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Auher den Namen der Männer, die sich um die Wieder- entwicklung der Mendelschen Regeln unsterblichen Ruhm er- worben haben, der Botaniker Correns und de Vries sowie des Landwirts v. TSchermack, des Ehrendoktors unserer Alma mater, verdienen Forscher aller Länder genannt zu werden, die erfolgreich den Ausbau der Vererbungslehre so— wie ihre Anwendung mit und an land wirtschaftlichen Kultur- pflanzen betrieben haben. Es sind ihrer zu viele, um sie alle aufzuführen. Wenn jetzt der neueren Methoden der Züchtung gedacht werden soll, dann wird der Blick unwillkürlich nach Müncheberg dem K.-W. Institut für Pflanzenzüchtung hin- gelenkt, von dem aus eine Fülle von Anregungen, abgesehen von praktischen Nutzerfolgen, ausgegangen sind. Und wir ge— denken des Mannes, den uns ein unerbittliches Schicksal viel zu früh entriß, Erwin Baurs, dessen genialem Wirken wir auf Schritt und Tritt begegnen. Wir verdanken ihm nicht nur eine Fülle von Beweisen für erfolgreiche praktische Anwen- dung der Vererbungsgesetze. Er hat auch dazu beigetragen, daß mit Hilfe physikalischer oder chemischer Eingriffe Mutationen erblicher Art künstlich erzeugt werden können, deren Aus- wirkungen wir bisher nur ahnen.
Durch Erwin Baur hat auch die alte Auslesemethode neue Bedeutung gewonnen. Eine Uberlegung führte erneut zu ihrer Anwendung bei der Lupinenzüchtung, aber in größtem Maß- stabe. Nach den Erfahrungen mit Mutationsversuchen bietet das Gesetz der großen Zahl, d. h. die Untersuchung rie- siger Mengen an Einzelindividuen, noch die Möglichkeit, sonst nicht auffallende Mutanten ausfindig zu machen. Man sagte sich, daß unter den zahllosen Lupinenpflanzen, die normal einen giftigen Bitterstoff enthalten, Varianten vorhanden sein müssen mit ausgesprochen hohem, aber auch solche mit sehr niedrigem Gehalt an dem schädlichen Alkaloid. Daß die letzten bisher niemals beobachtet worden sind, wird seine Ursache darin haben, daß die wenigen süßen, also für uns wertvollen, sehr bald von den Tieren gefunden und verzehrt wurden. Es galt also, ein Verfahren ausfindig zu machen, das in kürzester Zeit den Bitterstoff einer Pflanze festzustellen gestattet. Nach- dem dies gelungen war, wurden Hunderttausende und Aber— hunderttausende einzelner Lupinenpflanzen im Müncheberger


