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züchtung ist vom deutschen Boden nicht mehr fortzudenken, gäbe es diese auf allen Böden sich bewährende Sorte nicht. so müßte sie gezüchtet werden.
Am längsten in züchterischer Bearbeitung ist wohl die Zuckerrübe, nachdem man in Deutschland zuerst erkannt hat, daß der in ihr vorkommende Zucker mit dem des Zuckerrohrs identisch und ebenfalls gewinnbar ist. Die Runkelrübe, deren Wildform, vermutlich Beta maritima, häufig an den Gestaden des Mittelmeers und im Innern Kleinasiens vorkommt, erhielt durch Auslese und Kultur anstatt der ursprünglich verzweig- ten Wurzel einen sich allmählich fleischig verdickenden Wur- zelkörper. Es wird berichtet, daß man mit 7% Zucker im Saft der Rübe die Fabrikation begann. Die rein deutsche Erfindung konnte in ihrer Auswertung durch die neu entstehende Zucker- industrie jedoch erst eine Bedeutung erlangen, nachdem Na- poleon I. sie durch die Kontinental-Sperre, die sich gegen Eng- lands Kolonialprodukte, darunter vornehmlich gegen den Ko- lonialzucker wandte, mit dem nötigen Schutz umgab. Wenn man weiß, daß reifes Zuckerrohr ohne sonderliches Zutun be- reits 14—16% Zucker enthält, ist zu verstehen, wie schwer es der jungen Industrie wurde, trotz der ihr von Napoleons Gnaden gewordenen Hilfe am Leben zu bleiben. Der Wett- bewerb zwischen Zuckerrohr und Rübenzucker zeitigte jedoch wie jeder Kampf sein Gutes, er wirkte erzieherisch. Die An- haumethoden wurden verbessert, vor allem befaßten sich aber die Pflanzenzüchter mit der Veredelung der Rübe, die sich anfänglich nur auf Form und Größe allein erstreckte. Bald lernte man jedoch aus der Gestalt der Blätter Rückschlüsse auf den Zuckergehalt der Wurzeln zu ziehen. Sind es doch die Blätter, die in ihren Zellen mit Hilfe der von der Sonne ge- spendeten Energie den Zucker bilden und ihn dem Wurzelkör- per als dem Reservestoffbehälter zuführen. Die durch Aus- lese nach der Blattbildung erzielten Fortschritte genügten bald nicht mehr, es mußten feinere Auslese-Methoden zwecks Steigerung des Zuckergehaltes zu Hilfe genommen werden. So diente das spezifische Gewicht eines kleinen Ausschnittes aus der Rübe, in einer Salzlösung ermittelt, als Sektionsmoment. Stellte auch diese Art der Auslese, um die zuckerreichsten Varianten aufzufinden, einen nicht unbedeutenden Fortschritt dar, so gab die Einführung des Polarimeters erst das Mittel


