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Jahre 1871 noch 63,9: 36,1 betrug, vollkommen um, so daß 1925 von 100 deutschen Menschen nur noch 35,6 auf dem Lande und 64,1% in der Stadt lebten. Bis zum Beginn des Weltkrieges ernährten 100 Landbewohner sich selbst und 232 Städter, trotzdem mußte für 1020 Millionen Menschen der rund 68 Millionen betragenden Bevölkerung Nahrung vom Auslande eingeführt werden! Noch weit ungünstiger wurden die Verhältnisse durch den Versailler Vertrag, der uns 14% unserer land wirtschaftlichen Fläche noch dazu bester Uber- schußgebiete aber nur 10% der Bevölkerung entriß.

Ungeachtet dieses Fehlbetrages muß eine gewaltige Stei- gerung der Flächenerträge seit Mitte des vorigen Jahrhunderts festgestellt werden, welche die ihrer Zahl nach so verminderte Landbevölkerung trotzdem zuwege gebracht hat. Die Ein- führung des Fruchtwechsels, mit ihm einer fast völligen Be- seitigung der Brache durch Albrecht Thaers bahnbrechen- des Wirken, die Aufklärung, welche Justus von Liebig über tierische und pflanzliche Ernährung durch seine unver- geßßlichen Forschungen brachte und den für dauernde Nutzung des Bodens notwendigen Nährstoffersatz im Mineraldünger schuf, hatten ungeahnte Ertragssteigerungen aller Bodener- zeugnisse zur Folge. Höhere Erträge gestatteten aber auch Haltung größerer Viehmengen und leistungsfähigeren Viehes.

Es zeigte sich, ebenso wie in der Tierzucht, bei den Kul- turpflanzen, daß die bis dahin unter primitiveren Verhältnis- sen angebauten, anspruchslosen Pflanzenrassen den sich all- mählich verbessernden Boden verhältnissen nicht mehr ge wachsen waren. So vertrug z. B. der schwache Halm der Land- sorten die bessere Ernährung und Bodenpflege nicht mehr, er konnte die Last der hre nicht länger tragen. Das Getreide lagerte sich, worunter Kornausbildung und Ernte litt. So wie beim Getreidebau, auch bei sämtlichen anderen Früchten ver- langte die gehobene Bodenkultur nach Pflanzen, welche diese besseren Bedingungen auszunutzen in der Lage waren. Hier setzte die land wirtschaftliche Pflanzenzüchtung ein und schuf Rassen und Sorten, welche geeigneter als die ursprünglichen Landsorten dazu waren.

Das Ergebnis der drei Komponenten, welche zu Ertrags- steigerung des deutschen Bodens führten, in dürren Zahlen ausgedrückt, bedeutet, daß seit 1880 etwa bis zum Kriegs-