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Euer Magnifizenz! Hoch ansehnliche Festversammlung!

Liebe Kollegen und Kommilitonen!

Der heutige Tag führt uns zum ersten Mal zusammen, um die Erinnerung des 18. Januar 1871 mit dem eigenen Er- leben des 30. Januar 1933, des Geburtstags des Dritten Rei- ches, festlich zu vereinen, er erweist einem Vertreter der Landbau wissenschaft die Ehre, aus seinem Forschungsge- biete vorzutragen. Die Behandlung eines land wirtschaftlichen Stoffes in dieser Feierstunde dürfte bei der Bedeutung, welche die neue Zeit gebieterisch für diesen, von den verflossenen Regierungen oft vernachlässigten Zweig unserer Volkswirt- schaft fordert, nicht ohne innere Berechtigung sein. Welche Folgen diese Vernachlässigung für das deutsche Volk bedeu- tete, daß es in der Vergangenheit versäumt wurde, unsere Ernährung gleichen Schritt mit der Zunahme der Bevöl- kerung halten zu lassen, haben wir erlebt. Wer das Brot des anderen ißt, wird sein Knecht, ein nur zu wahres Wort, das uns daran erinnert, wie unvorbereitet wir in den Weltkrieg hineingingen, wie innig Wehrhaftigkeit mit Rohstoffver- sorgung, insbesondere Nährstofferzeugung aus eigener Scholle verbunden sind.

Bis zum Kriege, der des Reiches Gründung am 18. Januar 1871 brachte, war die deutsche Landwirtschaft in der Lage, die damals etwa 41 Millionen betragende Bevölkerung zu er- nähren. Die übrige Versorgung mit land wirtschaftlichen Roh- stokfen, namentlich für die Bekleidungsindustrie geriet bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts, als Baumwolle tierische und Leinfaser zu verdrängen begann, in Abhängigkeit vom Ausland. Mit der Umschichtung des deutschen Volkes durch die Industrialisierung und mit der immer stärkeren Verflech- kung der deutschen mit der Weltwirtschaft, wandelte sich das Verhältnis zwischen Land- und Stadtbevölkerung, welches im