Einzelbild herunterladen

30 Dialog über die Odyssee 5 15

fast 8 em hoch und 6 cm breit; von der ersten Zeile, durch die der Bruch geht, sind nur im letzten Drittel unsichere Spuren erhalten; dann folgen drei Zeilen, von denen der Anfang fehlt, in der vierten sind nur am Ende drei Buchstaben zu erkennen, und dann sind sieben Zeilen derartig ab- gerieben und ausgelöscht, daß nichts mehr zu lesen ist.

Die Zeilenlänge beträgt etwa 8 m mit 3038 Buchstaben. Die Schrift ist klein und eng, sie nähert sich in manchen Formen der Geschäftsschrift, besonders im v, bei dem der zweite Strich gern aufwärts gezogen wird. Der Papyrus ist wohl um 200 v. Chr. geschrieben, ja einzelne Buchstaben, wie& und u, sowie der kräftige linke Querstrich des x und die oft noch beinahe eckige Form des e könnten dazu führen, das Stück noch ins Ende des 3. Jahrh. v. Chr. hinaufzurücken. Zu vergleichen wäre Ie Falaeographical Society, Ser. II 161, ein Stück, das ins 3. vorchristliche Jahrh. gesetzt wird (Plat. Phaedon, Cunningliam Memoirs Nr. VIII. Flinders Hetrie Papurt VIII S. 20). Die Schrift ist dort ebenfalls klein und zierlich, doch viel weiträumiger; ähnlich sind vor allem e, a und mit besonders langem senkrechten Strich, r ist etwas gleichmäßiger, u spreizt sich nicht so sehr wie in unserm Stück, ist korrekt geschrieben, doch hebt sich der zweite Teil manchmal schon etwas, bei& ist der senkrechte Strich nicht ganz so lang nach oben und unten, T kommt bei uns nicht vor, dort hat es die ganz alte Form. Von Lesezeichen findet sich in unserm Stück die Paragraphos unter Z. 1 und 6, um den Wechsel des Sprechers im Dialog zu markieren; in B 2 steht hinter nprov ein Doppelpunkt, wohl zu demselben Zweck, vgl. A 6 mit Anm. u mutum wird geschrieben.

Dialog haben wir hier sicher vor uns: der Vokativ in Z. 7, mit dem ein gewisser Theophanes angeredet wird, zeigt das deutlich. Es geht um ein homerisches Turnud von der Art, wie sie schon Aristoteles als junger Mann in seinen Anophugra oder Hpoß nua Ounpucd zusammengestellt hatte. Ein Bild von der Art des Inhalts des verlorenen Werks erhalten wir im 25. Kapitel seiner Poetik(vgl. auch die Fragmente bei V. Rose in der Teubneriana Nr. 142170). Es hatte aber offenbar hypomnematischen Cha- rakter und kann daher hier nicht in Betracht kommen. Zwar hat Aristoteles auch einen Dialog Hep romtùy geschrieben, doch paßt dessen Inhalt offen- bar nicht zu dem unseres Papyrus(s. die Fragmente bei Rose Nr. 70-77 der Teubnerschen Ausgabe). Aber nach Dio von Prusa, Rede 53(HTepi Ounpob), S 1 hatte Aristoteles in vielen Dialogen von Homer höchst anerkennend gehandelt: c, bij ci db ros Ap1OrorE AN, d o οαον,⁰ ri pri- uc re cal Tpauuarnersy dp NaBEV, eV MOS dax érois nepi rob mor- nrob(sc. Ounpov) diegeiot, dα⁰ααοοαοᷓ ανονο, de r co Kai rind, Eri de pa- cMeIdne d Hovrucos. Das braucht keine Übertreibung zu sein, denn es be- deutet ja nicht, daß in diesen Dialogen pur von Homer die Rede war. Dab auch Herakleides Pontikos, von dessen Schriften ein großer Teil Dialogform hatte, sich mit solchen Fragen beschäftigte, zeigen seine zwei Bücher Abd sup Ounpα⏑ZMͤ Daebritz bei PW VIII 474 und 481). An diese Kreise zu denken, liegt wohl am nächsten, doch würden die Bruchstücke auch in die Homer-Apologetik eines stoischen xpirucôs passen(Christ- Schmids II 257). Ausgeschlossen ist Epikur p ανν uouανjðis c Dοινεhe