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Neben diesen notwendigen Uberwachungen des Feldheeres auf das Vorkommen der Nachtblindheit erforderte die Korrektur der Fehlsichtigen eine von Jahr zu Jahr sich steigernde Auf- gabe. Mehr wie andere Völker ist ja leider das deutsche Volk mit Kurzsichtigen, aber auch mit Ubersichtigen und Stabsich- ligen durchsetzt und die Notwendigkeit, in unserer Lage jeden Mann heranzuziehen, zwang zur Einstellung vieler, die nach der Kriegssanitätsordnung wegen ihrer Augen früher als untauglich betrachtet wurden. Die Möglichkeit eines ständigen Brillen- neuersatzes machte die Einrichtung von Augenstationen bei Feld- lazeretten und Sanitätskompanien notwendig. Dazu kam die Aufgabe, immer wieder die Flieger und Artilleristen, wie auch alle anderen als Beobachter tätigen Offiziere und Mannschaften auf ihre Farbentüchtigkeit zu prüfen. Die Erfahrungen des großen Krieges haben gezeigt, daß die Rotgrünblindheit, wenn auch in abgeschwächter Form, als Farbenunsicherheit viel verbreiteter ist, als man allgemein annahm. 8100% aller Männer haben kein ganz normales Rotgrünempfinden und kön- nen bei ungünstigen Beleuchtungsverhältnissen, insbesondere bei Nebel, verhängnisvollen Verwechselungen der Farben zum Opfer fallen. Das kann z. B. beim Anfordern von Sperrfeuer und Signalen zum Einstellen des Feuers schwere Verluste in den eigenen Reihen zur Folge haben, weshalb jeder Farbenschwache unbedingt von jeder Art des Beobachterdienstes ausgeschaltet werden mußte. Diese kurze Zusammenstellung läßt die Bedeutung einer guten Organisation auch des augenärztlichen Dienstes im Kriege deutlich genug erkennen.

Lassen Sie mich zum Schluß mit wenigen Worten das für unser Volk und seine Zukunft so überaus wichtige Gebiet der Eugenik und seine Beziehung zur Ophthalmologie be trachten. Es gibt eine Anzahl von Augenkrankheiten, die sich. mit großer Hartnäckigkeit vererben und mit ziemlicher Sicher- heit eine frühere oder spätere Erblindung verursachen. IIier ist zunächst die sogen. Pigmententartung der Netzhaut zu nennen, bei der unter langsamer konzentrischer Einengung des Gesichisfeldes das Sehvermögen immer mehr verfällt, die Dunkel- ndaptalion der Augen verloren geht und schließlich in vielen Fällen völlige Erblindung, in allen dauernde Erwerbsunkähig- keit eintritt; ferner die vererbbare Sehnervenvertrock- nung, die im Pubertätsalter sämtliche Kinder eines Eltern-