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22 40 Scholien mit Hellanikosbruchstück und Simonideszitat

ist mit Paragraphos unter der vorhergehenden Zeile; unter Zeile 2 hat das Zeichen eine merkwürdig geschwungene Form und steht auch nicht ganz am Anfang; trotzdem wird es als Paragraphos zu gelten haben. Schubart (Das Buch bei den Griechen und Römern? S. 86) weist darauf hin, daß vor allem Zitate so kenntlich gemacht wurden, natürlich am häufigsten in Kom- mentaren zu anderen Schriften, wo es galt, die Worte des Klassikers deut- lich von der Erläuterung zu sondern. Die Paragraphos bezeichnet das Ende, nicht den Anfang eines Gedankens(Kenyon, Pal. 27), würde also mit Recht unter der vorhergehenden Zeile stehen. Trotzdem braucht das Zitat nicht unbedingt erst am Anfang der Zeile zu beginnen, sondern konnte schon da anfangen, wo die vorangegangene Erörterung endete. Dann konnte der Schreiber natürlich erst in der zweiten Zitatzeile ausrücken(so ziemlich sicher II3). Im übrigen läßt sich bei dem mangelhaften Erhaltungszustand und dem geringen Umfang des Stückes etwas Sicheres über den Inhalt und etwaige Beziehungen zu dem Text auf der Vorderseite kaum sagen, was um so mehr zu bedauern ist, als es sich offenbar um erlesene Gelehrsam- keit handelt.

Die Lesung ea am Ende von li Verbindung mit den jonischen Dialektformen(18 àaldei(ne), Io)s rarp(nc) u. a.) machen es wohl sicher, daß der Kommentator hier eine Stelle aus einem Werk des jonischen Myfho graphen und Historikers Hellanikos anführt(S. Schmid-Stählin, Gr. Lit. Gesch. 12 S. 683 Anm.). Der Rest wevd in 2 würde dann darauf hindeuten, daß entweder eine Behauptung des Hellanikos als unrichtig verworfen, oder, was mir wahrscheinlicher ist, die Stelle angeführt wird, um eine in dem nicht erhaltenen Teil angeführte Aufstellung zu widerlegen(s. zu I 2). Ist die Deutung auf Hellanikos richtig, so müßte es sich wohl um ein Fragment aus den zwei Büchern der Tpi handeln. Dieses Werk umfaßte neben Genealogien alle Erzählungen über den troischen Sagenkreis, auch Vor- und Nachhomerisches nicht ohne Exkurse aller Art, und wurde anscheinend noch im 2. Jahrh. n. Chr. nicht selten gelesen(vgl. Arrian. diss. Epict. II 19, 7). So ist es auch das Werk des Hellanikos, von dem wir die meisten Fragmente besitzen, bei Jacoby Fr. 23-31 und 138-156(ygl. auch Gudeman bei PW VIII Sp. 117ff.). Auf die Vorgeschichte des trojanischen Krieges weist vielleicht J 5 és Abidd(doch s. weiter unten). Aber in der Hauptsache scheint es sich um den Frevel des Ajas, des Lokrers, zu handeln, wozu bei der Aufzählung der troischen und griechischen Führer mit ihren Kontingenten Anlaß gewesen sein könnte. 18 kommt der Name des Ajas vor(ädixin ro AI r%eꝗ⁰) und auch die Sühneleistung seiner Landsleute(1 e) rp (rob)(Alo ro e)) scheint hineinzuspielen. Von einem Frevel des Ajas weib allerdings die ältere Sage der Kykliker und der Tragödie bei Sophokles in seinem verlorenen Aids RNorpGS nur insofern, als er Kassandra, die sich an den Altar der Athene geflüchtet hatte, mit Gewalt fortschleppen wollte und dabei das Athenebild umriß. Dafür wollten ihn die Achäer steinigen, er aber flüchtete an den Altar Athenes und wurde so gerettet oder er konnte sich rechtfertigen und wurde freigesprochen. Die spätere Sage dagegen berichtet, Ajas habe die Kassandra wirklich geschändet; die Scholien zu II. 13, 66(Bekker) verweisen dafür auf Kallimachos ev A Airiov(Fr. 134