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sein gewachsen waren. Modifikationen durch den Standort auf Grund der jedem Individuum eigenen Plastizität einer- seits, Ausnutzung der Variationen durch Uberleben des dem Menschen Passendsten andererseits wirkten verbessernd, letzteres, indem die Nachkommen derjenigen Formen stär- ker vermehrt wurden, welche augenfällig nützlicher waren; so beispielsweise Varianten mit größeren Körnern, solche, die sie bis zur Totreife an den Xhren festhielten, oder mit ähnlichen dem Menschen dienlichen Eigenschaften. Eigentlich Neues schufen diese Vorgänge zunächst nicht, längst in der Erbmasse Vorhandenes kristallisierte sich heraus, zeigte durch Pflege und Wartung seine Leistung. Der Kampf ums Dasein, den die einzelne Pflanze in freier Wildbahn innerhalb einer Pflanzen- gemeinschaft einst zu führen hatte, wird ihr abgenommen. Dafür verlor die in Kultur genommene manche Eigenschaft, der eine wildwachsende Pflanze zur Erhaltung ihrer Art be— darf. Die wilden Formen, oft einsam zwischen anderen Pflan- zenge meinschaften aufwachsend, verstreuen ihren Samen früh- zeitig bei der Reife, ein großes Spelzenkleid schützt das kleine Korn, starke Behaarung, lange Grannen sorgen auch für Ver- breitung durch Anhaften am Fell vorüberstreifender Tiere. Aller dieser Eigenschaften bedarf die in Obhut genommene Pflanze nicht mehr. Sie benötigt jetzt, der natürlichen Pflan- zenge meinschaft mit ihrem Daseinskampf entrückt, des Schut- zes, wird verwöhnt und hat oft auch die Widerstandsfähig- keit gegen ihre Feinde verloren. Die geschilderten Vorgänge allmählicher Entwicklung können aber die Formenänderung, den Abstand, welcher heute die Wildformen von den Kultur- kormen trennt, nicht restlos erklären. Es muß noch nach an- deren Deutungen gesucht werden. Die sogenannte Mutations- theorie des holländischen Botanikers de Vries bietet nun eine Möglichkeit, diese Schwierigkeiten zu überbrücken. Nicht all- mähliche Häufung kleinster Abweichungen der sogenannten individuellen, fluktuierenden Variationen, verstärkt durch Umweltseinflüsse, führen zu neuen Formen. Die individuellen Variationen stellen nur Abweichungen des Grades nach Plus oder Minus des Ausmaßes einer Eigenschaft dar, dem Que- teletschen Gesetz folgend. Sie sind nur insofern von Bedeu- tung, als Nachkommen von Plusvarianten leistungsfähigerer Nachkommenschaften meist wieder leistungsfähiger sind. Die


