r roio§ονꝙ rphοονο eri cpo,, cd dme Y Je* epi coxogνο˖]0 Ors Nap övoudgovot cd card xeikos N mrepbr.oYH pyôs fi obs EME. Im fol- genden(1002, 9) finden wir dann auch eine kurze Beschreibung der Ko- lobom-Operation: uegodeberci Tdpd ,ο v rare: pro ueVY ö rodepo yr ecdrepode v r dépua, nerd de robro émο V ̃̃ t OH τεο GMHN Oi Y Jen ru depud roy dꝙαοαiοοοναννο dr reruNunE VV&Kr p ˙ναον., Kro parrôy- rv re Kal KoM VTV. Hierdurch findet mindestens das cuvdfouev in Z. 6 unseres Papyrus seine Erklärung. Auch die besondere Bedeutung von xehos (rod depuaros)Hautrand, Hautlappen ist vielleicht beachtenswert. Aller- dings kommt das Wort in unserm Stück nur in der letzten Zeile vor und ist dort der einzige Rest, so daß für den Sinn nichts zu gewinnen ist; auch ist mir wegen des Singulars(rh xe dort die eigentliche Bedeutung Wahr- scheinlicher.

Eine weit ausführlichere Beschreibung der Art dieser Kolobom-Ope- rationen haben wir bei Oribasios, Coll. med. XLV 2526(bei Raeder Ill S. 181 f.). Nach einem Scholion zu dieser Stelle(s. Anm. bei Raeder) stam- men die Abschnitte aus dem ersten Buch der Xe οονονατοοοεẽ des Antyllos. Dieser lebte im 2 Jahrh. n. Chr. nach Archigenes, der etwa 55-118 angesetzt wird(vgl. Wellmann in PW unter Antyllos 3 sowie Th. Puschmann, Hand-