10 35 Christliches Gebet
nahm, zeigt seine Weiterbildung ins Legendäre bei Eus. Hist. eccl. VII 18 und an anderen Stellen, wie sie bei Zahn, Kommentar zum NT Bd. II und III Lpg. 1910 u. 19013 zu den genannten Schriftstellen angeführt sind. Auch in liturgischen Gebeten kam dies Wunder vor: vgl. P. Nilo Borgia, HVFrammenti liturgiei antichissimi inedit in Byz. Zeitschr. 30, 1929/0, S. 347 B 5: rob ro ro O N aiuop ooo Tuovn àwaueyn éppöodn rod naddovs.— Uber die Schreibung i fürn in enpo vdr schon in älterer Zeit vgl. Mayser J S. 82 ff.; über den Ausfall des u im Diphthong ev(peua) ebd. S. 114, 7a).— Die beiden Worte érnpdvon oder dieknpdvon debug konnten nicht genügen, um die Wunderheilung zu kennzeichnen. Im Anschluß an die Evangelien mußte etwa vorangehen uva äwauévn oder TUVo4, s wanne iuariov, und demgemäß dürfte eina.] in Z. 2 zu eiuasciov]l zu ergänzen sein, obwohl der Kaum etwas knapp ist. Dann müßte das am Schluß der Z. 1 vielleicht er- kennbare Juevas für dwaluevne verschrieben sein.
3/4 Allem Anschein nach ist hier auf die Heilung des Hauptmanns- knechtes angespielt, wie sie bei Matth. 8, 513 und Luk. 7, 110 berichtet wird. Doch ist an beiden Stellen nur von einem cats die Rede, während hier trotz der verwilderten Rechtschreibung wohl der Genetiv im Plural an- zuerkennen ist; denn daß sich der Schreiber auch noch gegen die Formen- lehre in unverzeihlicher Weise versündigt hätte und xòw cafdov(als Akk. Sing.) zu lesen wäre, ist doch kaum anzunehmen. Aber in Z. 3 ist das erste Wort nur unsicher zu lesen; doch war es aller Wahrscheinlichkeit nach= di. Annehmbar ist wohl, daß di= ru sein sollte. Damit wäre dann der an- stöbige Plural erklärt und ueréß oe(Z. 5/6) müßte intransitiv genommen werden. Allerdings würde dann ein neuer Gedanke mit dem enklitischen ric eingeleitet sein, was zwar ungewöhnlich, aber nicht so selten ist, wie man leicht glaubt, s. namentlich Jannaris, Hist. Greeh Grammar 8 1448 b. Uber den so häufigen Schwund des auslautenden 6 s. Mayser I S. 205 ff.— Ortho- graphisch ist anzumerken: Zu ceruy= r); di wird é schon in einzelnen literarischen Stücken des 2. Jahrhs. v. Chr.(Mayser I S. 107, 10a). Seit den- selben Zeiten haben wir d für r und umgekehrt; das Schwanken zwischen den einzelnen Dentalen war bekanntlich eine besondere Eigentümlichkeit der ägyptisch- griechischen Mundart, in unserem Stück besonders leicht erklärlich, da ja auf der anderen Seite des Blattes ein koptischer Text steht; so lag wohl dem Schreiber diese Sprache nicht fern, und das Koptische unterschied die Dentallaute nicht genau(Ludwig Stern, Koptische Grammatik, Lpg. 1880, § 15. 24).— Die Buchstaben sind in Z. 3 sehr breit auseinandergezogen, So daß sie trotz der geringen Buchstabenzahl am Ende genau mit der vor- 5 hergehenden Zeile abschließt.
4 Gcfrντ οοοο: di für e, umgekehrt wie oben in reruv. Uber d für o schon seit dem 2. Jahrh. v. Chr. s. Mayser J S. 98 u. 139.
5 Nach 2 bis 3 unsicheren Buchstaben ist deutlich crrνανα⁊⁰ zu lesen, was der Genetiv dirias in der Bedeutung„Krankheit“ sein kann. Für diese Be- deutung des Wortes hat neben den Stellen, die bereits Stephanus J 1102, 2 D verzeichnet, jetzt Prof. E. Bickel in einem Aufsatz: diria in der Bedeutung causa„Krankheit“(Glotta XXXIII 1935 S. 213ff.) noch weitere, ebenfalls aus späterer Zeit, beigebracht und auch schon für die Zeit Hadrians diese


