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granaten mit ihren unzähligen, oft kleinsten Splittern und vor allem die Anwendung der Hand- und Gewehrgranaten sind als Ursachen dieser Häufung von Augenverletzungen zu betrachten. Die Einsetzung von ausgebildeten Augenärzten und die Aus- rüstung der Sanitätskompanien und Feldlazarette mit augen- ärztlichen Instrumenten erwies sich bald als dringende Not- wendigkeit, kommt es doch gerade bei Augenverletzungen auf möglichst schnelle Hilfe an, sollen nicht die Augen durch In- fektion zu Grunde gehen. Die weitere sachverständige Beobach- tung aller verletzten Augen in den zurückliegenden Kriegs- lazeretten und in den Augenkliniken der Heimat ermöglichte die Verhinderung der sogen. sympathischen Ophthalmie, d. h. der Miterkrankung auch des zweiten Auges, die nach durch- dringender Verletzung eines Auges noch lange Zeit, über Jahre hinaus, zu befürchten ist, wenn das unter ganz bestimmten Er- scheinungen erkrankende verwundete Auge nicht rechtzeitig im Interesse des anderen geopfert wird. Viele Tausende unserer Krieger entgingen durch diese sachgemäße Organisation unseres Sanitätswesens dem traurigen Los der Erblindung, und wenn die Zahl unserer Kriegsblinden 3200 und nicht das zehnfache beträgt, so darf man das Verdienst mit Recht dem Emporblühen der Augenheilkunde in den 60 Jahren vor dem Kriege zusprechen.

Ein weiteres Gebiet, auf dem die Augenheilkunde im modernen Krieg segensreich gewirkt hat, ist das der Kampf- gasverletzungen. Schon die ersten im Felde verwandten Kampf- gase reizten besonders die Bindehaut und die Hornhaut der Augen und mit der steigenden Giftigkeit der Chemikalien wuchs die Gefahr für das Sehorgan. Insbesondere das Gelbkreuzgas griff schon in großen Verdünnungen die Oberfläche der Augen stark an, machte durch Lidschwellung, Tränenfluß und enorme Schmerzen die Soldaten sofort kampfunfähig. Man muß sich die furchtbaren Eindrücke eines Truppenverbandsplatzes ibn Felde nach einem Gasangriff oder einer Gasbeschießung vor Augen halten, um die Schrecken des Gaskampfes zu verstehen, wie wir sie erlebt haben in einer Zeit, als die Schutzvorrich- tungen vielfach noch nicht mit den immer wieder neu auf- tretenden verschiedenen Gasarten Schritt hielten. Mit verätzter Haut, nach Atem ringend infolge des Luftmangels der sich immer mehr mit Blutplasma füllenden Lunge, mit dick ver-