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Pflanzenzüchtung einschlug, um zu ihrer heutigen Höhe zu gelangen. Zwei Richtungen zeichnen sich dabei deutlich ab: Veredlungszüchtung und Neuzüchtung. Zunächst einiges über die Veredlungsauslese. Jede bewußt züchterische Arbeit, z. B. am Getreide, begann mit der Auswahl einzelner, ausgesucht schöner Xhren, deren Körner für sich zur Aussaat gelangten. Bald erkannte man, daß eine schöne Ahre keineswegs immer in ihrer Nachkommenschaft das hielt, was sie versprochen

hatte. Aus einem Korn sollen ja mehrere Xhren sprießen, erst

wenn sie sämtlich schön und voll mit wohlausgebildeten Köl- nern besetzt sind und dies nicht etwa einem bevorzugten Standpunkt verdanken, sondern von einer Pflanze stammen, die mitten in einem dichten Felde, also im Wettbewerb mit vielen Pflanzen aufgewachsen ist, konnte von dem Individuum etwas Besonderes erwartet werden. Ob die Leistungen der dem Auhßeren nach ausgesuchten Mutterpflanze den Erwartungen in der Folge entsprach, zeigte sich jedoch erst in der Nach- kommenschaft. So entwickelte sich allmählich über die Aus- lese von Xhren die Individualauslese mit getrennt gehaltener Nachkommenschaft, die bis zur dritten, oft vierten Generation geprüft wurde. Alljährlich werden viele Tausende von Pflan- zen einzeln vom Züchter bearbeitet, gemessen, gewogen, nach äußeren und inneren Eigenschaften bonitiert und das Ergeb- nis sorgfältig verbucht. Aus allem wird das Beste dann zur weiteren Prüfung genommen. Die Prüfung der einzelnen, aus- gelesenen Zuchtstämme erfolgt in einem peinlichst innegehal- tenen Feldversuchsverfahren, dessen Genauigkeit nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeitsrechnung festgestellt wird. In dieser Weise hat sich im Laufe der Zeit die Veredlungs- züchtung auf Grund ständig fortgesetzter Auslese bei sämt- lichen Kulturpflanzen herausgebildet.

Eingangs meiner Ausführungen wies ich auf die sich all- mählich einstellende Notwendigkeit hin, Umschau zu halten nach Getreidesorten, die den durch Bearbeitung und Düngung stetig sich günstiger gestaltenden Bodenverhältnissen besser ge- wachsen wären, als die bisher angebauten Landsorten. Was lag näher, als daß man zunächst Sorten einführte, die bereits unter besseren Kulturbedingungen, wie sie die englische, hol- ländische oder dänische Landwirtschaft bereits aufwiesen, ihre Leistungen bewährt hatten. So fanden z. B. Winterweizen und