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schwollenen Augen wie Erblindete geführt, so wankten diese unglücklichen Menschen unter unsäglichen Schmerzen heran. Hier waren die ersten Stunden entscheidend. Nur sofortige Schmerzstillung durch Kokainisieren und folgende sachgemäße Behandlung der Augen mit alkalischen Salben konnte die ver- ätzten Augen noch retten und das trostlose Schicksal bannen, nach wochen- und monatelangem Krankenlager wohl dem Leben zurückgegeben zu sein, aber das Licht der Augen unwieder- bringlich verloren zu haben.
Als ein Verdienst der Ophthalmologie darf ich es weiter verzeichnen, daß dank einer sorgfältigen Belehrung und Uber— wachung unserer Truppen es gelungen ist, das Trachom oder die Körner krankheit nicht nur von der kämpfenden Truppe fernzuhalten, sondern auch seine Verschleppung in die Heimat zu verhindern. Bekanntlich erblinden an dieser furcht- baren, ansteckenden Augenkrankheit, die so alt ist wie das Menschengeschlecht, in Polen, in Rußland, auf dem Balkan und in Asien jedes Jahr tausende von Menschen, hunderttausende werden schwer geschädigt und werden oft für ihr ganzes Leben von dieser Krankheit nicht befreit. Die Heere Napoleons er- lagen in Agypten nicht den Waffen der Feinde, wohl aber wurden sie dezimiert durch die ansteckenden Augenkrankheiten, die viele kampfunfähig machten. In den dann über ganz Europa sich hinziehenden napoleonischen Feldzügen verschleppten die Soldaten des großen Korsen die in Xgypten aufgenommene Seuche über alle Länder, wo sie von Generationen zu Genera— tionen sich fortsetzend unsäglichen Schaden angestiftet hat. Wir dürfen sagen, daß im Weltkrieg uns eine neue Verseuchung unseres Volkes mit Trachom dank sorgfältigster Vorbeugungs- maßnahmen erspart worden ist.
Eine weitere Gekahr für unsere Truppen bedeutete eine aus früheren Kriegen wohl bekannte Augenstörung, die sogen. Nachtblindheit. Hier handelt es sich um eine mehr oder weniger starke Herabsetzung der Fähigkeit der Augen, sich der sinkenden Beleuchtung anzupassen und auch in der Dämmerung, ja in der Dunkelheit sich zurechtzufinden. Diese Fähigkeit geht beim Fehlen genügender Nahrung selbst bei sonst völlig gesunden Menschen leicht verloren. Schon die alten Arzte und Schriftsteller Hippokrates, Galen, Aetius, Pli- nius erwähnen diese Sehstörung und zur Zeit der Kreuzzüge


