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Orte bildeten ohne Frage Dungstoffe, welche das Wachstum förderten. Da vor dauernder Niederlassung die Menschen höchstens bis zum Herbst an einem Platz verweilten, konnten zunächst auch nur solche Arten mit kurzer Wachstumszeit in Frage kommen. Daher dürfen wir wohl die Gerste als unser ältestes Getreide ansprechen, eben ihrer kurzen Lebensdauer wegen. Ihr folgen erst Weizen, später Roggen und schließlich der Hafer. Diese Inkulturnahme hat bei allen Getreidearten die angedeutete Veränderung zur Folge, daß im Laufe der Zeit das Verhältnis von Korn: Spelzen sich zugunsten des Korn- anteiles stark verschob. Mit dem besseren Standort ergibt sich vor allem die Möglichkeit für die Pflanzen, größere Frucht- stände auszubilden und mehr Körner zu tragen. Längere Khren bedeuten aber auch, weil in innerer Wechselbeziehung stehend, längeres Stroh, das heißt, daß durch die Inkultur- nahme nicht nur der zunächst dem Menschen wertvolle Teil einer Pflanze Veränderung erfährt, sondern stets auch andere Teile, wenn nicht die ganze Pflanze, in Mitleidenschaft ge- zogen wird. So entspricht selbstverständlich stärkerer ober- irdischer Entwicklung auch ein weiter verzweigtes Wurzelnetz.

Durch diese Inkulturnahme ursprünglich wild wachsen- der Getreidepflanzen, ihre Domestikation, ist einer der größ- ten Kulturfortschritte der Menschheit bedingt worden. Die- sem unbewußten züchterischen Handeln folgte später beim Seßhaftwerden eine Maßnahme, die uns heute als Selbstver- ständlichkeit gilt: Die regelmäßige Aussonderung der schwer- sten Körner zur Saat. Es stellt dies keine züchterische Maß- nahme dar, weil ja der innere Wert der aus diesen besten Körnern erwachsenen Pflanzen keine Anderung dadurch erfährt.

Die allmähliche Verbesserung der im Sinne der Zweck- mäßigkeit für den Menschen unter seine Obhut genommenen Pflanzen war möglich, weil ihnen eben, wie allen anderen Lebewesen, einmal ein gewisses Maß von Anpassungsfähig- keit, eine Plastizität ihrer Eigenschaften für veränderte äußere Verhältnisse innerhalb bestimmter Grenzen eigen ist, zum anderen weil die veränderten Verhältnisse selber auslesend wirkten. In der neuen Umwelt erhielt sich natürlich nur die dafür passendste Form, also die Varianten der ursprünglichen Formengemische blieben am Leben, welche dem neuen Da-